Ich glaube, es war die Episode 1569 des fantastischen Podcasts WRINT von und mit Holger Klein. Es war eine Ausgabe des mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Realitätsabgleichs, in der Holgi und Toby Baier ihre Realitäten abgleichen. Wer hätte es gedacht? Jedenfalls einer der besten, sogenannten Laberpodcasts – abgesehen von der Sprechkabine, die ich zum Einschlafen höre.
Darin unterhielten sich die beiden unter anderem über Spiele; Brettspiele, um genau zu sein und darum, dass dieses Thema eigentlich kaum in Zeitungen vorkommt. Spiele finden nur selten Platz in der kulturellen Berichterstattung. Dabei ist es egal, um welche Art von Spiele es sich handelt, seien es die zuvor genannten Brettspiele oder aber Videospiele jeglicher Plattform.
Wie sie in der Podcast-Episode richtigerweise angemerkt haben, spielen wahrscheinlich mehr Leute Spiele, als Menschen ins Kino gehen. Die Videospiel-Branche ist ein Milliardenmarkt. Richtig ernst zu nehmen scheint man sie in Redaktionen jedoch nicht so recht. Zwar erscheinen vereinzelt Rezensionen zu Titeln in den Online-Ausgaben von Zeitungen, aber diese konzentrieren sich meist auf die AAA-Spiele, die sich aktuell besonders hervortun und so zu mehr Klicks führen. Eine tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik sucht man aber in den Zeitungen vergebens.
Eine interessante Beobachtung, über die ich mir eigentlich noch keine Gedanken gemacht habe. Dabei spiele ich doch selbst sehr gerne und kann sowohl eine PS5 als auch eine Xbox Series X mein Eigen nennen. Die zuletzt genannte Konsole habe ich mir zwei Jahre, wenn ich mich richtig erinnere, vor der PS5 gekauft, da ich einfach keine Playstation ergatterte und ich zuvor schon mit der Xbox Series X zufrieden war. Das Final Fantasy XVI Bundle der PS5 hat mich aber dann doch zu sehr gereizt, als dass ich den Deal hätte an mir vorbeigehen lassen. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
Ich werde jedenfalls in nächster Zeit etwas vermehrt mein Augenmerk darauf richten, was die Zeitungen und Redaktionen unter »Kultur« verstehen. Ein vollständiges Bild zeichnen sie jedenfalls nicht. Und auch wenn es vielleicht zu viel verlangt wäre, in jeder Ausgabe über Spiele zu berichten, so könnte man zumindest die Wochenendausgaben dafür nutzen. Eine ausführlichere Kolumne, die die letzte Woche der Branche zusammenfasst oder über konkrete Spiele berichtet, wäre schon mal ein Anfang. Nur mal so als Idee.