Lokaler Jetlag

Normalerweise ist mir die Zeitumstellung relativ egal. Die meisten Uhren stellen sich automatisch um – nur Ofen, Auto und eine analoge Uhr in der Küche muss ich noch per Hand auf die Sommerzeit einrichten. Oft läuft es so ab, dass ich sowieso früh ins Bett gehe, und von daher ist die eine Stunde mehr oder weniger nicht unbedingt von großem Einfluss. Dieses Jahr habe ich mir allerdings schwerer getan als sonst. Nicht nur in der Nacht von Sonntag auf Montag, sondern auch in der Nacht auf Dienstag hatte ich große Einschlafprobleme. Ich höre zum Einschlafen immer den wunderbar entspannenden Podcast »Sprechkabine«, aber auch der hat nicht geholfen. So hatte ich in der ersten Nacht weniger als 5 Stunden Schlaf und in der zweiten weniger als 4.

Eine kurze Nacht ist nichts Tragisches, die stecke ich normalerweise gut weg. Doch zwei Nächte fangen langsam an, ihre Auswirkungen zu zeigen. Vorteil ist natürlich, dass man irgendwann so erschöpft ist, dass die erholsame Nacht nur eine Frage der Zeit ist. Um diese Zeit allerdings so weit wie möglich zu verkürzen, kann man ein paar Dinge machen. Am Dienstag habe ich einen entspannten Spaziergang unternommen und eine Pause vom Training eingelegt. Außerdem habe ich etwas früher mit dem Bemalen von Warhammer-Figuren aufgehört. Dafür verwendet man im Allgemeinen Tageslichtlampen und wenn diese bis kurz vor dem Bettgehen am Gesicht vorbeistrahlen, ist das vielleicht auch nicht gerade förderlich. Dann noch etwas lesen und alles aufschreiben, was im Kopf herumgeistert, und die erholsame Nacht war zum Greifen nahe.

Ich fand es spannend, dass es mir dieses Jahr so sehr aufgefallen ist, mich auf die neue Zeit einzurichten. Aber eine Stunde kann große Auswirkungen haben, da sie nicht nur mit Tageslicht, sondern auch mit Verhaltensweisen, Gewohnheiten und vielem mehr zusammenspielt. Mal sehen, ob mir die nächste wieder leichter fällt oder ebenfalls Auswirkungen hat. Doch meine Vermutung ist, dass die Umstellung auf die Sommerzeit eher spürbare Auswirkungen hat als die Umstellung auf die Winterzeit. Aber das ist nur eine Theorie.

Endlose Kämpfe in Silksong

Es ist vollbracht. Ich habe »Silksong« beendet. Dieses grandiose, manchmal nervige, furchtbar schwierige und knallharte, aber doch mit einer gefühlvoll erzählten Geschichte ausgestattete Spiel ist nach knapp 60 Stunden zu Ende. »Silksong« ist Metroidvania und Soulslike zugleich. Von anspruchsvollen Parkour-Passagen über lang gezogene Bosskämpfe und schier endlosen Gegnerwellen bekommt man hier einiges geboten. Das Spiel ist aufgeteilt in drei Akte. Wobei der Dritte erst nach dem „geheimen“ Ende freigeschaltet wird und vollkommen optional ist. Die Anforderungen, das geheime Ende zu erreichen, sind hart. Aber zurück zum Anfang.

Die ersten beiden Akte habe ich innerhalb kurzer Zeit durchgespielt. Es waren viele Höhepunkte dabei. Von den wunderbaren Charakteren (allen voran Sherma und Shakra) über die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Welt von »Silksong«: Pharloom. Man wird immer wieder motiviert und durch neu entdeckte Geheimnisse angespornt, weiterzusuchen und weiterzumachen. Die Steuerung ist präzise, aber es werden bei so manchen Bossen kleinste Fehler hart bestraft. Nach zwei Akten und einem fulminanten Finale scheint man das Spiel verstanden zu haben. Doch dann kommt Akt 3 und zieht den Schwierigkeitsgrad noch einmal ordentlich an. Bosse haben schier endlose Lebensleisten und möchten einfach nicht untergehen. Das hat dazu geführt, dass ich ein paar Wochen Pause brauchte.

Schließlich habe ich mit einem neuen Speicherstand von vorne angefangen und die ersten beiden Akte durchgespielt und alles gemacht, was bis zu diesem Punkt möglich war. Grund dafür war auch, dass ich für das kommende DLC bereit sein möchte. Je nachdem, wo es anknüpft – vor Beginn von Akt 3 oder danach. Dann hat es mich aber doch noch einmal gereizt, das Spiel endlich zu beenden, und ich habe meinen ersten Speicherstand geladen. Die Pause und das erneute Durchspielen der ersten zwei Drittel haben gutgetan. Ich fand mich besser zurecht, manövrierte mich geschickter durch die Welt und habe erst einmal Aufgaben erledigt, um die Protagonistin Hornet besser auszurüsten, stärker zu machen. Dann ging es an die Bosse.

