Der erste Schnee

Der erste Schnee ist schon immer etwas besonderes. Man wacht auf, öffnet das Fenster und wird von einer weißen Landschaft begrüßt, die am Vortag noch nicht da war. Dies war letzte Woche der Fall. Aber in den letzten zwei Tagen hat es erst so richtig angefangen zu schneien und nicht nur ein wenig, sodass man noch das grüne Gras durch die weißen Flecken hindurch sieht.

Was ich dann besonders gerne mache, wenn ein paar Zentimeter Schnee liegen und der Weg zum Haus und die Einfahrt von den Schneemassen befreit wurden, ist ein ausgiebiger Spaziergang. Erst dann fühle ich mich im Dezember angekommen und die Adventzeit kann beginnen. Die Bäume werden nach unten gebogen gebogen, man kämpft sich in abgelegeneren Gebieten durch kniehohen Schnee und denkt, dass Ende des Weges nichtmehr erreichen zu können, weil einfach alles um einen herum in Weiß- und Grautönen untergeht. Es ist fantastisch. In den Wälder knackst es, unsicher ob man nicht doch gleich von einem Baum erschlagen wird und zufällig rieseln bzw. fallen hier und da Schneemengen von den hohen Wipfeln der Bäume.

Auch der Besuch im örtlichen Weihnachtsmarkt war letztens kitschiger, als man es sich vorstellen könnte. Weihnachtsbeleuchtung, frischer Schnee, Glühwein – alles da was man braucht. Außer zu Weihnachten, wenn solch kitschigen Bilder praktisch wären und auch mal wieder schön, dann hat es wahrscheinlich 10 bis 15 Grad und man könnte sich theoretisch mit dem T-Shirt einen Sommerspritzer genehmigen, statt im dicken Wintermantel gehüllt einen guten Glühwein. Aber ich lasse mich ja gerne überraschen und der Dezember ist noch jung. Erst einmal will die wunderbare Winterlandschaft willkommen geheißen und in vollen Zügen genossen werden.