Pizza, Brötchen und Kuchen

Ich weiß gar nicht mehr, welchen Kuchen ich vergangenes Jahr zu meinem Geburtstag gebacken habe. Ein Vorteil eines täglichen Blogs, wenn ich dieses nächstes Jahr genauso konsequent weiterführe, ist, dass ich dann einfach nachsehen kann. Die eigene Vergangenheit wird zu einem gewissen Grad durchsuchbar. Man kann Dinge Revue passieren lassen und Veränderungen feststellen.

Das merke ich besonders an dem Fünf-Jahres-Journal, das ich nun das vierte Jahr führe. Darin schreibt man jeden Tag ein paar Worte rein. Wie es einem geht, was man gemacht hat, einfach wozu man Lust hat, dass es notiert ist. Die jährlichen Einträge stehen immer direkt übereinander. So lässt sich leicht nachlesen, was man vor einem oder vor drei Jahren an diesem Tag gemacht hat. Eine schöne Idee, wie ich finde. Zwar lese ich natürlich nicht immer, was in den Jahren davor passiert ist, aber gelegentlich zu schmökern bringt Interessantes hervor.

Jedenfalls habe ich mich für dieses Jahr entschieden, einen Obstkuchen zu machen – Fotos gibt es weiter unten. Zunächst wollte ich ihn klassisch zubereiten. Sprich, in einer entsprechenden Form, die am Rand etwas höher und schön rund ist. Doch das schien mir etwas arg wenig, deshalb wurde es dann doch ein ganzes Blech. Als Teig dient eine leichte Sandmasse. Das Rezept ist aus einem Kochbuch der Eltern, das zwei Jahre älter ist als ich – also 37 Jahre. Darauf dann etwas selbstgemachte Pfirsichmarmelade als Puffer, zwischen Teig und Obst. Auf das unterschiedliche Obst kam schließlich noch ein Pudding-Belag.

Aber natürlich ist ein einfacher Kuchen zu wenig, da muss schon noch etwas Spezielles her. Oder zumindest etwas, bei dem man in melancholischen Erinnerungen schwelgen kann. Aus meiner Kindheit und den vielen Geburtstagen (nicht nur den eigenen), die man gemeinsam mit Familie und Freunden gefeiert hat, sticht ein Essen immer wieder hervor. Es ist etwas Einfaches; simpel zuzubereiten und schnell gemacht; skalierbar und so für eine große Varianz an Gästen verfügbar. Nicht unbedingt vegetarisch, aber man kennt ja die Leute, die an diesem Tag vorbeikommen – meistens zumindest. Die Rede ist natürlich von klassischen Pizzabrötchen.

Auf der Suche nach einem Rezept ist mir erst bewusst geworden, wie viele verschiedene Varianten es davon eigentlich gibt. Ich mag am liebsten die Variante mit Schinken, Zwiebeln, Eiern, Sauerrahm, Creme-Frech und etwas Kräutern. Nach Belieben noch etwas verfeinern oder auch mit Champignons erweitern. Auf Toastbrot geschmiert und rein in den Ofen. Perfekt als Snack bzw. kleines Mittagessen, bevor man sich über den Kuchen hermacht. So lässt sich ein Geburtstag schön feiern.