Ich gehe gerne Spazieren. Gerne auch mal ein paar Stunden. Es ist eine wunderbare Art zu entspannen, rauszukommen und Podcasts zu hören. Was mir dabei immer wieder auffällt: kaum jemand scheint in der Lage zu sein, richtig mit Hunden umzugehen. Es ist schon erstaunlich, dass sich Menschen bemüßigt fühlen, ein Tier in ihr Leben zu holen und sich dann allerdings nicht damit beschäftigen. Katzen sind etwas anderes, die brauchen kein Training und man dient ihnen eher. Aber das ist auch in Ordnung so.
Hunde auf der anderen Seite müssen anders behandelt werden. Zum einen muss man eine ordentliche Hierarchie aufbauen. Immerhin ist man für sie der Rudelführer, der Chef und hat zu sagen, wo es lang geht. Doch meistens ist es eher umgekehrt. Hier wird ein Hund mit einem Halsband gewürgt, weil kräftig daran gezogen wird, kaum dass er oder sie einen falschen Schritt macht, dort zieht die Hündin den Menschen spazieren. Es ist einfach absurd.
Wenn man sich einen Hund zulegt, muss man sich entsprechend damit beschäftigen. Sie brauchen Training, jemanden, der ihnen vorgibt, was gemacht wird. Immerhin sind es intelligente Tiere, die Abwechslung benötigen und Herausforderungen. Doch viele scheinen die Aussage »der beste Freund des Menschen« zu wörtlich zu nehmen. Sie sind keine Menschen und sie zu sehr zu vermenschlichen hilft niemandem. Es schadet eher.
Ich denke, wenn man einen Test oder Führerschein einführen würde, um Hunde halten zu dürfen, müssten mindestens die Hälfte ihren Hund wieder abgeben. Zwar benötigt man in Österreich einen Hundeführerschein, aber nur wenn es sich dediziert um Kampfhunde handelt. Doch jeder Hund kann gefährlich werden. Alles über einen Beagle müsste meiner Meinung nach mit einem entsprechenden Führerschein kombiniert werden. Alleine schon deshalb, damit sich die Menschen etwas mehr damit auseinandersetzen, welche Aufgabe und vor allem Verantwortung sie sich damit aufhalsen.
Es ist eben nicht damit getan, den Hund einfach nur süß zu finden und zu hoffen, dass er sich richtig verhält. Es steckt sehr viel mehr dahinter. Allen wäre geholfen, wenn sich Menschen etwas mehr Gedanken darüber machen würden, was ein Hund benötigt. Wie man mit ihnen umgeht und ob man überhaupt die Zeit und das Geld investieren will, die mit einer richtigen Erziehung einhergehen.