Seit über einem Jahr bin ich mittlerweile begeisterter Anwender der App Weather Radar. Ich mag es vor allem live ansehen zu können, was gerade los ist und in den nächsten 30 Minuten los sein wird. Oder wie sich der Tag wettertechnisch verändert. Hauptsächlich natürlich, wenn es sich um einen regenreichen Tag handeln soll oder ein Gewitter bevorsteht. Wetter ist etwas Faszinierendes und kann sich rasant ändern.
Das habe ich am Mittwoch am eigenen Leib erlebt. Es sollte an besagtem Nachmittag gewittern. Laut der App und den Live-Prognosen verlegte sich allerdings der Zeitpunkt des Gewitters immer weiter nach vorne, bis es halb vier geworden ist, statt 17 oder 18 Uhr abends. Deshalb habe ich beschlossen, etwas früher von der Arbeit nach Hause zu fahren. Das liegt auch daran, dass ich seit längerem mit dem Zug in die Arbeit fahre.
Um kurz vor 15 Uhr steige ich also in den Zug ein und es wird immer dunkler um mich herum. Im Zug sitzend, die Strecke nach Hause dauert gerade einmal 6 bis 7 Minuten, fängt es langsam an zu regnen. Ich habe immer einen Schirm im Rucksack, groß genug ist dieser ja. Und ich habe den kleinen Schirm von Blunt, der hält was aus, denke also, ich bin gut vorbereitet. Doch an meiner Station angelangt, regnet es schon mehr. Erst schnell gehend verfalle ich schnell in einen leichten Lauf – immerhin war auch Hagel angesagt.
Unvorbereitet, aus dem Stand zu laufen, mit Schirm in der Hand und einem schweren Rucksack auf dem Rücken, war überraschend anstrengend. In den wenigen Minuten, die ich nach Hause brauche, hat es immer mehr angefangen zu regnen, bis es regelrecht geschüttet hat und Sturmböen aufkamen. Kleiner Körner sind vielleicht zu dem Zeitpunkt ebenfalls schon runtergefallen. Normalerweise sollte mein Blunt-Schirm etwas aushalten, doch selbst der hat sich bei den Sturmböen einmal umgedreht. Schließlich kam ich schwer atmend zu Hause an. In der Haustür stehend, unter dem schützenden Vordach, beobachtete ich das weitere Geschehen. Es hat nicht mehr lange gedauert und 1 bis 1,5 cm große Hagelkörner fielen vom Himmel. Die Sturmböen waren auch nicht von schlechten Eltern.
Gerade nochmal gut gegangen. So wurde auch gleich die neue PV-Anlage, die seit zwei Tagen am Dach war, eingeweiht und auf die Probe gestellt. Interessant war es festzustellen, dass mit den PV-Paneelen und der darunter befindlichen Metallkonstruktion die Geräuschkulisse bei Regen nun eine andere ist, in meiner Dachgeschosswohnung. So einen spannenden Weg nach Hause hatte ich jedenfalls schon lange nicht mehr.