Zeit ist doch relativ

Wer schonmal mit Leuten zu tun hatte, wird sicherlich Sätze kennen, die darauf abzielen, dass schon wieder eine Woche, ein Monat oder ein Jahr vergangen ist und man selbst diesen Fluss an Zeit gar nicht richtig mitbekommen hat. Es wird in den Tag hinein gelebt, die Routinen abgearbeitet und die Abende ähnlich verbracht. Am Wochenende erholt man sich von der anstrengenden Woche und dann geht das Ganze auch schon wieder von Vorne los.

Seit ich „Homework for Life“ mache, nehme ich die Tage und die Zeit im allgemeinen anders war. Es fasziniert mich, wie selbst innerhalb kürzester Zeit die eigene Perspektive in eine andere Richtung gelenkt werden kann. Natürlich gibt es immer mal wieder Phasen wo eine Aufgabe mühselig erscheint und sich dadurch die Wahrnehmung der Zeit in die Länge streckt. Oder andere Begebenheiten, die dazu führen, dass man sich wünscht, die Zeit würde doch schneller vergehen. Ungeduld oder Vorfreude auf gewisse Dinge, kann da eine große Rolle spielen. Die Gründe sind mannigfaltig.

Seit ich aber „Homework for Life“ mache, versuche ich allerdings auch diese Phasen zu genießen oder ihnen zumindest mit einem gewissen Maß an Anerkennung oder Würdigung heran zu treten. Natürlich ist das nicht immer einfach und ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, aber dann funktioniert das auch einigermaßen. Wie gesagt, so lange mache ich die Hausaufgabe noch nicht, trotzdem ist eine gewisse Veränderung nicht von der Hand zu weisen. Es ist ein positiverer Ausblick auf das Leben und eine optimistischere Einstellung im Allgemeinen.

Und genau das will ich nicht nur mit „Homework for Life“, sondern auch mit anderen Praktiken, Lektüren und Herangehensweisen vermehrt in meinem Leben unterbringen. Es muss hin und wieder sein, dass man sich Raum und Zeit nimmt, sich selbst aus einer Vogelperspektive zu betrachten. Das größere Ganze zu sehen. Den Tag Revue passieren zu lassen, ein oder mehrere Highlights notiert und es in einem größerem Narrativ einordnet. Vielleicht auch betrachtet was gut und was vielleicht nicht so gut lief. Für mich habe ich festgestellt, dass dies ein wunderbares Tool ist, um die Zeit, die zuvor manchmal wie ein reißender Fluss an einem vorbei zu rauschen drohte, zu verlangsamen und etwas inne zu halten. Mehr Dankbarkeit und Demut würde so manchen Menschen nicht schlecht stehen.