Die unterschiedlichen Biome des Spiels trumpfen noch einmal richtig auf. Die darin befindlichen Bosse in Akt 3 sind abwechslungsreich, großartig designt und perfekt in ihre Umwelt integriert. Aber diese verdammten Lebensleisten. Es gibt nämlich keine. Das ist Fluch und Segen zugleich. Man haut einfach so lange auf Bosse drauf, bis sie erledigt sind. Doch in Akt 3 wollen sie partout nicht fallen. Man hat die Kämpfe verstanden und trotzdem gehen sie noch minutenlang weiter. Der zweite Kampf mit Trobbio beispielsweise ist visuell schon anstrengend, da sehr viel am Bildschirm passiert. Man weicht aus, schlägt in den richtigen Momenten zu, bleibt ruhig und das Ende scheint zum Greifen nah. Doch dann geht der Kampf noch länger, man macht die ersten Fehler und diese werden oft so hart bestraft, dass man stirbt und vorne beginnen muss. Gleiches gilt für Skarrsinger Karmelita oder den letzten Boss des Spiels. Die Kämpfe gehen zu lang. So wird es schnell nervig und frustrierend.

Doch eines muss ich dem Spiel zugutehalten. Es hat mir nicht nur beigebracht, bei diesen Kämpfen dranzubleiben, sondern vor allem, ruhig zu bleiben. Manchmal einfach nur dastehen und warten, was die Gegnerin macht. Nicht hektisch herumrennen und draufhauen, sondern reagieren, statt immer nur zu agieren. Es hat lange gedauert, bis ich diese Lektion verstanden habe, und es kostet einige Mühe, wenn am Bildschirm viel passiert, nichts zu tun. Aber es zahlt sich aus. Man durchschaut Muster schneller und sieht die Fenster zum Zuschlagen besser. Das ist sicherlich etwas, das ich in andere Soulslikes mitnehmen kann. Dennoch war es eine hart erlernte Lektion und ich hoffe nicht, dass das DLC damit aufwartet, es noch einmal schwieriger zu machen.

Ich bin sehr froh, »Silksong« nicht nur gespielt, sondern es auch bezwungen zu haben. Jeder Boss, jeder Gegner, wurde erledigt, das »Hunter’s Journal« ausgefüllt und einige mehr Trophäen erspielt. Ob ich mich hier auch an Speedruns und den »Steel-Soul-Mode« heranwagen wie beim Vorgänger »Hollow Knight«, wage ich noch nicht zu sagen. Erst einmal mache ich eine Pause vom Spiel und genieße den Sieg über den finalen Boss. Ich werde aber sicherlich irgendwann nach Pharloom zurückkehren. Spätestens mit dem DLC »Sea of Sorrow«.

Thema für eine Titelseite?

Ich bin enttäuscht. Eigentlich bin ich großer Fan des Falters. Es ist eine österreichische Wochenzeitung, die durch qualitativen, hochwertigen Journalismus besticht, unaufgeregt Fakten berichtet und immer wieder wichtige Themen aufdeckt; sie überhaupt erst ans Tageslicht bringt. Manchmal ist aber auch Kritik angebracht und notwendig. Oder zumindest ein Nachdenken, ob es notwendig war, auf diese Art und Weise über etwas zu berichten. Ich spreche in diesem speziellen Fall von der Ausgabe vom Mittwoch, 01.04.2026, und der Titelgeschichte: »Die Beichte des „Pedo-Hunter“«.

Darin berichtet ein ehemaliger Angehöriger der rechten Szene, wie es ist, in dieser Blase der Gesellschaft zu existieren. Anfangs als Impfgegner einzuordnen, rutschte er schnell in die rechte Szene ab und verwaltete schließlich Telegram-Gruppen. Diese ermöglichten es anderen, sich zu organisieren und Jagd auf queere Menschen zu machen. Sich online mit ihnen verabreden und sie dann niederschlagen, quälen, erniedrigen, geradezu foltern. Für den Großteil der Menschen, die in das heterosexuelle Spektrum fallen, sind solche Nachrichten eine Randnotiz. Meldungen, die irgendwo auf den Nachrichtenseiten vorkommen oder abgedruckt werden, die aber schnell vergessen werden, nachdem man sich gedacht hat: krass, wie schlimm.

