Wenn man sich mit Comics beschäftigt, ist es meist ein Fass ohne Boden. Das meine gar nicht in einem negativen Sinn, die Möglichkeiten sind einfach grenzenlos.
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass, wenn man jemandem dieses doch eher nischige Hobby offenbart, weiterhin so einige unverständliche Vorurteile damit verbunden sind. Entweder man denkt, es sei nur etwas für Kinder. Comics seien nur in einfacher Sprache geschrieben. Oder es gäbe nur Superhelden-Comics. Die Liste ist schier endlos. Dabei ist es wie Filme, Bücher oder Musik nichts anderes als ein weiteres Medium, um Geschichten zu erzählen. Seien es Biografien, Science-Fiction, Romanzen, Slice of Life Geschichten oder eben, wie das bekannteste Genre: Superhelden. Wobei sich selbst dieser übergeordnete Begriff in Sub-Genres aufteilt, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.
Ich selbst beschäftige mich schon seit Jahren intensiver mit dem Thema und es gab Zeiten, da habe ich nichts anderes gelesen. Es ist ein breites Spektrum, dem man sich hingeben kann, vor allem wenn man sich nicht nur für ein bestimmtes Genre interessiert, sondern von allem etwas mitnehmen möchte. Das Medium Comics gehört für mich zu einer der faszinierendsten und schönsten Methoden, um Geschichten zu erzählen. Ich bin immer wieder überrascht, was sich die Autor*innen und Künstler*innen einfallen lassen. Allerdings kann die Auswahl, wo man beginnt, durchaus überwältigend werden.
Besonders wenn man sich mit Superhelden-Comics auseinandersetzt, kommt man an Reading Orders (also eine empfohlene Reihenfolge, in der man die Comics am besten liest, um das meiste aus der Geschichte als Ganzes herauszuholen) nicht vorbei. Aber auch im Indie-Bereich gibt es mittlerweile komplexe Universen, wo sich solche Lesereihenfolge empfehlen. Sei es das Massive-Universe von Kyle Higgins, Star Wars Legends Comics, Teenage Mutant Ninja Turtles, Power Rangers von Boom! Studios, Hellboy oder viele weitere. So einige Webseiten beschäftigen sich allein damit, den Leser*innen eine Hilfestellung zu geben, wo sie am besten anfangen sollen.
Natürlich kann das ausarten, wenn man beispielsweise versucht, die „wichtigsten“ Spider-Man-Comics chronologisch zu lesen. Ich bin aktuell irgendwo in den 90ern und habe seit Monaten nicht mehr weitergelesen, aber es läuft nebenbei mit und macht weiterhin Spaß. Es hat einfach etwas an sich, die Geschichten in der Reihenfolge zu lesen, in der sie veröffentlicht wurden, oder in der sie von den Erschaffer*innen gemeint waren, erlebt zu werden.
Mittlerweile mache ich das auch bei Büchern bzw. Buchreihen gerne, dass ich mich erst mal etwas einlese und schaue, was Fans empfehlen. Bei manchen ist es recht einfach, so wie bei The Horus Heresy von Warhammer bzw. Games Workshop. Man fängt bei Buch 1 an und liest sich bis zum Ende durch. Man kann also nicht viel falsch machen, außer eben die Veröffentlichungsreihenfolge einzuhalten. So gehe ich auch in Bezug auf Star Wars The High Republic vor. Die Bücher dieser Initiative erscheinen nunmehr seit fast drei Jahren und es gibt so einiges, was man lesen könnte. Es gibt sogar Bücher, die für spezielle Altersgruppen geschrieben sind. Comic-Reihen wurden seither natürlich auch ein paar veröffentlicht. Natürlich will ich nicht alles lesen, aber die wichtigsten und interessantesten sollen schon mitgehen.
Für Phase 1 von The High Republic werde ich mir die folgenden Bücher ansehen1:
- Light of the Jedi – Adult (January 5, 2021)
- A Test of Courage – Middle Grade (January 5, 2021)
- Into the Dark – Young Adult (February 2, 2021)
- The Rising Storm – Adult (June 29, 2021)
- Race to Crashpoint Tower – Middle Grade (June 29, 2021)
- Out of the Shadows – Young Adult (July 27, 2021)
- The Fallen Star – Adult (January 4, 2022)
- Midnight Horizon – Young Adult (February 1, 2022)
- Mission to Disaster – Middle Grade (March 1, 2022)
- Tempest Runner – Adult (March 15, 2022)
Genauso wie die Comic-Reihen:
- The High Republic
- The High Republic Adventures
- The High Republic — Trail of Shadows
Natürlich nicht alles hintereinander oder auf einmal, aber ich benötige einen roten Faden, wenn ich mich einer Welt nähere, an dem ich mich entlang hangeln kann. Reading Orders können in Comics eine wichtige Aufgabe erfüllen, da sie einem die Geschichten und Abenteuer gewisser Charaktere in einer Reihenfolge näher bringen, sodass man als Leser*in das meiste bekommt. Und es ist spannend, die verschiedenen Seiten dazu zu lesen, man bekommt die Fan-Seite mit und die Leidenschaft, die Personen dafür aufbringen. Es ist ansteckend und einfach wunderbar.
- Die Reihenfolge der Bücher habe ich von dieser Website (die Unterteilung in die einzelnen Phasen habe ich mir dann woanders herausgesucht): https://www.tlbranson.com/high-republic-reading-order/ ↩︎