Appelle und Vertrauen

Ich habe bereits des Öfteren von den ganzen Newslettern berichtet, die ich abonniert habe. Von Nachrichtenportalen und journalistischen Angeboten hin zu einzelnen Personen oder um bei Magazinen auf dem Laufenden zu bleiben. Der Newsletter von der Webseite Deine Korrespondentin ist eine Mischung. Das digitale Magazin präsentiert Frauen, die auf ihre eigene Art etwas Besonderes geleistet oder geschafft haben. Die sich durch den Alltag kämpfen und trotz widriger Umstände nicht aufgeben. Dabei sind nicht nur Persönlichkeiten wie Autorinnen, Politikerinnen oder Sportlerinnen vertreten, sondern Frauen aus allen möglichen Bereichen des Lebens. Das macht das Angebot so interessant und inspirierend.

Ich lese nicht jeden Text oder Artikel, der aus dieser wunderbaren Webseite hervorgeht, schaue aber doch gelegentlich rein. Ähnlich mache ich es übrigens auch bei dem Newsletter von queer.de. Ich schaue mir die Überschriften und Aufreißer in der Mail an und gelegentlich lese ich den Text dahinter. Aber um grob zu wissen, was so passiert ist, reicht der Blick in den Newsletter. Jedenfalls kam vor ein paar Tagen oder Wochen wieder eine Mail von Deine Korrespondentin hereingeflogen. Die Einleitung dazu war sympathisch geschrieben:

»[…] die Weihnachtszeit ist da und mit ihr unzählige Geschenkideen und -verwerfungen, Konsumappelle und „Stress-Besinnlichkeit“. Wie wäre es mit einem Geschenk, das nicht nur Freude macht, sondern auch langfristig Gutes bewirkt und super einfach zu bestellen ist?«

Soweit so gut. Wenn man diesen Text liest, denkt man, es geht um eine Empfehlung des Newsletters. Man soll ihn weiterleiten und andere mit diesem tollen Angebot in Verbindung bringen. Gute Angebote und Inhalte einfach nur per Empfehlung weiterzuverbreiten und bekannt zu machen, kann sehr erfolgreich sein. Manche neue Leserinnen bleiben hängen und schließen ein Abo ab. Jedenfalls gewinnt man neue Leserinnen und alle sind zufrieden. Besonders bei einer solch hochtrabenden Einleitung gehe ich davon aus, dass etwas in der Art kommt.

Allerdings ging der Absatz mit den Worten »Mit unserer Dezember-Aktion […]« weiter. Es war also genau das, was zwei Sätze vorher angeprangert wurde: ein Konsumappell. Wieso soll ich also jetzt gerade das Abo von Deine Korrespondentin abschließen und nicht etwas anderes, wenn es doch derselbe Aufruf ist, der gerade überall im Internet zu finden ist? Wenn es sich doch in dieselbe billige, mal mehr, mal weniger gut funktionierende Marketingschleife einreiht, die ich so geflissentlich versuche zu ignorieren? Besonders bei einem Newsletter eines Angebots, das ich als Integer, wertvoll und schlicht besser empfinde, als vieles, was sonst im Internet zu finden ist.

Am meisten stört mich nicht einmal der Aufruf zum Abo. Wirklich enttäuscht bin ich durch die Verwendung des Wortes »Konsumappell«. Es wird geradezu angeprangert und auf die anderen vom hohen Ross herabgeblickt, nur um kurz darauf selbst einen solchen Aufruf zu starten. Schade, dass man sich für so eine Art der Kommunikation entschieden hat. Diese durchaus in der Realität verankerte und in mancher Hinsicht Halt gebende Einleitung hätte man auf so viele Weisen schreiben können. Leider hat man sich für die falsche entschieden. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf deren Webseite. Es bleibt ein wichtiges und gut geführtes Magazin.