Ecken, Nüsse und Pofesen

Das vergangene Wochenende war ein kulinarischer Hochgenuss. Zum Glück war ich Samstagvormittag noch auf einer kleinen Shopping-Tour im ZiB in Salzburg. Am Sonntag hätte ich die Hosen wahrscheinlich um eine Nummer größer nehmen müssen. Nein, so schlimm war es nun auch wieder nicht, aber es war ein regelrechtes Fest.

Angefangen hat es am Samstagnachmittag. Mit der Family ging es zum Adventmarkt am Holzöstersee in Oberösterreich. Dort findet (leider nur an einem Adventwochenende) der treffend bezeichnete Advent am See statt. Am Weg des Ufers entlang sind Stände aufgebaut, die einen nicht nur kulinarisch versorgen, sondern jedweden Krimskrams andrehen wollen. Das klingt jetzt negativer, als es gemeint ist. Es gibt durchaus praktische Dinge, wie Alpaka-Socken und entsprechende Schuheinlagen, die in den kalten Wintermonaten die Füße warm halten. Natürlich gibt es ebenso passende Stofftiere dazu. Zudem findet man alle möglichen Schmuck und Deko-Gegenstände, die zum Teil wirklich gut aussehen. Schon lange möchte ich eine dieser wunderschönen Holzschüsseln, die an den Rändern noch die Rinde des Baumes aufweist. Ich wüsste allerdings beim besten Willen nicht, was ich darin lagern soll.

Zurück zum Kulinarischen. Darum geht es auf Adventmärkten zumindest für mich hauptsächlich. Ich will nicht nur mit gutem Glühwein, sondern ebenso mit gezuckerten, fettigen Teigprodukten versorgt werden. Den Start bildete eine wirklich leckere Feuerzangenbowle. Leider war dies, was die flüssige Nahrungsaufnahme anbelangt, bereits das beste, was der Markt zu bieten hatte (außer vielleicht das kleine Bierchen zum Burger, aber damit hatten Standbetreiber recht wenig zu tun, außer die Flasche zu öffnen). Der Tee mit Schuss war viel zu stark und der Rum nicht gut und der Glühwein schmeckte auch nicht wirklich. Ich teste gerne die unterschiedlichen Angebote durch, aber wenn man mit einem Höhepunkt wie der Feuerzangenbowle einsteigt, sollte man wohl entweder dabei bleiben oder es für den restlichen Abend sein lassen.

Dafür haben es mir die Essens-Themen angetan. Es gab den berühmt-berüchtigten Wild-Burger. Vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal beim Advent am See war, sollte es nicht so einfach sein, an einen dieser Burger zu kommen. Die netten Standbetreiber kamen zu der späteren Uhrzeit mit der Produktion von Patties nicht nach. Das sollte dieses Jahr, wir waren ja bereits am Nachmittag dort, kein Problem sein. Das Beste war jedoch mit Abstand die angebotenen Pofesen eines einzigen Standes. Pofesen sind die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Was sich als durchaus praktisch erweist, da man zwei Toastbrotscheiben dafür benötigt und wenn man nicht weiß, wie man Brot schneidet, fehlt schon mal eine essenzielle Zutat. Außer den zwei Toastscheiben muss dazwischen jede Menge herrlicher Powidlmarmelade, dann wird das Ganze in Milch und Eier getunkt, frittiert und schließlich gezuckert. Es war fantastisch. Eigentlich wollte ich noch die frisch gedrehten und frittierten Kartoffelchips probieren, aber es wurde dann doch noch ein zweiter Pofesen. Leider findet man sie nur selten bei Bäckern, entdeckt sie auf Märkten allerdings doch noch am häufigsten. Diese Chancen muss man nutzen.

Somit war der Samstag kulinarisch bereits ausgereizt und konnte nicht mehr getoppt werden. Am Sonntagvormittag habe ich dann noch eine dritte Kekssorte gebacken. Meine persönliche Tradition ist es mittlerweile, an jedem Adventwochenende eine Sorte zu backen. Bisher waren es Lebkuchen und Kokosbusserl. Es fehlten also nur mehr die äußerst leckeren Nussecken. Zwar ist das Verteilen des klebrigen, patzigen Teiges auf dem Backblech stets eine Herausforderung, genauso wie den Nussbelag darauf zu verteilen, ohne, dass der mit Marmelade bestrichene Teig darunter zerreißt, doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Dann noch etwa die Hälfte in weißer Schokolade getunkt und Weihnachten kann kommen. Natürlich wird ein Teil des Backerfolges an die Kolleg*innen verfüttert. Man ist in der Adventzeit schließlich großzügig. Mal sehen, was das nächste Wochenende an kulinarischen Abenteuern bereithält. Ich bin guter Dinge.