Kategorische Ablehnung

Ich finde es immer etwas befremdlich, wenn Menschen etwas kategorisch ablehnen. Meistens erlebe ich es selbst, wenn Menschen so etwas sagen, wie »Apple kommt mir nicht ins Haus«, oder »Ich abonniere doch nicht Apple TV+«. Gleichzeitig nutzen diese Menschen allerdings schön brav ein Smartphone mit Android und stellen so Google, die eigenen Daten sehr bereitwillig zur Verfügung. Oder kaufen bei Amazon ein, statt zu versuchen, die Dinge irgendwo lokal zu bekommen oder zumindest bei nationalen Händlern zu schauen. Oder aber sie nutzen mehrere andere Streaming-Dienste gleichzeitig und schieben diesen ihr hart verdientes Geld in den Rachen, obwohl sie kaum einen davon wirklich nutzen.

Firmen sind Firmen, man kann ihre Produkte nutzen oder nicht. Es sind einfach nur Entitäten, die Profit machen wollen. Es muss nicht unbedingt zu einem emotionalen Thema aufgebaut werden. Zu allem gibt es immer zwei Seiten und selten ist alles gut oder schlecht. Es gibt zu den meisten Dingen auch positive Aspekte. So mag Google die Daten der Nutzer sammeln, gleichzeitig haben sie vor ein paar Monaten die Trans-Ikone Sophia Xeon, mit einem entsprechenden Doodle gefeiert (Artikel dazu auf queer.de: Google ehrt trans Ikone Sophie Xeon posthum ).

Andere wollen Apple nicht nutzen, weil sie ihrer Meinung nach die Nutzer*innen zu sehr in ihrem Ökosystem einsperren. Außerdem stellen sie sich gerade in der EU etwas kindisch an, was das Öffnen ihres App-Stores angeht und die Einführung von Apple Intelligence. Gleichzeitig hat Apples iOS-System äußerst ausufernde Accessibility-Einstellungen, womit es Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ermöglicht wird, trotzdem diese Geräte zu nutzen.

Das sind beides Beispiele für etwas, das diese Firmen nicht machen müssen. Es würde ihnen nicht schaden, es nicht zu tun. Auf der anderen Seite hilft es natürlich ihrem Image, sie gewinnen sehr viel dadurch und ich kaufe es ihnen durchaus ab, es mit diesen Aktionen und Einstellungen ernst zu meinen. Die Welt ist eben komplex und nicht immer auf ein binäres Denken zu reduzieren. Das ist etwas Gutes, denn anders wäre es doch viel zu langweilig.