Liebe, Monster und John Wick

Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie viele tolle Filme es gibt, in denen ein Protagonist oder eine Protagonistin mit einem Hund zusammenkommt und diese Kombination den gesamten Film trägt. Wahlweise findet das Szenario in einer Apokalypse oder in der heute existierenden Welt statt. Was das letztere Szenario anbelangt, habe ich vergangenes Jahr den brillanten Film Rescued by Ruby auf Netflix entdeckt. Seitdem habe ich diesen mindestens dreimal angeschaut. Es ist ein Feel-Good-Movie, bei dem einem das Herz aufgeht und der einfach nur Freude bereitet.

Rescued by Ruby handelt von Daniel O’Neil (dargestellt von The Flash Schauspieler Grant Gustin), einem State Trooper, der Ambitionen hat, bei der K9-Unit mitzumachen. Das Problem ist nur, dass er bald 30 wird und alle Anwärter für die K9 unter 30 sein müssen. Außerdem hat er noch keinen Hund. Er kann sich auch keinen typischen K9-Hund leisten. Seine Frau Melissa und er haben ein kleines Kind zu Hause und das zweite Baby ist unterwegs. In einem Tierheim findet Daniel schließlich die hyperaktive Ruby. Im Laufe des Films muss er mit ihr umgehen lernen, sie trainieren und die beiden müssen sich einander vertrauen.

Nicht nur sind die Schauspieler*innen toll für ihre Rollen besetzt, die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, ist spannend geschrieben. Es ist einfach schön, die Reise von Daniel und Ruby zu verfolgen. Ein ungleiches Paar muss miteinander auskommen, um so viel mehr zu erreichen, als sie getrennt je in der Lage gewesen wären. Ein ähnliches Prinzip verfolgt der Film Love and Monsters. Dieser Film spielt allerdings in einer post-apokalyptischen Welt. Ein Asteroid raste auf die Erde zu, der von den Nationen der Welt mit allerhand Waffen beschossen wurde. Doch die radioaktive Strahlung und allerhand anderes Zeug haben dazu geführt, dass Insekten um ein Vielfaches größer wurden und mutierten. Sie sind nun die Herrscher der Welt.

Protagonist ist Joel Dawson (von Teen Wolf Star Dylan O’Brien gemimt), der seit sieben Jahren in einem Bunker lebt, getrennt von seiner Freundin. Doch eines Tages entschließt er sich, seine Furcht zu überwinden und sich auf den Weg zu ihr zu machen. Sie ist allerdings knapp 140 km entfernt und auf der Oberfläche lauern allerlei Gefahren. Kurz nachdem er den Bunker verlassen hat, trifft Joel den Hund Boy, dessen Vorbesitzerin verstorben ist. Die beiden vertrauen sich schnell und überleben so einige Abenteuer. Ich mag vor allem die Rollen von Michael Rooker und Ariana Greenblatt, die als Mentor*innen für Joel dienen und ihm die neue Weltordnung zeigen. Keine Intrigen oder Machtkämpfe; einfach nur Menschen, die zu überleben versuchen und sich gegenseitig helfen. Es muss nicht immer in Massaker und Mord enden.

Natürlich gibt es den üblichen Antagonisten, allerdings erst gegen Ende des Films und der ist schnell erledigt. Der Großteil der Geschichte fokussiert sich auf Joel und Boy, die durch eine von riesigen Insekten dominierte Welt ziehen. Die Bilder sind fantastisch eingefangen und das Design der Kreaturen ist durchdacht. Das CGI kann sich sehen lassen und sieht sehr realistisch aus; sehr viel besser als bei so manchen Blockbuster-Filmen. Es steckt viel Leidenschaft hinter dem Film und das merkt man jedem Frame an.

Ebenfalls ein Film, in dem ein Mann und sein Hund gegen eine post-apokalyptische Welt antreten, ist I am Legend. Diesen habe ich allerdings schon sehr lange nicht mehr gesehen. Jedoch habe ich vor Kurzem die Blu-ray erstanden, die demnächst eintreffen sollte und bin sehr gespannt, wie der Film gealtert ist. Ich kann mich nur erinnern, dass ich damals Will Smith großartig in der Rolle fand und das Schicksal des Hundes herzzerreißend war. Im Gegenzug zu den beiden vorher genannten Filmen kennen sich Hund und Herrchen in I am Legend schon länger. Sie tragen allerdings weiterhin die Hauptlast des Films und stehen im Zentrum.

Eine Filmreihe, die durch ihren Einsatz von Hunden berühmt-berüchtigt ist, ist John Wick. Auch wenn die Hunde von John selbst leider kaum im Rampenlicht der Geschichte stehen. Der Erste, den er von seiner verstorbenen Frau geschenkt bekommt, überlebt die erste Hälfte des Films nicht und sein späterer Hund wird meist an der Rezeption des Continental abgegeben. Doch darf Halle Berrys Charakter Sofia im dritten Teil zeigen, was Hunde so können. In einer fantastisch choreografierten Szene kämpfen ihre beiden Hunde auf sehr beeindruckende und vielfältige Weise gegen diverse Schergen.

Es gibt so einige Filme, in denen sich ein Mensch und ein Hund zusammentun, um gemeinsam Abenteuer zu bestehen oder zu überleben versuchen. Die genannten Filme sind nur die aktuellsten und besten Beispiele dafür, die mir gerade eingefallen sind. Es sind Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann. Sie alle haben etwas Einzigartiges an sich und vermitteln einen tollen Einblick ihrer jeweiligen Welten. Die Settings und Voraussetzungen sind bei jedem der Filme anders und trotzdem immer wieder gut umgesetzt. Mal sehen, ob ich noch mehr Filme dieser Art finde oder ob bald neue erscheinen, die in diese Kategorie fallen. Mich würde es freuen.

Christopher Ayme | Unsplash