Hobonichi Techo Weeks

Vor ein paar Wochen habe ich mir überlegt, meine Routine, was die Organisation und den Umgang mit Terminen und Notizen angeht, für das nächste Jahr zu überarbeiten. Ich nutze aktuell die Calenders App am iPhone um dort meine Termine, Aufgaben und diverse Listen (z. B. die wöchentliche Einkaufsliste) sowie Erinnerungen festzuhalten.

Alle paar Jahre reizt es mich aber dann doch eventuell auf ein analoges System zurückzugreifen, so wie ich es mit meinem täglichen oder 5-Jahres-Journal mache. Es hat etwas meditatives an sich Gedanken mit Tinte auf Papier festzuhalten. Um mich etwas darüber zu informieren, welche Planer es so am Markt gibt, habe ich mich in die YouTube Szene rund um Notebooks und dergleichen gestürzt. Dabei kam mir immer wieder die verschiedenen Planer von Hobonichi unter, die sich ein ausgeklügeltes System erarbeitet haben, wie man sich einem Jahr voller Dinge, die erledigt werden wollen, nähern kann.

Ich habe mich dann dazu entschlossen einen Hobonichi Weeks zu bestellen, da mir der Cousin etwas zu viel schien. Zu sehr ins Detail will ich dann doch nicht gehen, was das planen und organisieren meiner Tage und Wochen angeht. Aber der Weeks erschien mir ein guter Kompromiss aus Größe und Übersichtlichkeit. Er beginnt bereits Ende November, was sich als interessante Testphase herausstellte. Neben den Wochenübersichten gibt es auch noch nette Monatsübersichten und eine Doppelseite für eine kompakte Jahresübersicht.

In den letzten Tagen habe ich dann jedoch schnell herausgefunden, dass die analoge Organisation zu aufwendig ist. Vor Jahren habe ich die Bullet Journal Methode lange und ausgiebig genutzt. Es ist eine gute Methode, aber rückblickend habe ich viel zu viel Zeit in die Gestaltung und Organisation gesteckt, als es notwendig hätte sein müssen. Das gleiche erlebte ich nun mit dem Weeks in den letzten zwei Wochen, es ist mir zu aufwendig. Ich will eine schnelle, umkomplizierte Methode, die auch on-the-go komfortabel funktioniert, auf die ich mich verlassen kann und wo ich nichts zusätzlich mit mir herumschleppen muss. Auch die etlichen Notizseiten weiter hinten im Hobonichi Weeks hatten eigentlich keinen wirklichen Zweck für mich. Es scheint mir dann doch ein künstliches Herausfinden an möglichen Nutzen zu sein, anstatt mit einem tatsächlichen Problem oder einem Gefühl des Mangels an den Weeks heran zu treten. 

So fand ich mich in den letzten zwei Wochen immer lustloser zum Weeks zu greifen, da ich sowieso alles ordentlich in meiner Calenders App organisiert habe. Auch wiederkehrende Aufgaben oder Dinge, die man jedes Jahr zu einer gewissen Zeit machen möchte oder muss, lassen sich hier besonders gut festhalten. Für detailliertere Notizen reicht mir aktuell auch die Notes App von Apple aus – hier schreibe ich sogar die ersten Entwürfe meiner Blog Einträge, bevor ich sie nach WordPress kopiere und Korrektur lese.

Manchmal braucht es ein Abtauchen in neue Gefilde und ein Testen neuer Systeme, um zu lernen, dass das System, welches man für sich entdeckt und über die Jahre verfeinert bzw. erarbeitet hat, so richtig wertschätzen kann. Was ich nun mit meinem angefangenen Hobonichi Weeks mache, weiß ich zwar noch nicht, aber erstmal verschwindet er in der Schublade. Verschwendet oder umsonst war die Erfahrung aber nicht. Immerhin habe ich wieder etwas über mich gelernt und wenn ich das nächste Mal den Impuls habe auf ein komplett analoges System umzusteigen, bleibt mir der Weeks als Erinnerung erhalten.