Aber für queere Menschen ist das ein dauerhaftes Thema; etwas, das im Hinterkopf mitschwingt. Genauso wie wir hellhöriger sind für unterschwellige homophobe Bemerkungen, die am Großteil der Bevölkerung einfach so vorbeigehen, die sich nicht damit beschäftigen muss. Bemerkungen, die wir aber sehr wohl wahrnehmen und dann mit uns herumtragen. „Homophob“ ist übrigens ein Begriff, den ich nicht mag, da er eine simple Angst unterstellt. Es gibt Sexismus, Rassismus, aber gerade bei Gewalt jeglicher Art gegen queere Menschen wird von Phobie gesprochen, wie bei Spinnen. Der Phobie-Begriff schwächt die Taten und Ansichten dahinter, meiner Meinung nach zu sehr, und stellt sie als kleines Delikt hin. Aber ich schweife ab. Was die Nachrichten anbelangt, habe ich beispielsweise den Newsletter von queer.de abonniert, wo jeden Tag ein Überblick über alle Nachrichten angeboten wird, die die LGBTQIA+-Community betreffen. Dass es natürlich nicht nur positive Nachrichten gibt und die schlechten, bedrohlichen und beunruhigenden Nachrichten in den vergangenen Monaten und Jahren mehr wurden (ein Gefühl, das ich nicht mit Zahlen belegen kann), muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Jetzt landet also jemand, der mutmaßlich dafür mitverantwortlich ist, dass rechte Selbstjustizler auf Menschen wie mich Jagd machen, auf der Titelseite des Falters. Ich halte es für wichtig, dass über solche Menschen berichtet wird und Aussteiger wie dieser Unbekannte sich hervortun, um das System hinter den Angriffen aufzudecken. Er spricht auch ein wichtiges Thema an: dass es in Österreich scheinbar keine Institutionen gibt, an die sich Aussteiger wenden können, oder die das überhaupt fördern. Wusste ich nicht und ist eine große Lücke, die schnellstmöglich geschlossen werden muss. Auf der anderen Seite ist die Person nicht bereit, das System, in dem sie unterwegs war, komplett auffliegen zu lassen. Kommentare unter dem entsprechenden Artikel im Standard haben darauf aufmerksam gemacht, ob sich dieser Unbekannte vielleicht nur mit dem Gericht gutstellen will, indem er sich gemeinnützig bei den RosaLila PantherInnen in Graz aktiv zeigt. Das kann man natürlich aus einem Bericht heraus nicht beurteilen, Skepsis ist allerdings angebracht.

Mir geht der Artikel im Falter allerdings nicht weit genug oder er ist zu einseitig und lässt Themen aus, die ich bei einem solchen Text gerne sehen würde. Glückwunsch, jemand hat herausgefunden, wie man ein normales, mitfühlendes menschliches Wesen ist, das die eigenen Aggressionen nicht an anderen Menschen auslässt – wobei er angeblich nicht an den Gewaltakten dabei war. Trotzdem ist diese Erkenntnis keine Leistung, sondern sollte der Standard sein. Dafür auf die Titelseite zu kommen, ist mir zu billig. Überhaupt empfinde ich es als kritisch, wenn nur über Täter berichtet wird. Ich mag auch die Serien auf Netflix und Co. nicht, die sich allein mit den Tätern beschäftigen. Was ist diese perverse Begeisterung für die Täter? Besonders in einem Text wie diesem sollte man doch andere Fragen stellen: Wie leben die Opfer nach den Angriffen? Wie geht man als queerer Mensch mit der Angst um, vielleicht der oder die Nächste zu sein? Wie kann man solchen Attacken vorbeugen? Welche Strategien gibt es? Wo können sich Aussteiger melden? Sind die RosaLila PantherInnen in Graz wirklich so offen oder haben sie auch Bedenken, dass jemand wie der Unbekannte bei ihnen aktiv werden möchte? Ich kann diese Fragen nicht beantworten, aber ein unabhängiges journalistisches Medium könnte sich damit beschäftigen und recherchieren.

Mir fehlt natürlich der journalistische Abstand, um das Thema nüchtern betrachten zu können, allerdings sehe ich viele Probleme bei der Aufbereitung des Textes. Ihn einfach nur so stehenzulassen, ist für mich keine Titelseite wert. Allein schon, dass „Pedo-Hunter“ auf der Titelseite prangt. Es schockiert und soll dazu führen, dass die Zeitung gekauft wird, schon klar. Und der Begriff ist in Anführungszeichen gesetzt, toll. Im Artikel selbst wird auch erwähnt, dass die Täter (gendern ist an dieser Stelle wohl nicht notwendig) Homosexuelle, Dragqueens und Co. auf dieselbe Stufe stellen wie Pädophile. Aber auch hier werden mir die Begriffe zu wenig differenziert und erklärt. Die falschen Vorurteile und verdrehten Weltbilder müssten meiner Meinung nach besser herausgestellt werden.

Vielleicht schicke ich diesen Text hier an den Falter, vielleicht sehe ich das Thema zu emotional – ich weiß es nicht. Der Artikel an sich ist okay und vielleicht wäre er mir weniger sauer aufgestoßen, wäre er irgendwo mittendrin vorgekommen. Aber so hätte ich gerne eine bessere Einordnung gesehen und dass der Täter nicht dermaßen im Zentrum steht. Wie gesagt, die Erkenntnis »Menschen jagen ist schlecht« verdient keine Medaille und mit Sicherheit auch keine Titelseite auf einer ansonsten hervorragenden Wochenzeitung.

