Endlose Möglichkeiten, sich zu verlaufen

Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Shadow of the Erdtree lediglich eine Erweiterung von Elden Ring ist. Man kennt natürlich DLCs von anderen Spielen, manchmal sind sie nur eine Stunde lange, vielleicht im Extremfall 10 Stunden. Shadow of the Erdtree schreibt allerdings die Definition eines DLC völlig neu. Die Dimensionen, die diese einfache Erweiterung annimmt, versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Am meisten ist es allerdings die unfassbar vertikale Leveldesign. Episch, trifft es wohl am besten.

Die Höhen, die man darin erklimmt und die Tiefen, in die man hinabsteigt, übertreffen alles, was ich bisher von einem Rollenspiel kenne. Die Geschichten, die sich dahinter verbergen, die Mythologie der Orte und die Charaktere, denen man begegnet – alles ist neu. Kaum etwas ist vom Hauptspiel kopiert, bis auf ein paar Gegner natürlich, aber auch hier begegnet man hauptsächlich neuen Typen. Das alles zu entdecken bereitet so unfassbar viel Freude. Ich hätte mir nicht gedacht, dass mich Shadow of the Erdtree dermaßen begeistert.

Mittlerweile schaue parallel YouTubern wie Jokerface oder Bushy zu, wie sie ihre Reise gestaltet. Welche Rüstungen, Waffen und Strategien sie anwenden. Es gibt so viel zu entdecken und auszuprobieren, da brauche ich einfach etwas Unterstützung. Jeder Spielerin hat ein anderes Vorgehen, bevorzugt unterschiedliche Kampfstile, da darf man sich gerne etwas inspirieren lassen. Bei Jokerface und Bushy fasziniert mich besonders deren Denkweise. Jokerface nimmt alles mit, liest sich die meisten Texte der Gegenstände durch, redet mit allen Charakteren und will die Lore, die Geschichte, ebenso erleben wie die Kämpfe. Bushy interessiert sich überhaupt nicht für die Geschichte, sondern nur für die Welt und Gegner an sich.

Alleine bei den beiden sind schon zwei extreme abgebildet, eines viel breiteren Spektrums. Dass Elden Ring und das DLC so erfolgreich sind, hat natürlich einen Nachteil: viele beschweren sich über den Schwierigkeitsgrad. Genauer gesagt darüber, dass man diesen nicht einstellen kann. Man ist der Vision von Miyazaki ausgeliefert. Aber es ist eben ein Souls-like Spiel vom Schöpfer des Genres. Was erwartet man sich anderes? Elden Ring ist auch mein erstes Souls-like Spiel und ja, ich hatte und habe meine frustrierenden Momente, doch ich verlange nicht, dass FromSoftware den Kern und die Essenz ihres Spiels ändert. Ich muss mich dem Spiel anpassen, die Geduld und die Strategien entwickeln, um in der Welt zu bestehen. Alleine das ist schon reizvoll und mit so einigen lohnenswerten Momenten versehen.