Diese Woche gab es so einige Sommergewitter, die es in sich hatten. Zum Glück sind wir bisher einigermaßen verschont geblieben von den zentralen Gewitterpunkten und haben meist die Ausläufer mitbekommen. Einer der heftigsten war am späten Dienstagabend. Wie es aussah, fanden die meisten Blitze in den Wolken statt und es wollte gar nicht mehr aufhören. Mehrmals pro Sekunde erhellten sich die Wolken, nur der Donner blieb lange Zeit aus.
Schließlich aber zog die Gewitterfront doch an uns vorbei und das Haus bebte regelrecht von den heftigen Blitzen. Es war geradezu gruselig, diese Szenerie zu beobachten. Dennoch wohnt so einem Gewitter stets eine morbide Faszination bei. Der Kraft der Natur ausgeliefert zu sein. Was auch immer passieren mag, passiert eben und man kann nichts dagegen tun. Wie bei der Sommerhitze und dem schwülen Wetter. Entweder man jammert und ergibt sich den Umständen oder man akzeptiert es und versucht sich so gut es geht daran zu gewöhnen.
In den vergangenen Jahren gab es schon immer Sommergewitter und sie gehören dazu. Doch ob sie so heftig und regelmäßig waren, wie es diesen Sommer der Fall ist, weiß ich nicht. Es scheint extremer zu werden. Wie auch die Stürme. Deshalb ist es mir immer noch ein Rätsel, wie wir ob dieser wahnsinnigen Naturgewalten immer noch darüber debattieren, ob Klimaschutz notwendig ist und ob wir nicht schon genug machen. Sehenden Auges rennen wir wie die Lemminge auf eine Klippe zu. Nur kommt diese Klippe nicht plötzlich und unerwartet.
Nein, sie kündigt sich an. Über Jahrzehnte hinweg bereits kündigt sie sich an. Und wir stehen begeistert daneben und beobachten die faszinierenden Blitze und Donner eines erstaunlich intensiven Sommergewitters. Bis wir irgendwann nicht mehr nur daneben stehen, sondern selbst betroffen sind, von den Naturgewalten, die auf uns einprasseln.