Vor kurzem habe ich mich mit einem Kumpel darüber unterhalten, warum die Menschen so mitteilsam geworden sind. Es kann ein unfassbar großes Fass sein, dass man sich mit so einer scheinbar einfachen Frage aufmacht. Aber Social Media hat den Drang zur Selbstdarstellung erst so richtig populär gemacht. Davor musste man sich noch auf traditionelle Medien verlassen oder eine eigene TV-Sendung haben. Besonders Influencer*innen sprießen seit Jahren aus dem Boden wie Unkraut und wollen ihre eigenen Produkte und Produkte von Werbepartnern verkaufen. Ich bin froh, mittlerweile weitgehend auf Social Media verzichten zu können.
Meinen Facebook-Account habe ich vor Jahren gelöscht. Twitter, nachdem es eine gewisse Person gekauft hat, ebenfalls. Bei Instagram habe ich zwar noch einen Account, aber das letzte Mal habe ich vor vielen Monden dort reingesehen. Eigentlich interessiert es mich gar nicht, was dort passiert. Und es kostet heutzutage mehr Mühe, eine Timeline für sich zu organisieren, die halbwegs frei von Müll, Hass und anderen Schwachsinn bleibt.
Bis vor wenigen Jahren war Twitter eine meiner liebsten Plattformen. Meine Timeline, die ich mir zusammengestellt habe, war voller kreativer Menschen, interessanter Themen und ein Fundus für alles Mögliche. Ich empfinde es zwar als etwas schade, dass dies nicht mehr da ist, allerdings habe ich eine andere Form entdeckt. Genauer gesagt wieder entdeckt. Denn nachdem viele Twitter-Accounts nun bei Bluesky, Threads, Mastodon oder anderen Social Media Angeboten gewechselt sind, ist es aufwendig, sich eine Art Raum aufzubauen, der dem vorherigen auch nur nahekommt.
Deshalb gefällt mir das Bloggen aktuell wieder sehr oder auch Newsletter, die mühelos in mein digitales Postfach flattern und geduldig darauf warten gelesen zu werden. Manchmal gehen die beiden Dinge Hand in Hand. Denn in dieser doch recht alten Form der digitalen Mitteilsamkeit entscheidet der oder die Autor*in, was sie schreiben will, wie lange es sein soll, ob es mit Bild oder ohne auskommt. Man ist außerdem keiner Plattform und damit einer Firma ausgesetzt. Deren guten Willen, die Plattform weiterhin zu pflegen und nicht verkommen zu lassen. Das Einzige, worauf es bei einem Blog wie diesem ankommt, ist, einen guten Webhosting-Anbieter zu haben. Alles andere, wie der Blog aussieht und wie die Inhalte gestaltet sein sollen, liegt an mir. Zudem bin ich keinem Algorithmus ausgeliefert, der hoffentlich meine Inhalte nach oben pusht.
Natürlich muss man erst einmal einen Blog unter den Abermillionen, die es gibt, finden. Aber deshalb betreibe ich die Seite hauptsächlich für mich und weil es mir Freude bereitet, über das zu Schreiben, was mich gerade so beschäftigt und interessiert. Wenn es dann noch Leser*innen gibt, die es lesen wollen, ihnen vielleicht weiterhilft oder gar inspiriert, umso besser. Warum so mitteilsam? Für mich ist die Antwort relativ einfach: weil ich gerne schreibe.
