Die Krautreporter haben letztens einen Artikel veröffentlicht, der sich mit den Auswirkungen von Hitze beschäftigt. Dabei ging es sowohl um die physischen Auswirkungen, als auch darum, wie sich das alles auf unsere Psyche niederschlägt. Manche stecken das besser weg, andere vielleicht nicht so gut. Wie so vieles ist es individuell zu betrachten.
Aus den Beobachtungen der vergangenen Wochen habe ich mich in den Schilderungen durchaus wiedererkannt. Vor allem die Temperaturschwankungen, die es aktuell jeden Tag gibt, empfinde ich als mühsam. In der Früh hat es 12 bis 15 Grad, am Nachmittag 30. Dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das setzt zu. Macht alles anstrengender. Der Körper ist gestresster.
Aber jede*r hat eigene Methoden, mit Belastungen umzugehen. Was ich mir immer wieder vornehme und versuche zu machen, ist, von meinen Gewohnheiten abzuweichen. Die Versuchung, es sich einfach nur auf der Couch gemütlich zu machen und YouTube zu schauen oder ein Spiel anzuwerfen, ist sicherlich groß. Doch funktioniert das wirklich? Diese Dauerbeschallung von mehr oder weniger sinnvollen Inhalten? Oder hilft es am Ende gar nicht und man fühlt sich nur noch zermürbter.
Deshalb habe ich angefangen, wieder öfter am Abend zu lesen, statt etwas anzusehen. Bücher holen mich auf vielen Ebenen ab. Sie regen die Fantasie an. Immerhin muss ich mir die Welt, die sie beschreiben, vorstellen. Im besten Fall lösen sie eine Vielzahl an Gefühlen aus, bewegen mich. Sind es Fantasy oder Sci-Fi-Romane, entführen sie in eine Welt, die anders ist als unsere. Aber vor allem ist es die Konzentration auf die eine Sache, die den Geist beruhigt. Ein oder zwei Stunden zu lesen fühlen sich anders an, als die gleiche Zeit auf YouTube zu verbringen oder Serien zu schauen.
Mag trivial klingen, aber manchmal muss man sich die trivialen Dinge wieder ins Gedächtnis rufen. Vor allem, wenn man psychisch angeschlagen ist oder gerade keine gute Phase hat, sind die trivialen Dinge oft am einfachsten zu übersehen. Dann ist es wichtig, von den gewohnten Pfaden, von den alten Gewohnheiten, die sich genau dann wieder einzuschleichen versuchen, abzuweichen.