Der Diktator

Demnächst sind in Ungarn Wahlen. Im Zuge dessen gab es eine schöne Folge von »Last Week Tonight« mit John Oliver, in der sie sich Viktor Orbán gewidmet haben. Es ist ein Rundumschlag, wie er an die Macht kam, wie er diese gesichert hat und warum es so schwer ist, ihn loszuwerden. Wir müssen nur einmal gewinnen, soll so ein Spruch gewesen sein, der immer wieder die Runde machte. Beängstigend, und nun verstehe ich auch, warum Ungarn eine Art Blaupause ist, an der sich andere angehende Autokraten und Diktatoren orientieren. Ungarns Oberhaupt hat vorgemacht, wie man sich nicht nur Macht sichert, sondern sie immer weiter ausbaut.

Im Zuge der Folge habe ich mein neues Lieblingsvideo entdeckt. Ein Ausschnitt, der bereits 10 Jahre alt ist. Darin sieht man den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Union, Jean-Claude Juncker, wie er Orbán begrüßt. Er bezeichnet ihn offen als Diktator und verpasst ihm eine mehr oder weniger ernste Ohrfeige. So sollte man zukünftig bitte generell Autokraten, Diktatoren und alle, die es werden wollen, begrüßen.

  • YouTube | euronews | ‚Here comes the dictator‘ Juncker’s cheeky welcome for Hungarian PM

Everything X-Men | Comic Book Events (1/2)

Wie jeden Donnerstag sehen wir uns auch heute einen alten Text von mir an. Genauer gesagt einen Text, den ich im Rahmen des sogenannten Projektstudiums für mein Medienwissenschaftsstudium geschrieben habe. In diesem Projekt habe ich mich eingehend mit den X-Men-Comics beschäftigt. Die Texte habe ich damals in Englisch verfasst, möchte sie aber heute auf Deutsch präsentieren. Die initiale Übersetzung habe ich mit DeepL gemacht (inklusive der Zitate) und den Text anschließend redigiert.

Nachdem die letzten Male Texte zu »Avengers Disassembled« und »House of M« erschienen sind, geht es heute um Events im Allgemeinen. Wenn man nichts mit Comics zu tun hat oder sich noch nie eingehender mit dem Thema beschäftigt hat, sagt einem das wahrscheinlich nicht viel. Events sind aber ein großes Ding, zumindest bei Marvel und DC, und sind eigentlich Tradition. Es gibt sie immer wieder, mal größer, mal kleiner. Ihre Versprechen sind immer groß, aber ob sie das dann einhalten, ist eine ganz andere Frage. Im ersten Teil des Textes soll es heute um die Geschichte von Events gehen und um ein paar Beispiele. Wie schon bei den letzten Texten hätte ich mir aus heutiger Sicht gewünscht, das Thema noch detaillierter und eingehender behandelt zu haben. Aber erneut waren Zeit und Aufwand knapp bemessen. Dennoch ist es ein interessanter Einblick.


Als Letztes sind erschienen:


Warum gibt es in der Welt der Superhelden-Comics überhaupt Events? Nun, hauptsächlich wegen des Gewinns und der Akquise von neuen Leser*innen. Aber es muss doch mehr dahinterstecken, oder? Schauen wir uns das Thema etwas genauer an und versuchen, herauszufinden, was sie einzigartig und nachhaltig macht.

Warum gibt es in der Welt der Superhelden-Comics überhaupt Events? Nun, hauptsächlich wegen des Gewinns und der Akquise von neuen Leser*innen. Aber es muss doch mehr dahinterstecken, oder? Schauen wir uns das Thema etwas genauer an und versuchen, herauszufinden, was sie einzigartig und nachhaltig macht.

Sinnsuche

Ich klinge jetzt vielleicht wie ein mürrischer alter Mann, aber heutzutage finden überall Events statt. Zumindest was die Big Two der Branche (Marvel und DC) angeht. Ich habe das Gefühl, dass Marvel alle zwei Monate ein großes, das Universum erschütterndes Event veranstaltet und, wenn möglich, sogar mehrere Events gleichzeitig. DC geht etwas besser damit um (vielleicht), aber das ist eine sehr subjektive Einschätzung. Das ist einer der Gründe, warum ich so gerne Geschichten von Image, Boom und anderen Verlagen lese. Sie erzählen einfach gute Geschichten. Außerdem nummerieren diese Verlage nicht alle drei Jahre ihre Comics neu. Dabei geht es doch um gute Geschichten. Ich lese gerne Events, aber meistens nicht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sammelbände sind eine großartige Möglichkeit, ein Event gebündelt an einem Nachmittag zu lesen und trotzdem ein gutes Erlebnis damit zu haben.

Ich habe versucht, meine Erfahrungen mit den Ergebnissen meiner Recherchen zu kombinieren. Ich wollte herausfinden, welche Events erfolgreich waren. Warum manche funktionieren und andere nicht. Bevor wir aber dazu kommen, sprechen wir über den Zweck von Events. Die Funktion, die sie innerhalb ihrer Universen erfüllen.

