Letztens war es mal wieder an der Zeit, den Kühlschrank auf- und vor allem auszuräumen. Normalerweise brauche ich das meiste auf, bevor es schlecht wird und vieles hält sowieso länger, als das Mindesthaltbarkeitsdatum vermuten lässt. Trotzdem rutscht einem manchmal etwas durch die Finger. So musste ich überrascht feststellen, dass eine Zuckermelone wohl schon deutlich über ihren Reifegrad hinaus von mir gelagert wurde. Der findige Freund der Melone erkennt dies leicht durch die Beobachtung, dass sich an den Rändern besagter Melone nicht nur weiße Stellen befinden, die flauschiger Natur sein könnten, sondern ebenso schwarze Stellen sich dazugesellt haben. Zum Glück war die Melone in einer Frischhaltefolie verpackt. Ein ironischer Name, bedenkt man den Zustand der Frucht, aber selbst die Folie gibt irgendwann auf und verweigert den Dienst.
Wie es dazu kam, dass eine einfache Melone versuchte, neues Leben in meinem Kühlschrank zu züchten, kann ich offen gestanden nicht mehr sagen. Ebenso wenig, wie ich sagen kann, wann die Melone den Weg in den Kühlschrank fand. Der dazu passende Prosciutto wurde jedenfalls schon lange zuvor anderweitig verarbeitet. Manchmal verliert man allerdings den Inhalt des Kühlschranks etwas aus den Augen. Sei es, weil man einfach nicht dazu kommt, bestimmte Speisen zuzubereiten, beschäftigt ist und somit auf gewohntes Essen zurückgreift oder eine Kombination an verschiedenen Umständen.
Die Entdeckung der Melone führte schließlich dazu, dass ich den Kühlschrank mal wieder genauer inspizierte und alles entsorgte, was ich nicht mehr essen würde. Sei es, weil die Packung sowieso fast leer war und man (also ich) es nicht mehr aufbrauchen würde, weil es ebenso eine unbestimmte Zeitspanne im Kühlschrank zubrachte, oder es die Melone zu imitieren und neues Leben zu schaffen versuchte. Was mich bei manchen Dingen wirklich überrascht hat. Beispielsweise bei dem äußerst leckeren und sehr empfehlenswerten Efko Karotten-Sellerie-Salat. Normalerweise hält dieser nach dem ersten Öffnen einige Zeit, dieses Mal allerdings nicht. Und wer kennt nicht die quasi-leeren Marmeladengläser.
Vor längerer Zeit habe ich mir von der Apotheke Weingeist besorgt, um beim Tausch der Fliegengitter die Klebereste der Vorgänger von den Fenstern zu entfernen. Diese tolle Flüssigkeit habe ich nun ebenso genutzt, um die Regale und Schubladen des Kühlschranks zu desinfizieren und zu säubern. Die ganze Aktion hat nicht lange gedauert, aber es war zum einen bitter nötig und zum anderen hatte ich danach wieder einen wunderbaren Überblick über den Inhalt meines Kühlschranks. Ich habe die schlechte Angewohnheit, aus dem Supermarkt Dinge mitzunehmen, von denen ich glaube, dass sie bald ausgehen würden. Nicht selten enden solche Aktionen damit, dass ich gut 30 Eier im Kühlschrank habe oder eine vielfältige Auswahl an Cottage Cheese. Einen Überblick zu haben, hilft dabei ungemein. Und sich wirklich an den Einkaufszettel zu halten natürlich ebenso.