Man traf sich am Wochenende erneut in Salzburg zu einem kulinarischen Erkundungstrip. Das Jahr endete am letzten Abend in der Weinbar so wunderbar köstlich, da durfte natürlich das neue Jahr nicht anders losgehen. Meine Hoffnungen, dass es eventuell nicht so zugehen würde, wie vor Weihnachten oder zwischen den Jahren, haben sich allerdings recht schnell erübrigt. Die Lokalbahn beförderte eine ganze Wagenladung voller Menschen in den Salzburger Hauptbahnhof, wo sich dann schnell alle ihre entsprechende Richtung suchten und ihrer Wege gingen.
Ich war sehr froh über meine Kleidungswahl. Habe ich mich doch statt des üblichen Hemdes für den zu Weihnachten bekommenen, gemütlichen und dicken Pullover entschieden. Die wehenden Winde reduzierten die gefühlte Temperatur deutlich, so fanden wir uns schnell in einem beheizten Shop ein, der in der Nähe des Doms liegt. Man findet direkt neben dem Museumscafé das Salzburger Heimatwerk. In deren Keller gibt es aktuell eine kleine Ausstellung des Künstlers Johann Weyringer, der jedes Jahr ein neues weihnachtliches Motiv malt. Meistens handelt es sich um Interpretationen der Krippenszene. Die Bilder sind äußerst bunt und gefallen nicht schlecht, vor allem weil es durch die abstrakteren Darstellungsweisen immer wieder Neues zu entdecken gibt. Jedoch wären mir die Bilder für das eigene Wohnzimmer zu unruhig, da braucht es schon eine kleine Galerie dafür. Ganz abgesehen von den Preisen für die verschiedenen Drucke der Bilder.
Nachdem der kulturelle Teil des Abends damit beschlossen war, fanden wir uns im gemütlichen Wintergarten des Stieglkellers wieder. Der Ausblick am Nachmittag, mit einem dunkelblauen Himmel, den Gebäuden, die Scheinwerfern wunderbar beleuchteten, bot beeindruckende Motive und ich konnte nicht umhin, ein paar Bilder zu machen. Auch auf dem Weg zum Gasthaus Hinterbrühl konnte ich noch ein paar hübsche Bilder der Burg ergattern. Der Blick hoch auf den Mönchsberg vom Winkel aus dem Bereich Arnsberg bietet sich einem nicht jeden Tag. Der Berg wirkt ob der steilen Klippen höher und die Festung noch einmal imposanter.
Nach einem hervorragend zubereiteten Wiener Schnitzel, das so dünn geklopft war, dass man es fast übersehen könnte – so wie es sich eben gehört – und einer Panade, die Beulen formte, die selbst eine Luftpolsterfolie neidisch machen, ging es selbstverständlich Richtung Weinbar. Wie jeder weiß, schließt Käse immerhin den Magen und wenn man dazu noch einen großartigen australischen Wein präsentiert bekommt, der unterschiedlichste Traubenarten miteinander vereint, sodass ein fruchtiger, vielseitiger Geschmack entsteht, kann man den Abend bei heiteren Gesprächen über die seltsamen Verhaltensweisen der hiesigen Politiker*innen angenehm ausklingen lassen.
Die Erkenntnisse über die überraschend schwierigen Koalitionsverhandlungen und dass es sehr wohl ausreicht, eine Koalition zu schließen, wenn auch mit so einigen größeren Kompromissen, um einen Herrn dessen Name sich auf Wickl reimt, nicht zum Bundeskanzler ernennen zu müssen, erspare ich den geneigten Leser*innen. Immerhin hatte man gerade noch den leckeren Geschmack des Weins im Mund, verbunden mit dem wunderbar aromatisch-cremigen Genuss eines Trüffel-Käses. Gereicht mit Oliven und einem knusprig weißen Baguette, das in ein Olivenöl getunkt wird, so mild und wunderbar grün-gold glänzend, man möchte es am liebsten einfach so aus der Schüssel schlürfen. Das neue Jahr kann also kommen. Kulinarisch wird es auf jeden Fall ein Fest.