Wie wir im Text über die Zeitalter von Comics besprochen haben, gibt es Superhelden, wie wir sie kennen und lieben, seit 1938 und der Entstehung von Superman. Es ist schön und gut, wenn Superhelden für Gerechtigkeit kämpfen. Daraus entstehen mitreißende Geschichten. Aber wirklich spaßig wird es, wenn man einige von ihnen zusammenbringt: Sie kämpfen gegen eine Bedrohung, die sie alleine nicht besiegen könnten. Sie stehen gemeinsam am Abgrund, starren in die Tiefe, kämpfen aber trotzdem weiter. Sie bringen Opfer für das Allgemeinwohl, für eine Zukunft, damit die Menschheit überleben kann und eine bessere Welt entsteht. Zumindest ist das der Traum. Aber es gibt Bedrohungen und Antagonisten, die man nicht einfach besiegen kann: Antagonisten, die den Abgrund kontrollieren und ihn umarmen. Und um zu gewinnen, muss ein Held/eine Heldin ihn ebenfalls umarmen. Man bewegt sich auf Messers Schneide. Es sind persönliche Bedrohungen, die es zu überwinden gilt. So etwas haben wir 2017 beim DC-Event »Metal« gesehen.

Andere Events verändern ganze Universen oder sogar Multiversen. Die Antagonist*innen fordern nicht nur einen Helden oder eine Heldin heraus. Sie bedrohen jedes Lebewesen. Sie hungern nach Planeten und Sternensystemen, zerstören die Realität, wie wir sie kennen, und formen sie nach ihrem eigenen Willen neu. Diese Events erfordern nicht nur ein Team von Superhelden. Sie müssen sich vielleicht mit ihren bisher größten Widersachern zusammenraufen, um der Bedrohung entgegentreten zu können.

Der Goldstandard

Meines Wissens war das erste „richtige“ Event »Crisis on Infinite Earths« von DC Comics. Zumindest war es das Erste, das diesen Namen verdiente und das immer noch als eines der am besten umgesetzten Events gilt. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels habe ich das Event (noch) nicht gelesen, werde es aber auf jeden Fall demnächst nachholen. Nehmen wir zum Beispiel eine Rezension von Goldstein. Er verrät zwar nichts über den Verlauf der darin vorkommenden Ereignisse, dennoch möchte man nach der Lektüre es sofort selbst lesen:

„‘Crisis on Infinite Earths‘ war nicht die erste Crisis im DCU, aber sie wurde zum prägenden Event in der langen Geschichte des Verlagsriesen. Crisis nahm 50 Jahre Kontinuität, fast ein halbes Dutzend verschiedene Universen und Hunderte Charaktere, presste sie alle zusammen und schuf daraus einen glänzenden neuen Spielplatz, der seit zwei Jahrzehnten besteht“ (Goldstein, 2006).

Jedes einzelne Event braucht einen Grund, zu existieren. Ohne diesen Grund hat man nur eine aufgeblähte Geschichte: etwas Vertrautes, das zu einer acht- oder sogar zwölfteiligen limitierten Serie mit einer Reihe von Tie-Ins aufgeblasen wurde, die niemand will. Am Ende steht eine Geschichte, die eigentlich niemand braucht. Denn am Ende eines Events sollte etwas anders sein. Es muss nichts Großes sein. Es kann so klein sein wie eine Sinnesänderung eines Charakters. Das Abenteuer, das er oder sie während der Geschichte erlebt hat, hat seine oder ihre Perspektive verändert. Oder es kann so groß sein wie ein neuer Status quo des gesamten Multiversums.

DC Comics »Crisis on Infinite Earths« war Letzteres. Marv Wolfman stellte sich einer unmöglichen Aufgabe: Er nahm die über 50-jährige Geschichte von DC mit all ihrem Ballast und ihren Inhalten und zerlegte sie, nur um sie wieder neu zusammenzusetzen. Er schuf eine Welt, die neue Leser_innen verstehen und alte Leser_innen schätzen konnten. Das Schlüsselwort dafür ist Kontinuität. Marvel und DC (sowie Valiant) haben jeweils ein zusammengehöriges, kontinuierliches Universum. Das bedeutet, dass jedes Abenteuer in derselben Welt oder zumindest im selben Multiversum stattfindet. Autor_innen, Redakteur_innen und Künstler*innen müssen dies berücksichtigen, wenn Charaktere sterben oder Orte zerstört werden. Oder, wie Friedenthal (2011) es in seinem Essay formuliert:

„Kontinuität in einem Comic-Superhelden-Universum ist die Meta-Erzählung, die aus der Summe aller Begegnungen, Beziehungen, Kämpfe, Geburten, Todesfälle und anderer Wendungen in der Handlung und Charakterisierung entsteht, die innerhalb dieses Universums stattgefunden haben.“

Sinnlich

In der 374. Ausgabe des Hoaxilla-Podcasts war der Physiker und Autor Florian Aigner zu Gast, um über sein neues Buch zu reden: »Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr«. Wenn man die Podcasts der Hoaxillas hört, dazu zähle ich die Wildmics-Specials, die in ihrer aktuellen Iteration unter »Laberfeuer« bekannt sind, ebenfalls dazu, kennt man Florian Aigner bereits. Er ist regelmäßig zu Gast und besticht nicht nur durch sein Fachwissen, sondern durch sein Talent, dieses kurzweilig und unterhaltsam darzubieten, sodass sogar ich es verstehe. Nicht immer, aber meistens. Nun gab es für kurze Zeit die Chance, eine signierte Version des Buches zu bekommen, wenn man es bei Autorenwelt vorbestellt, was ich selbstverständlich kurzerhand getan habe.

