Ein Monat voller Regenbögen

Wir befinden uns mitten im Pride-Month. Es ist schön, immer wieder Regenbögen zu sehen. Sei es als wehende Fahne vor offiziellen Gebäuden, beleuchtete Stadien (da kann selbst ich mich für 5 Minuten für Fußball begeistern), als diverse Hintergründe auf Webseiten oder Social Media Profilen, als Armbänder bei Sportveranstaltungen und so weiter. Es ist wichtig, besonders in einer Zeit wie der heutigen, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und die vergangenen Fortschritte zu feiern.

Vergangenes Jahr war ich auf meiner ersten Pride in Köln und es war eine tolle Erfahrung, mit der eigenen Community auf diese Weise zu feiern. Besonders in einer Stadt wie Köln, wo der jährliche CSD zu den größten Demonstrationen seiner Art zählt. Leider schaffe ich es dieses Jahr nicht dorthin, aber man kann die Community auf verschiedenste Weisen unterstützen. Außerdem ist eine Pride-Parade nicht unbedingt etwas für alle. Es ist laut, durchaus anstrengend und es feiern Hunderttausende Menschen auf den Straßen der Stadt. Man sollte es aber durchaus mal erlebt haben. Es gibt allerdings unterschiedlichste Arten, die LGBTQ-Community zu feiern. Unter anderem kann man Projekte unterstützen, die sich mit den Menschen dahinter auseinandersetzen oder faszinierende Geschichten erzählen.

Vor kurzem bin ich beispielsweise auf das Magazin Elska (elskamagazine.com) aufmerksam geworden und habe mittlerweile sogar ein Abo abgeschlossen, weil ich es für ein unterstützenswertes Projekt halte. Bei Elska handelt es sich vorwiegend um ein Foto-Magazin. Jede Ausgabe nimmt sich eine andere Stadt zum Fokus. Die bisher erschienenen Ausgaben haben mittlerweile Städte auf allen Kontinenten abgelichtet. Vor die Linse kommen nicht etwa professionelle Models, sondern Menschen, in diesem Fall hauptsächlich Männer, die in der Stadt leben. Wie es auf der Webseite so schön heißt: »a project dedicated to sharing the bodies and voices of a diverse cross-section of men from LGBTQ communities around the world, presented through honest photography and personal storytelling.« (ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Körper und Stimmen eines vielfältigen Querschnitts von Männern aus LGBTQ-Communitys auf der ganzen Welt durch ehrliche Fotografie und persönliche Erzählungen vorzustellen).

Allein dass es sich um alltägliche Menschen handelt, verbunden mit den persönlichen Texten, macht das Magazin zu etwas Einzigartigem. Sie berichten in mehr oder weniger kurzen Texten über ihr Leben dort, wie die queere Community dort wahrgenommen wird, wie es ihnen geht, was sie sich erträumen und so viel mehr. Man lernt etwas über die jeweilige Kultur und die Einstellung der Menschen. Dazu gibt es zu jeder Ausgabe eine Art Kompendium-Magazin, Elska Ekstra, mit mehr Hintergründen, mehr Fotos und mehr Geschichten. Es ist ein wunderbares Projekt.

Wer mehr auf der fiktionalen Seite unterwegs ist und nach inspirierenden Geschichten sucht, wird schnell auf Seiten wie Tapas (tapas.io) oder WebToon (webtoons.com) fündig. Ich lese dort regelmäßig eine Fülle an unterschiedlichsten Webcomics. Die Bandbreite an Genres, Zeichenstilen, Charaktere und der schieren Kreativität sind atemberaubend. Zu meinen all-time-favorites zählen unter anderem: Valentine, to the stars and back, R.U. Screwed und natürlich Heartstopper. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt so viel mehr zu entdecken. Geschichten, in denen man sich wahrlich verlieren kann.

Egal, wie man den eigenen Pride-Month gestaltet und feiern möchte, es gibt unzählige Möglichkeiten, die LGBTQ-Community zu unterstützen und aufmerksam zu machen.

Foto von Raphael Renter | @raphi_rawr auf Unsplash