Buchdruck (Jahr 1)

Ich habe ein Buch geschrieben! Na ja, fast. Nachdem das erste Jahr dieses täglichen Blogs abgeschlossen war, habe ich mir gedacht, das muss gefeiert werden. Zwar verpasste ich im ersten Monat ein paar Tage, da ich Corona bekam und noch nicht wirklich einen Puffer an Texten aufgebaut hatte, aber das sollte mich nicht daran hindern, mein erstes Jahr zu feiern. Immerhin habe ich seitdem jeden Tag einen Text veröffentlicht. Aktuell stehe ich bei über 430 veröffentlichten Texten und noch sehr viel mehr geplanten. Am Beginn des zweiten Jahres dachte ich, dass die Luft raus wäre, doch das waren nur vorübergehende Ermüdungserscheinungen.

Immerhin erstellt sich so ein Buch nicht an einem Tag. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich im September damit angefangen. Zum Druck ging es Ende November. Ich bin zum Glück zufriedener Besitzer der Affinity Suite. Ein Teil davon ist der Publisher, eine Art Adobe InDesign. Allerdings zahlt man hier pro Version nur einmal und kann die Software behalten. Es steht InDesign in nichts nach. Wirklich ein tolles Produkt. Diese Art des Software-Vertriebs (ohne Abo) ist vielleicht ein veraltetes Modell, aber ein hervorragendes. Damit habe ich also angefangen, mein Buch des ersten Jahres zusammenzustellen. Da man dort bequem mit Master-Seiten, Vorlagen und dergleichen arbeiten kann, war die erste Herausforderung alle Texte in der Veröffentlichungsreihenfolge dort hineinzubekommen und mit dem korrekten Datum zu versehen.

Das war insofern nicht so einfach, da die Reihenfolge, in der ich die Texte schreibe, nicht unbedingt der Reihenfolge entspricht, in der die Texte erscheinen. Zudem habe ich das Buch in vier Teile aufgeteilt. Der Erste entspricht dem normalen Blog, mit allen neuen Texten, die ich über das Jahr geschrieben habe. Der zweite Teil beinhaltet sämtliche Geek-Planet-Texte. Also jene alten Texte, die ich wiederaufbereitet und mit einer Einleitung versehen habe. Dann gibt es die Kurzgeschichten, die ich veröffentlicht habe (nur zwei, aber immerhin). Und schließlich habe ich mich entschieden, noch vier Bonustexte exklusiv für das Buch zu schreiben. Das Buch, welches das erste Jahr eines täglichen Blogs abbildet, muss schließlich komplett sein. So zählt das erste Jahr insgesamt 366 Texte mit 213.840 Wörtern. Das Buch, inklusive ein paar Bilder (ich habe nur wenige ins Buch übernommen), kommt auf über 500 Seiten.

Drucken ließ ich das Ganze bei wir-machen-druck. Dort kann man minimalste Auflagen bestellen. Ich habe mich für ein A5-Format entschieden, damit es wie ein herkömmliches Taschenbuch daherkommt. Der Umschlag ist farbig, aber das Innenleben schwarz/weiß. Letzteres hatte Kostengründe. Ich habe mir 20 Stück bestellt und diese an Freunde und Familie verschenkt. Es war ein Weihnachts- bzw. Neujahrsgeschenk, deshalb berichte ich auch erst jetzt darüber. Es sollte ja eine Überraschung sein. Ich denke, diese ist durchaus gelungen.

Falls ich für das zweite Jahr wieder ein Buch mache und wenn auch nur für mich, habe ich bereits ein paar Ideen für Verbesserungen. Zum einen muss der Abstand vom Inhalt zum Buchrücken größer sein, der fiel etwas knapp aus. Schrift und Abstände kann man noch etwas nachbessern und so Seiten sparen. Aber vom grundlegenden Design des Buches bin ich ganz zufrieden. Ich habe das Design im Laufe des Erstellprozesses dreimal geändert. Man bekommt eben immer wieder neue Ideen oder lässt sich von anderen Büchern oder Magazinen inspirieren.

Es ist schon etwas Besonderes, die eigenen Texte in gedruckter Form vorliegen zu haben. Ein echtes Buch in Händen zu halten und so die investierte Zeit und den Aufwand (nicht nur für das Erstellen des Buches) physisch greifbar zu machen. Es bereitet mir immer noch Freude, jeden Tag zu schreiben und diese für mich nun etablierte Gewohnheit beizubehalten. Ich habe noch viele Ideen im Kopf und Projekte, die ich umsetzen möchte. Aber ich möchte mich auch Herausforderungen stellen und über schwierigere Themen schreiben, die im Moment unseren Alltag prägen. Ich schreibe zwar oft über popkulturelle Themen, was sich so in meinem Alltag abspielt, worüber ich nachdenke, viel über Spiele, Filme, Serien und Bücher.

Allerdings soll der Kern des Blogs sein: »ich schreibe über alles und nichts«. Und mit »alles« meine ich eben unter anderem kontemporäre Themen und Ereignisse. Sie beschäftigen mich ebenso, wie uns alle. Doch schrecke ich manchmal davor zurück darüber zu schreiben, da sich manchmal innerhalb weniger Tage, sehr viel ereignen kann, wie man Beispiel von Syrien sehr gut nachvollziehen konnte und kann. Solche Ereignisse lösen allerdings Debatten aus, die immer wieder in unserer Gesellschaft vorkommen, nur eben unter anderem Vorwand. Oft sind es Debatten, die geführt werden, damit man sich nicht um die echten, schwierigeren Probleme kümmern muss, wo es keinen schuldigen gibt, keine „einfachen“ Lösungen (die es nie gibt, egal, was jemand sagt). Aber das führt jetzt an dieser Stelle zu weit.

Jedenfalls will ich auch darüber schreiben. Meine eigenen Gedanken dadurch sortieren und vielleicht einen anderen Blickwinkel anbieten. Oder einfach nur auf Texte verweisen, die Geschehnisse und Themen gut zusammenfassen, besprechen und einordnen. Manchmal scheint mir selbst ein täglicher zu wenig, mit all den Dingen, die so vor sich gehen. Allerdings ist es manchmal förderlich, mit etwas Abstand die Dinge zu betrachten, und seien es nur ein paar Tage. Insofern freue ich mich auf das, was die Zukunft so bringen mag.