Inzwischen liegt es also bei mir herum. Aber nicht nur das, ich lese sogar darin. Ich möchte nicht, dass dieses wunderbare Buch, ausgestattet mit tollen Illustrationen und witzigen Beispielen, auf meinem »Pile of Opportunity« vergammelt, sondern dass es sogar gelesen wird. Zwar habe ich zuvor Armin Thurnherrs Buch »Unsternstunden der Menschheit« erworben, aber manchmal muss man Prioritäten setzen. In »Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr« geht es um unsere Sinne und wie wir die Welt wahrnehmen. Wie vielleicht die Wirklichkeit, die in unseren Köpfen entsteht, mehr der wirklichen Welt entspricht, als es die wirkliche Welt tatsächlich ist – oder so ähnlich. Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich die ersten drei Kapitel gelesen und bin äußerst angetan. Florian Aigner hat mich schon in seinem ersten Kapitel, wo er einen groben Überblick über den Inhalt des Buches gibt und worum es in den folgenden knapp über 200 Seiten gehen soll.

Besonders gut gefällt mir sein anfänglicher Vergleich mit dem Röhrenwurm. Wenn ich ein guter Leser wäre, hätte ich mir vielleicht ein paar Stellen markiert oder gar notiert, die ich nun wie ein professioneller Rezensent wiedergeben, sprich: zitieren könnte, aber wer will hier schon professionell sein. Vielleicht interpretiere ich in seine Worte zu viel hinein, aber mir hat es hervorragend gefallen, wie er geschrieben hat, dass wir uns schlichtweg nicht vorstellen können, wie die Welt eines Röhrenwurms aussieht. Wir können darüber nachdenken und beschreiben, wie dessen Sinne funktionieren, aber über seine „Gedankenwelt“ oder „Sinneswelt“, wenn man diese so bezeichnen möchte, haben wir offen gestanden keinen blassen Schimmer. Das kann man auf alle Tiere ausweiten. Wir können es uns einfach nicht vorstellen oder uns in sie hineinversetzen. Für mich war das eine kleine Kritik an der oft menschlichen Sichtweise, die wir vorwiegend unseren Haustieren aufzwingen. Das ist bisweilen süß und in Ordnung, aber oft auch übertrieben bis gefährlich.

Wenn ich mich recht entsinne, war dies nur ein Nebensatz oder eine Nebenbemerkung, aber das hat bei mir schon ausgereicht, um mich zum Nachdenken anzuregen. Wie das Beispiel des Röhrenwurms sind sämtliche Erklärungen in dem Buch plastisch und gut gewählt. Florian Aigner dampft komplexe Dinge auf ihren Kern zusammen und erklärt sie, ohne irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Metaphern oder Vergleiche zu bemühen. Wenn Autor*innen das machen, wirkt das oft erzwungen und unnötig. So als müsste man einem Vogelküken die Nahrung vorkauen, damit es auch wirklich von allen und jedem verstanden wird. Wenn man Dinge verständlich erklären kann, ist das nicht notwendig. Und Florian Aigner kann das. Die Illustrationen tun ihr Übriges, damit es zu einer kurzweiligen Literatur wird. In den nächsten Tagen werde ich sicherlich mit dem Buch durch sein. Aber ich konnte mich nicht zurückhalten und musste darüber schreiben. Vielleicht gibt es noch einen Folgetext, aber eine Leseempfehlung ist »Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr« in jedem Fall.

YFood

Ich weiß nie, was ich zu Mittag in der Arbeit essen soll. Zwar gibt es eine Kantine, die durchaus leckere Sachen hervorbringt, doch es ist mir meist zu viel. Mir ist etwas Leichteres lieber. Vor allem mag ich es unkompliziert. Deshalb habe ich schon mit so einigen Sachen experimentiert. Salat ist beispielsweise gar nicht so einfach. Wenn man sich den am Vortag vorbereitet, ist der bis zum nächsten Tag mittags matschig und nicht lecker anzusehen. Deshalb habe ich mir eine eigens für Salat gedachte Tupperware besorgt – allerdings von einer anderen Marke. Der rohe Salat kommt dabei in die Schüssel und in einen verschließbaren Einsatz, Dressing und andere Dinge, die man gerne rein hätte, etwa Thunfisch.

Das wurde mir irgendwann zu aufwendig, also bin ich auf Joghurt mit Früchten, Erdnussbutter und anderen guten Dingen gewechselt. Porridge ist ebenfalls einfach, lässt sich für mehrere Tage vorbereiten und schmeckt sowohl kalt als auch warm. Zwischendurch hatte ich einfach nur aufgepeppte Proteinshakes dabei und aß Brot dazu oder dergleichen. Es gibt zum Glück eine kleine Auswahl an Obst, mit dem man sich für den Tag eindecken kann. Mit etwas Nüssen kommt man auch damit über die Runden. Doch nur ein Proteinshake oder Obst ist dann auch wenig. Deshalb kam mir YFood genau richtig.

