Warriors ist die nächste Geschichte von Ultimate Spider-Man, die wir uns ansehen. Mein ursprünglicher Text dazu erschien am 09. Dezember 2016 auf meinem damaligen Blog Geek-Planet, den es heute nicht mehr gibt. Auf meiner neuen Webseite sollen diese Texte allerdings ebenfalls ihren angestammten Platz finden.
Eine durchaus beeindruckende Szene in dieser Geschichte ist das Aufeinandertreffen zwischen Spider-Man und dem King Pin. Kein Kampf, kein Handgemenge oder sonst etwas in der Art. Einfach nur ein fantastisch geschriebener, spannungsgeladener Dialog zwischen Held und Bösewicht. Ich mag sowas.
Es kommt in solchen Geschichten vielleicht zu selten vor. Klar sind die Kämpfe, egal ob in Filmen, Serien oder Comics, wenn sie gut inszeniert und geschrieben sind, toll anzusehen und gehören dazu. Jedoch ist es oft spannender, die Charaktere auf einer intellektuellen Ebene zu konfrontieren. Was sind ihre jeweiligen Ansichten und Philosophien? Wie sehen sie die Welt? Was ist ihre Geschichte und wie stehen sie zueinander wirklich? Denn dadurch können die dann folgenden Kämpfe erst so richtig ihre volle Wucht entfalten. Dann wissen wir, was wirklich auf dem Spiel steht.
In der nächsten Storyline von Ultimate Spider-Man kommt es zu einer Art Klassentreffen. Nicht nur diversen Superhelden nehmen daran teil, sondern ebenso Anti-Helden und andere Gäste, die wir bisher in dieser Reihe kennengelernt haben. Unfreiwilliger Gastgeber ist Hammerhead, dem seine aktuellste Tat über den Kopf zu wachsen scheint.
- Ausgaben: #79 bis #85
- Erscheinungsdatum: August 2005 bis Januar 2006
- Autor: Brian Michael Bendis
- Zeichner: Mark Bagley
- Inker: Art Thibert
- Colorer: Transparency Digital
- Letterer: Chris Eliopoulus
“Did you set a perimeter?!! Did you call in for emergency services? No! No?? There’s a live crime scene in there and you’re busy cuffing the only damn person who’s doing the damn job you’re supposed to!! Go be cops before someone else gets hurt!!!“ – Police Captain de Wolfe
Da der Kingpin gerade nicht besonders aktiv sein kann, da er unter Beobachtung steht, nutzt Hammerhead die Gelegenheit, sich einige von dessen Territorien zu eigen zu machen. So etwa ein Lagerhaus am Hafen. Doch Spider-Man kommt ihm dazwischen. Allerdings explodiert das Ganze schließlich doch und der junge Held muss sich mit einem neuen Anti-Helden auseinandersetzen, der in der Ultimate Reihe sein Debut feiert: Moon Knight. Die beiden halten einen ziemlich beeindruckenden Kampf ab, bevor Peter realisiert, dass er einfach abhauten könnte.
Während der Kingpin Elektra engagiert und Peter ein paar Tage später durch die Stadt schwingt, kommt Peter auf die glorreiche Idee, wieso er nicht einfach bei dem Verbrecherboss vorbeischauen sollte. Entgegen aller Erwartungen entfacht sich aber kein harter Kampf, sondern sie setzen sich an einen Tisch und unterhalten sich. Die seltsame Szene wird nur mehr dadurch getoppt, dass ihm Wilson Fisk ein Stück Pizza anbietet und er sie akzeptiert. Es ist ein Gespräch über Ziele im Leben und was sie nicht alles gemeinsam haben. Eigentlich ziemlich cool und Bendis Verständnis für Dialoge kommt wieder perfekt zur Geltung. Das Aufeinandertreffen endet schließlich damit, dass Spider-Man von Fisk die Adresse von Hammerhead bekommt, damit er diesen ausschalten kann.
Rat suchend flieht er zur Polizeichefin de Wolfe, die wir auch schon aus ein oder zwei vorherigen Geschichten kennen. Es ist fantastisch, wie sich immer wieder die konstant fortgesetzte Geschichte bezahlt macht, da Referenzen auf Ereignisse und Personen aus der Vergangenheit aufgegriffen werden können. Die beiden haben schon ein gewisses Vertrauen zueinander aufgebaut und an mehr als nur einer Stelle zeigt de Wolfe, dass sie an die guten Dinge glaubt, die Spider-Man macht. Dies kommt besonders dann gut zur Geltung, wenn sie wieder einmal ihre Männer zusammenstaucht, weil sie einfach so ohne irgendwelche guten Gründe auf Spider-Man schießen. Manchmal werden die Polizisten in diesen Geschichten schon absurd dämlich dargestellt.
Parallel zu diesen Ereignissen kehrt Danny Rand nach New York zurück. Bei ihm handelt es sich um Iron Fist. Er besucht seinen Kumpel Shang-Chi. Scheinbar haben sie lange Zeit zusammen trainiert und gekämpft. Doch sie werden von Hammerhead überrumpelt, was zu einer kleinen Straßenschlacht ausartet. Hammerhead versteht es wirklich, sich viele Feinde zu machen. Als Abrundung des Ganzen kommt dann noch Black Cat in die Geschichte mit rein, die Hammerhead eigentlich helfen möchte, da er Fisk ausschalten will. Und da Fisk Felicias Vater getötet hat, spielt ihr das nur allzu gut in die Hände.
Durch viele verschiedene Nebenhandlungen und kleine Meinungsverschiedenheiten kommt es dazu, dass sich alle in Hammerheads Wohnung einfinden. Moon Knight, Elektra, Spider-Man, Black Cat, Danny Rand, Shang-Chi und ein paar Handlanger von Heammerhead machen bei der Party mit. Es ist ziemlich unterhaltsam, dem Metallkopf dabei zuzusehen, wie er, bevor die Schlägerei losgeht, versucht, diverse Charaktere auf seine Seite zu ziehen. Da erkennt man auch, wo die Loyalitäten liegen. Wenn überhaupt welche vorhanden sind, denn manchmal bedarf es nur einer Menge Geld.
Die Kunstfertigkeit von Mark Bagley auf diesen Seiten zu beobachten, ist fantastisch. Ich weiß nicht wie er es schafft, dass man als Leser*in stets den Überblick über das Geschehen behält. Alles greift flüssig ineinander über, die Bewegungen wirken dynamisch und mit keinem Mal wird es langweilig oder wirkt überborden. Es ist ein spektakulärer Kampf zwischen unterschiedlichsten Helden, Anti-Helden und Bösewichten. Der Kampf endet damit, dass Spider-Man alle mit seinem Netz irgendwo festhält.
Zu guter Letzt kommt auch noch de Wolfe zur Party dazu und nimmt diejenigen Fest, denen die Flucht nicht gelungen ist. Warriors ist eine unterhaltsame Geschichte, bei der Bendis Talent, viele kleine Schauplätze auf einmal zu bedienen und dann wie selbstverständlich zusammenzuführen, hervorragend zur Geltung kommt.