Musikalische Entdeckungsreisen

Am Freitag nach der Arbeit bin ich eine Runde spazieren gegangen. Tags davor hatte ich die Beine trainiert und brauchte dieses Mal etwas leichteres. Das habe ich dann auch gleich dazu genutzt, um mir wieder eine Folge Kratky sucht das Glück anzuhören. Die Folge war mit Nici Schmidhofer. Auch wieder eine hervorragende Unterhaltung und wieder anders als die mit Michi Buchinger. Also eigentlich genau das, was ich erwartet hatte, dass sich Kratky gut auf seine Gesprächspartner einstellen kann und durchaus Fragen stellt, die dort hingehen, wo es eventuell weh tut bzw. die Gäste ehrlich nachdenken müssen, welche Antwort sie darauf geben.

Jedenfalls war ich unterwegs und bevor ich meine Runde beendet hatte, endete die Folge. Ich wollte nicht gleich einen anderen Podcast anhören, sondern das gehörte auf mich wirken lassen. Also habe ich etwas Musik angemacht. Auf YouTube-Musik sah ich, dass Lil Nas X eine neue Single veröffentlichte. Kurzerhand habe ich diese gestartet und war sehr angetan von der ruhigeren Natur des Songs Where do we go now? Es hat perfekt in die Stimmung gepasst und war zu diesem Zeitpunkt, nach dem Podcast, genau das Richtige.

Musik hat manchmal dieses magische Etwas an sich. Es passt in diesen Moment und ist genau das, was wir brauchen. Sie kann so vielfältig sein, so reich an Interpretation und abhängig davon, welche Stimmung gerade herrscht, sodass es einfach funktioniert.

Ich arbeite gerne auch mit der Radio-Funktion. Soweit ich das verstanden habe, nimmt dann der Algorithmus den ausgewählten Song als Basis, und natürlich das, was bisher gehört wurde, um eine Playlist zusammenzustellen. Der erste Song reihte sich recht gut in die Single von Lil Nas X ein. Danach aber folgte ein Metal-Song, nur um wieder durch ruhigeren Indie-Pop abgelöst zu werden. Eine interessante Mischung und keinesfalls schlechte Lieder, aber doch unerwartet.

Da ist mir erst bewusst geworden, dass ich eigentlich selbst nicht so recht weiß was meine bevorzugte Musik-Richtung ist. Denn eigentlich habe ich keine. Typischerweise war jahrelang meine Antwort auf die Frage, was ich denn so höre, irgendwo zwischen Michael Jackson, Lady Gaga und Cher verortet. Doch so regelmäßig höre ich die auch nicht. Dann schon eher den zuvor erwähnten, großartigen, Lil Nas X und seit ein paar Jahren hat sich auch Miracle of Sound dazu gesellt. Letzteres ist ein fantastisches Projekt, inspiriert von Popkultur, Wikinger-Folklore und irischer Musik – sehr abwechslungsreich.

Kein Wunder also, dass sich auch ein Algorithmus schwer damit tut, eine Playlist für mich zusammenzustellen, die auf einem Song basiert. Aber ich bin nicht wählerisch und mache gerne auch Playlisten an, die auf YouTube-Musik in der Entdecken-Kategorie auftauchen. Gerne höre ich auch Alben an, die ich bisher nicht kenne, aber deren Cover interessant aussieht. Es ist einfach spannend, neue Musik auszuprobieren und anzuhören. Meistens finde ich allerdings den einen Song, den ich vor drei Tagen gehört hatte, und richtig gut war, nur in den seltensten Fällen wieder, da ich sie mir nicht gleich speichere. Etwas, das ich zukünftig vielleicht machen sollte.

Was mich dazu inspiriert hat, wieder vermehrt Musik zu hören, sind die Statistiken, die Leute am Beginn eines neuen Jahres teilen. Es gibt Menschen, die zigtausende Stunden im Jahr Musik hören, was ich eine unfassbar große Zahl finde. Allerdings ist diese wahrscheinlich vergleichbar mit meinen Podcast-Zahlen. Leider spucken hierzu die Apps, die ich so verwende, keine Statistiken aus, aber es sind schon einige.

Hauptsächlich höre ich Musik neben dem Schreiben, bei diversen Haushaltstätigkeiten, im Homeoffice oder wann es mir gerade einfällt. Auch das Bemalen der Warhammer-Figuren ist prädestiniert dazu. Ich bin wieder völlig begeistert von der Magie, die Musik haben kann. Es ist etwas Großartiges, Inspirierendes oder aber einfach nur schön anzuhören.