Mittlerweile findet man die Getränke in allen Supermärkten und es gibt Kooperationen mit diversen anderen Marken. Sei es Fallout oder die Turtles, man findet immer wieder lustig bedruckte YFood-Flaschen. Ich mag das Planbare an diesen „ausgewogenen Trinkmahlzeiten“, wie sie es selbst bezeichnen. Jede Flasche hat 500 kcal. Lediglich die (Makro-)Nährstoffe wie Kohlenhydrate oder Eiweiß unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung, aber auch nur im Kommabereich. Im Großen und Ganzen hat jedes Getränk dieselben Eigenschaften.

Zuerst hatte ich so meine Zweifel, ob man durch einen simplen Shake satt werden würde. Das hat sich allerdings schon nach der ersten Flasche als unnötig herausgestellt. Sie machen satt und halten auch lange an. Es gibt eine vielfältige Bandbreite an Geschmäckern, durch die man sich testen kann, und bisher habe ich noch keinen probiert, der mir nicht geschmeckt hätte. Nur Schoko ist mir zu süß. Für ein schnelles, unkompliziertes Mittagessen eignen sich diese Getränke von YFood hervorragend. Auch ihre Riegel mag ich, die vorwiegend durch eine irrsinnige Menge an Ballaststoffen überzeugen. Die Getränke von YFood und Protein- oder Müsliriegel sind für mich perfekte Ergänzungen, mit denen man gut durch den Tag kommt. Es sollte natürlich nicht zur Hauptquelle werden, doch wenn man sie ein paar Tage pro Woche als Ergänzung verwendet, sollte es kein Problem sein.

Es gibt nur zwei Dinge, die ich beanstanden würde. Zum einen der Preis. In Österreich sind die Flaschen mit knapp 4 € doch recht teuer. Für eine „komplette“ Mahlzeit natürlich vergleichsweise okay, trotzdem teuer, wenn man sich die Preise in Deutschland ansieht. Also am besten auf Aktionen warten und sich dann mit einem Vorrat eindecken. Außerdem möchte ich das Design des Deckels kritisieren. Man schüttelt die Getränke vor Verzehr ordentlich. Schraubt man die Flaschen auf, haben manche zusätzlich zum Schraubverschluss eine Schutzfolie, die man abzieht. Bei weitem aber nicht alle. Bei den meisten schraubt man die Flasche auf und kann direkt daraus trinken. Da der Deckel allerdings vorschriftsmäßig an der Flasche bleibt und sich etwas von der eher dickflüssigen Mahlzeit im Deckel sammelt, tropft es mit Sicherheit stets auf die Kleidung. Könnte man nicht überall diese Schutzfolie verwenden? Warum gibt es überhaupt zwei verschiedene Sorten der Flaschen? Aber abgesehen davon ist YFood für den Moment ein Dauergast in meinem Kühlschrank und dient mir als Mittagessen.

Bingbong

In der Arbeit verwenden wir Windows. Wie sollte es auch anders sein? Das ist auch mein einziger Kontakt mit dem Betriebssystem. Zu Hause verwende ich macOS. Eine Sache, die ich an Windows besonders zu schätzen weiß, ist das kleine Programm „Bing Wallpaper“. Mit quasi keinem Aufwand kann man diese Funktion aktivieren und bekommt jeden Tag schöne Fotografien als Desktophintergrund. Es werden die unterschiedlichsten Fotografien dargeboten. Seien es Landschaftsaufnahmen, Makroaufnahmen von irgendwas, das am Ende aussieht wie moderne Kunst, Städte oder natürlich Tiere. Diese gefallen mir besonders, da sie eine gewisse Ausstrahlung haben. Seien es Pinguine, ein Seehund, ein Eichhörnchen oder eine Vielzahl an bunten Vögeln.

Thematisch passen sie auch (meistens) zur Jahreszeit. Vergangenen Winter war sogar Salzburg einmal in der Rotation drin. So sieht man nicht nur verschiedenste Orte der Welt, sondern auch Tiere aus allen möglichen Perspektiven. Es sorgt für Abwechslung und man wird jeden Tag aufs Neue überrascht. Eine Art digitaler Abreißkalender.

Schlecht gelaufen

Manchmal ist einfach der Hund drin. Die Motivation ist hoch oder zumindest auf einem angenehmen Level, und man hat sich trotz eines mittelmäßigen Tages dazu entschlossen, eine Runde zu laufen. Es scheint die Sonne, es ist weder zu kalt noch zu warm. Also eigentlich ganz gute Vorzeichen für eine erfolgreiche Trainingseinheit. Doch dann will sich der Rhythmus nicht einstellen. Das regelmäßige Ein- und Ausatmen fällt schwer, es kostet Mühe und ist anstrengender, als es sein sollte. Es dauert immer ein paar Minuten, bis ich mich aufgewärmt, quasi eingelaufen habe. Aber dieses Mal will es nicht funktionieren.

