Ein musikalischer Nachtrag

Vor wenigen Wochen habe ich über meinen Musikgeschmack geschrieben (Musikalische Entdeckungsreisen). Besser gesagt, von meinem sehr weit gefassten Musikgeschmack, der mir grotesker Weise trotzdem äußerst eingeschränkt vorkommt. Im Eifer des Gefechts fällt einem ja meist nichts Originelles ein. Seitdem habe ich mich allerdings immer wieder dabei erwischt, über das Thema nachzudenken oder mich etwas mehr damit zu beschäftigen.

Das ist auch etwas, was ich nach fast einhundert Texten, die ich mittlerweile für meinen Blog geschrieben habe, sehr zu schätzen weiß. Es kommt mir eine Idee für ein Thema, über das ich schreiben möchte und ich verfasse dann ein paar (hoffentlich unterhaltsame) Absätze darüber. Manchmal beginne ich auch über etwas zu schreiben, worüber ich mir noch keine ausgeprägte Meinung gebildet habe oder was mir so im Kopf herumschwirrt. Das Schreiben darüber dient dann unter anderem dazu, dieses Chaos zu ordnen und in ein kohärentes Ganzes zusammenzufügen.

Wie es genau bei dem Text über Musik war, weiß ich offen gestanden nicht mehr. Aber was bisweilen passiert, nachdem ich einen Text verfasst und veröffentlicht habe, ist ein tieferes Beschäftigen mit dem Thema. Es wurde unbewusst die Aufmerksamkeit darauf gelegt. Ähnlich, wie wenn jemand sagt, man solle nicht an einen pinken Elefanten denken.

So habe ich in den vergangenen Wochen durch diverse Unterhaltungen mit Menschen diverse Künstler*innen wieder entdeckt. Durch die Newsletter, die ich abonniert habe, entdecke ich mittlerweile auch völlig neue Künstler*innen, die ich allein nie gefunden hätte. Schon interessant, das mitzuverfolgen. Zu den neuen, die mir sehr gefallen, zählt unter anderem Yazmin Lacey, die eine hervorragende Stimme hat und einen einzigartigen Sound in ihren Liedern. Zu den Wiederentdeckten gehören nicht nur Adele oder Falco, sondern auch Tracy Chapman.

Vielleicht nicht immer die Originellsten oder Neuesten, aber durchaus Personen, die ich aus den Augen verloren habe. Ich denke einfach im Moment dann nicht daran, diese Sänger*innen, Gruppen oder was auch immer in YouTube-Music herauszusuchen. Manchmal verlasse ich mich vielleicht auch zu sehr auf die automatisch zusammengestellten Playlisten oder auf diejenigen, die auf einem Song basieren und dann vermeintlich ähnliche Songs abspielen. Ein Algorithmus weiß eben doch nicht alles über die User vor dem Gerät. Und die persönlichen Mix-Playlisten, die es auf diversen Musikstreaming-Plattformen gibt basieren meist nur auf den bisher gehörten Sachen. Da ist es natürlich schwierig, Neues zu entdecken.

Aber meine Experimentierfreude wurde auf jeden Fall vermehrt geweckt. Außerdem ist mein pinker Elefant darauf getrimmt, bei Gesprächen und Texten, die mir begegnen, vermehrt auf musikalische Inspiration zu achten. Und ich nutze wieder vermehrt die Abo-Funktion auf YouTube-Music, um diese entdeckten Künstler*innen im Auge zu behalten.