Ananas-Debatte

Wenn es ein Thema gibt, das seit Jahren, nein seit Generationen, die Menschen spaltet, dann ist es wohl die Ananas. Man muss nur das Thema Pizza- oder Toast-Hawaii erwähnen und schon löst man eine stundenlange Diskussion aus, ob man das nun darf oder nicht. Ist es gestattet, eine Pizza mit Ananas zu belegen oder einen Toast mit einer perfekt rund ausgeschnittenen Scheibe, dieser goldgelben Frucht auszustatten? Sollte man das noch mit Kirschen verfeinern oder doch Paprika-Pulver? Hat man völlig den Verstand verloren? Ergibt überhaupt noch etwas Sinn? Und was zum Teufel haben Meerschweinchen damit zu tun?

Ich bin schon aus einer Laune heraus großer Verfechter der mit Ananas belegten Gerichte. Auch wenn ich selbst kaum solche Arten von Pizza oder Toast esse. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Toast Hawaii gegessen habe (abgesehen von dem, vergangener Woche). Nicht unbedingt, weil ich es nicht mag, sondern weil ich kaum Ananas zu Hause habe und auch nicht daran denke. Trotzdem ist es witzig zu beobachten, wie sich manche Menschen darüber echauffieren können. Es ist ein Paradebeispiel für Diskussionen, die unnötigerweise mit sehr viel Emotionen geführt werden. Aber das haftet dem Thema Essen wohl an sich schon an: eine sehr emotionale Sichtweise auf das Thema. Immerhin zeichnet Essen eine Kultur aus, ist ein Aushängeschild und definiert ein Teil ihrer Identität. Auch wenn manche Gerichte, die man speziellen Nationen zuteilt, nichts mit dieser zu tun haben. Aber das ist einfach nur Ignoranz oder simples Unwissen. Von dem ich übrigens selbst nicht gefeit bin.

Jedenfalls hatte ich mit Kollege J. das Thema Toast und Ananas (schon das zweite Mal, dass mich ein Essensthema aus einem Kaffeegespräch in der Arbeit weiter verfolgt, nach meinem Kraut-Abstecher). Zufälligerweise befand sich noch eine Dose mit Ananas-Scheiben (besser gesagt Ringen) in meiner Vorratsschublade, also habe ich mir noch Schinken und Käse besorgt und schon konnte es an dem Abend losgehen. Toastbrot hat man natürlich immer im Tiefkühlfach vorrätig. Seit Jahren friere ich Toastbrot in der Packung immer gleich ein, wenn ich es gekauft habe. Man kann die gefrorenen Scheiben wunderbar voneinander abbrechen und dann ganz normal im Toaster toasten. Schöner Lifehack. Toastbrot ist ja fast wie Kaffeesatz: beide haben den intrinsischen Drang zu schimmeln. So kann man zumindest dem Toastbrot ein Schnippchen schlagen.

Toast ist eine wunderbare Form des Essens. Ich habe auch ein Waffeleisen mit austauschbaren Platten. Ein Paar davon ist für Toast. Natürlich kann man damit keinen Toast-Hawaii machen, da sich die Eisen komplett zusammendrücken. So entstehen die dreieckigen Toast-Formen. Eine Ananas-Scheibe hätte da keinen Platz. Also habe ich mir diesen klassisch im Ofen gemacht. Statt extravaganter Sachen wie Kirschen habe ich allerdings einfach einen Doppeldecker daraus gemacht und eine weitere Toastscheibe darauf gelegt. Wenn man die oberste Scheibe mit etwas Butter einstreicht, wird diese etwas knuspriger und herrlich goldbraun.

Was ich allerdings bei Toast gerne ergänze, um den Eiweißgehalt etwas zu erhöhen (man lebt ja schließlich gesund) und weil es einfach fantastisch dazu passt: Spiegelei. Zwei Spiegeleier gebraten, auf den fertigen Toast platziert, etwas Pfeffer darauf und einen davon als Experiment noch mit etwas Parmesan bestreut. Fertig war das einfache, aber schmackhafte Essen. Was nun allerdings Meerschweinchen damit zu tun haben, kann ich auch nicht beantworten, aber auf Unsplash gab es ein entsprechendes Bild, das ich natürlich niemandem vorenthalten will.