Wenn die Atmung nicht so will wie ich, fällt alles andere ebenfalls schwerer und wirkt anstrengender. Meine Apple Watch sagt mir zwar, dass der Puls mehr oder weniger passt, es fühlt sich aber nicht so an. Viele Faktoren spielen eine Rolle für einen „erfolgreichen“ Lauf. Wie auch immer man „erfolgreich“ definieren möchte. Hier mag ich die Herangehensweise der Nike-Running-App. Wenn man die „guided runs“ macht, wird jeder kleine Erfolg gefeiert. Jeder Lauf ist super. Immerhin hat man sich die Sportschuhe angezogen und auf „Start“ gedrückt. Das sollte gefeiert werden. Egal, ob es 10 Minuten, eine halbe Stunde oder länger sein sollte, man hat etwas getan. Hat sich aufgerafft. Völlig irrelevant, welche Zahlen am Ende auf der Smartwatch oder dem Fitnessgerät stehen, sollte man die Tätigkeit an sich würdigen.

Schlechte Läufe kommen vor. Die Tagesverfassung spielt ebenso eine Rolle wie das Wetter und andere Einflussfaktoren. Das ist allgemein beim Training so. Manchmal fühlt man sich, als könnte man Bäume ausreißen, und wirft die Hanteln herum, als hätte man nie etwas anderes gemacht. An anderen Tagen fühlt sich selbst die leichteste an wie ein Klotz am Bein. An solchen Tagen kann die routinierte Strecke zu einer Qual werden. Wie so oft hilft es allerdings, diesen Fakt zu akzeptieren. Weiterzumachen, auch wenn es sich vielleicht gerade schwerfälliger anfühlt, als es sein sollte. Es gibt schlechte Läufe, man muss sich davon aber nicht zu sehr runterziehen lassen. Am Ende zahlen sich die Bemühungen aus. Meist ist man froh, sich trotzdem überwunden zu haben und die Runde gelaufen zu sein. Und am Abend auf der Couch kann man stolz auf die eigenen Leistungen zurückblicken. Immerhin hat man auf „Start“ gedrückt.

Seuchenkolumne

Ich habe schon peinlich lange gebraucht, um zu verstehen, dass die Seuchenkolumne von Armin Thurnher täglich erscheint. Doch nicht nur seit dieser lang währenden Erkenntnis lese ich die Kolumne des Falter-Gründers und ehemaligen Chefredakteurs sehr gerne. Es ist zudem eine gute Gelegenheit, regelmäßig die Falter-Webseite zu besuchen. Zwar habe ich mittlerweile die Kolumne auch per Newsletter abonniert, aber ich mag den Look des Webauftritts des Falters. Es sieht nicht so aus wie alle anderen »modernen« Zeitungswebseiten, sondern hat etwas Eigenes. Es wirkt klassisch, aber doch zeitlos. Außerdem: Wozu zahle ich mein Falter-Abo, wenn ich es nur für die digitale Version der Printausgabe verwende? Ich möchte schon das vollumfängliche Angebot nutzen.

Sechsmal pro Woche schreibt Armin Thurnher in seiner ausgezeichneten Kolumne über alle möglichen Themen. Aktuell dreht sich natürlich viel um sein neues Buch »Unsternstunden der Menschheit«, welches ich kürzlich erstanden haben werde, wenn diese Zeilen auf meinem Blog erscheinen – zeitsouveränes Schreiben von Texten macht solche Formulierungen möglich und diese Gelegenheiten nutze ich natürlich. Ich empfinde es als großartig, dass der ehemalige Chefredakteur und Mitgründer des Falters so regelmäßig aus dem Nähkästchen plaudert, wenn ich das so formulieren darf. Es sind immer wieder tolle Einblicke, Perspektiven und/oder Sichtweisen auf Themen, die ich übersehe oder nicht auf dem Schirm habe. Ich mag es, wenn sich jemand Gedanken macht und präzise Analysen formulieren kann.

Das ist auch der Grund, warum ich den Falter so gerne lese. Die Recherchen haben Hand und Fuß, in den Meinungsspalten wird nicht polemisch rausgehauen, was gerade durch die Synapsen schießt, sondern es wird argumentiert und mit Fakten gearbeitet. Es macht eben einen Unterschied, ob ein Journalist und Autor eine (Seuchen-)Kolumne schreibt oder ein dahergelaufener Möchtegern-Blogger, wie ich. Auch deshalb lese ich verschiedene Newsletter und die Meinungsseiten des Falters so gerne: Nicht nur mit jedem Text, den ich selbst schreibe, lerne ich dazu, sondern auch mit jedem Text, den ich lese. Und jeden Tag mache ich mir Gedanken, worüber ich schreiben kann und schreiben möchte. Das wandelt sich natürlich ebenfalls mit der Zeit und ändert sich, so wie ich mich inkrementell verändere. Man entwickelt sich ja hoffentlich weiter als Autor und schreibende Person. Armin Thurnhers Kolumne und seine Texte helfen mir dabei.