Jäger und Sammler

Über die letzten Wochen habe ich mal wieder etwas mit der Ernährung experimentiert, weil mich eine Sache schon seit Längerem gestört hat: zu wenig Obst und Gemüse. Vielleicht ist »gestört« das falsche Wort dafür, aber es ist mir wie ein Mangel vorgekommen, den ich etwas mehr erkunden wollte. Man hat manchmal, wenn man in der Lage ist, auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören und gewillt ist, diese wahrzunehmen, einen Sinn dafür, was man braucht. Ein Gefühl, auf das es sich zu hören lohnt. So habe ich mich hierbei auf mein Körpergefühl verlassen und mich mit Obst, Gemüse und Nüssen eingedeckt.

Vielleicht war es zusätzlich eine verspätete Reaktion auf das fantastische ernährungswissenschaftliche Buch von Bas Kast, welches ich Anfang des Jahres gelesen hatte. Die Studien, die der Autor darin zitiert und Vorschläge, die er anbringt, begeistern mich schon lange und ich versuche diese immer wieder in meinen Alltag einzubauen. Manchmal brauchen Veränderungen allerdings gerne etwas länger, bis sie einem in Fleisch und Blut übergehen.

Aber egal, was schlussendlich der Auslöser oder es ein Zusammenschluss aus verschiedenen Gründen war, ich bin wirklich begeistert von dieser natürlichen Ernährung. Mit natürlich meine ich unverarbeitet, naturbelassen und solcherlei Dinge. Besonders in der ersten Tageshälfte setze ich aktuell sehr auf viel unterschiedliches Obst, verschiedenste Nüsse und Joghurt. Auch gewisse beigaben wie Chia- oder Leinsamen, Kürbis- bzw. Sonnenblumenkerne dürfen nicht fehlen. Abends kommt dann meist Gemüse an die Reihe (sei es roh in Salatformen oder verschiedenste Tiefkühlgemüse Varianten). Das gerne mit Fisch (mal paniert, mal nicht paniert, je nach Lust und Laune).

Ich bilde mir ein, bereits eine Veränderung zu spüren – dass es mir mit diesen „natürlichen“ Dingen besser geht. Das heißt aber nicht, dass es nichts Süßes gibt oder ich kein Brot mehr esse oder sonstige Leckereien außen vor lasse. Ich mochte noch die »Diäten«, die mit Verboten arbeiteten und Verzicht predigten. Aber das Bedürfnis nach solchen Sachen ist von selbst auf jeden Fall geringer geworden, Heißhunger weniger und das allgemeine Körpergefühl besser. Es ist immer wieder interessant, was verschiedene Ernährungsweisen und Experimente an Auswirkungen mit sich bringen. Natürlich, wie Bas Kast im Buch schreibt, passt nicht eine Ernährung für jeden Menschen, aber gewisse Eckpfeiler lassen sich durch Studien durchaus untermauern.

In diesem Sinne kann ich nicht nur das Buch wärmstens empfehlen, sondern auch Experimente mit der Ernährung zu wagen. Im schlimmsten Fall hat man etwas Neues über sich selbst gelernt.