Die einfachen Dinge

Ich mache gerne Spaziergänge. Diese können gerne mal 2 Stunden oder mehr dauern. Ich fahre dazu nirgends speziell hin, da mir das unsinnig erscheint, zumindest für den alltäglichen Gebrauch. Deshalb gehe ich meist die gleichen Strecken. Mal variiere ich hier, mal gehe ich eine Abkürzung da, oder schaue, was sich hinter diesem Weg wohl verbergen mag, den ich seit Jahren nicht mehr gegangen bin. Es ist immer wieder eine kleine Entdeckungsreise. Und ich nutze die Zeit gerne, um Podcasts anzuhören.

Diese sammeln sich in einer meiner Podcast-Apps an, von denen ich gerne verschiedene am iPhone habe und gelegentlich wechsle. Der Dauerbrenner dabei ist eindeutig Overcast. Seit Jahren ist diese fantastische, einfache App dafür verantwortlich, dass meine Podcast-Listen aktuell sind und ich diese unkompliziert hören kann. Dann verwende ich zwischenzeitlich die Apple eigene Podcast-App und vor kurzen hat sich Instacast wieder dazu gesellt.

Instacast war für lange Zeit, bevor ich zu Overcast gewechselt habe, der Standard, wenn es darum ging Podcasts zu organisieren. Leider hat es sich für das kleine Team (ich glaube, es war sogar nur ein ein-Mann-Unterfangen) nicht rentiert und wurde irgendwann zu viel. So endete eine Ära, die man wirklich so bezeichnen kann, da es unter den Podcastern immer wieder zur Sprache kam und eine Institution darstellte. Nun wurde das Projekt von jemandem übernommen und unter dem Namen InstacastPlus wieder zum Leben erweckt. Bisher ist noch nicht viel passiert, aber ich bin gespannt, wo die Reise hingeht. Ein unerwartetes, aber willkommenes Comeback.

Jedenfalls bin ich immer wieder erstaunt, wie lange ich teilweise die Podcasts schon verfolge. Hoaxilla zählt zu meinen ersten Podcasts, die ich entdeckt habe. Dicht gefolgt vom Technik-Podcast Bitsundso, und WRINT, von Holger Klein. Die drei Projekte stehen immer ganz oben auf meiner Podcast-Liste und bilden die hohen Standards ab, an denen sich neue messen müssen. Ich bin buchstäblich Tausende Kilometer mit diesen dreien und unzähligen anderen, die ich über die Jahre verfolgt habe, gegangen. Vielleicht sollte ich mal eine Liste aller Podcasts zusammenstellen, die ich im Laufe der Zeit entdeckt habe, und die mir etwas bedeuteten. Oder es zumindest versuchen.

Denn egal, ob ich sie heute noch regelmäßig verfolge, nur mehr sporadisch reinhöre oder sie hinter mir gelassen habe, alle Podcasts, die mich in meinem Leben bisher begleitet haben, sind mir wichtig. Ansonsten hätte ich nicht zahllose Stunden damit verbracht, diesen Menschen zuzuhören.

Es ist auch eine interessante Beziehung, die man zu den Podcastern aufbaut, da sie komplett einseitig ist. Verfolgt man einen Podcast lange genug, erfährt man natürlich immer auch etwas über die Personen, die dahinterstehen. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Es werden fast schon gute Freunde, die einem teilweise jede Woche ins Ohr sprechen, ihre Meinungen und Ansichten teilen. Im Gegenzug wissen diese allerdings nichts von den Hörer*innen. Und als Hörer*in muss man sich diese Diskrepanz vielleicht bisweilen bewusst machen.

Ich glaube auch, ohne konkrete Zahlen nennen zu können, dass das Medium Podcast, zu dem am meisten genutzten von mir zählt. Mittlerweile hat sich mein Hör-Verhalten etwas verändert und ich habe die Zahl der Podcasts, die ich aktiv verfolge, reduziert. Es hat allerdings Zeiten gegeben, da habe ich jeden Tag ein paar Stunden damit verbracht. Immer auch nebenbei. Es wurde quasi zu dem, was andere in der Musik finden.

Ich hoffe noch auf viele weitere Stunden und Kilometer, die ich mit den oben genannten drei Podcasts verbringen kann. Aber auch auf neue Entdeckungen und altbekannte Stimmen, die ich weiterhin gerne höre. Podcasts sind etwas Fantastisches und vielleicht ein unterschätztes Medium. Aber irgendwie mag ich den Charme der Nische. Es ist wohlig, vor allem wenn man seit über 13 Jahren die Szene verfolgt.