Es gibt Spiele, die einem für immer im Gedächtnis bleiben. Sei es ob der Entscheidungen, die man treffen muss, der faszinierenden Welt, in der man sich bewegt, oder der interessanten, mitreißenden Geschichte, die erzählt wird. Die Gründe sind mannigfaltig, wie die Genres, in denen sich das alles abspielen kann. Doch Spiele erneut zum ersten Mal zu erleben ist leider etwas schwierig. Wir haben kein Blitzdings, wie in Men in Black. Ein paar Einstellungen, ein Knopfdruck und die Erinnerung ist weg. Schon kann man von Neuem beginnen.
Doch vielleicht gibt es Alternativen. Ein YouTuber (Daryl Talks Games), den ich schon seit ein paar Jahren verfolge, hat zu diesem Thema vor Kurzem ein Video gemacht – Link ist unten. Auch er kommt zu keinem guten, machbaren Ergebnis.
Was helfen würde, ist Folgendes: Das Spiel so schnell wie möglich durchspielen; dann beiseitelegen. Für mindestens ein Jahr das Spiel nicht anfassen, keine Videos dazu ansehen, gar nichts. Im Idealfall aber etwas länger. Wenn man dann das Spiel nochmal einlegt, hat man die Chance, das meiste oder zumindest die Details vergessen zu haben und das erste Spielgefühl noch einmal nachspüren zu können. Aber ist es dann wirklich so großartig, wenn man durch hetzt und sich dann nie wieder damit beschäftigen darf?
Sein Tipp am Ende, den ich sehr schön finde, ist, dass man das alles nicht machen sollte. Die Spiele genießen, sich damit auseinandersetzen und eine schöne Zeit damit verbringen. Genau dann werden sie ja zu den großen Titeln in unserem Leben, die uns lange Zeit begleiten. Weil wir uns damit beschäftigen. Mit den verschiedenen Aspekten eines Spiels. Sei es die Entstehungsgeschichte, die Lore im Spiel, die verschiedenen Mechaniken, die Mythologie, die darin aufgebaut wird, Stärken und Schwächen von Gegnern. Es gibt so viele Facetten, die einen beschäftigen können.
Ich muss mal wieder Elden Ring als Beispiel nehmen. Aus meiner Vergangenheit gäbe es sicher noch andere, wie Assassins Creed II, oder die alten Mario-Titel auf dem SNES von Nintendo. Aber Elden Ring ist aktueller und daher vielleicht nachvollziehbarer.
Ich habe das Spiel auf verschiedenen Ebenen erlebt. Das erste Mal war das Let’s Play von TheRadBrad, als das Spiel herauskam. Dann habe ich es eineinhalb Jahre später selbst gespielt und mich intensiv damit beschäftigt. Anschließend erschien das DLC, welches ich ohne Vorwissen und sonstiges komplett neu und selbst erlebt habe. Für das DLC habe ich mir außerdem das Blind Playthrough von Jokerface angesehen. Schlussendlich habe ich mir noch sein Blind Playthrough vom ursprünglichen Elden Ring angesehen.
Let’s Plays anzusehen ist für mich, als würde man das Spiel noch einmal neu erleben. Ich mag die Reaktionen der Spielenden. Besonders wenn man diese schon länger verfolgt und weiß, dass diese Reaktionen authentisch sind. Es ist nichts aufgesetzt oder übertrieben, sondern sie interessieren sich für das Spiel, das Genre und wollen, dass auch ihre Zuschauer ein entsprechendes Erlebnis haben.
Ich mag zum Beispiel die Herangehensweise von TheRadBrad. Er spielt unter anderem Spiele, weil er sie Menschen zur Verfügung stellen will, die es sich nicht leisten können. Oder die selbst gewisse Spiele nicht spielen wollen oder die Horror-Spiele nicht allein spielen können. Zu letzterem würde ich mich zählen. Das finde ich eine großartige Einstellung.
Wenn man ein oder zwei Streamer für sich gefunden hat, deren Art zu spielen und deren Präsentation einem zusagen, ist schon viel gewonnen. Dann kann man sowohl ein Spiel selbst spielen als auch deren Reaktionen genießen. Für Elden Ring hat das für mich einwandfrei funktioniert. Aber es gibt ja genug andere Spiele und Herausforderungen, die gemeistert werden wollen. Von daher ist es vielleicht gar nicht nötig, diesem melancholischen Gefühl der initialen Erfahrung hinterherzujagen. Vielleicht ist es besser, in die Zukunft zu schauen und sich dem nächsten Abenteuer zu widmen. Man weiß ja nie, welchen Schatz man findet.