Tolkien Reading Order

Nachdem ich den Hobbit beendet hatte, stellte ich mich dem nächsten, großen Abenteuer der Hobbits: dem Herrn der Ringe. Zweimal habe ich vor nunmehr vielen Jahren versucht, den Herrn der Ringe zu lesen. Zweimal bin ich gescheitert. Weiter bis zu den zwei Türmen bin ich nie gekommen. Das soll sich dieses Jahr allerdings ändern. Ich bin motiviert, neugierig und voller Tatendrang in diese großartige, vielschichtige Welt Tolkiens einzutauchen. Seiner Spur zu folgen und spannende neue Dinge zu entdecken.

Doch so richtig kann ich aus meiner Comic-Vergangenheit nicht heraus. Meinen Drang auf eine korrekte »Reading Order« (also einer Lesereihenfolge) konnte ich wohl noch nicht komplett ablegen. Denn schnell stellte sich mir die Frage, ob ich nicht mit den Anhängen anfangen sollte. Haben diese Ergänzungen nicht Informationen, die ich benötige, um überhaupt den Herrn der Ringe verstehen zu können? Bereichert es nicht die Erfahrung, wenn man den Kontext der Anhänge hat, der Geschichten und Mythologien, die darin angerissen und erzählt werden?

Ich war sogar schon so weit, in diversen Reddit-Foren nachzulesen, was empfohlen wird. Wie so oft gibt es keine richtige oder nur eine Antwort. Manche sagten, Anhang A wäre durchaus wichtig oder zumindest informativ, was die Vorgeschichte anbelangt. Andere meinten, auch der würde schon zu viel verraten. Doch dann wurde mir bewusst, dass ich genau das mache, was ich oft bei Comics gemacht habe: mir selbst im Weg stehen. Selbst wenn es als ein langes durchgehendes Abenteuer konzipiert ist, sind es drei einzelne Bände, die ich in Händen halte. Band 1, Band 2 und Band 3. Wenn in Band 3, selbst wenn es sich dabei um Anhänge handelt, Informationen stecken würden, die ich in Band 1 benötigen würde, um den Hauch einer Chance zu haben, der Handlung zu folgen, hätte Tolkien es in Band 1 beschrieben.

Also schloss ich sämtliche Tabs im Browser. Schloss mein MacBook und fing einfach an zu lesen. Über die Geschichte der Hobbits und was es über sie zu wissen gibt. Denn das war Tolkien scheinbar essenziell, dass die Leser*innen seiner Werke vorweg wussten. Wer sind die Hobbits, wo kommen sie her, was ist ihre Natur und wie leben sie? Prokrastination ist nicht per se schlecht. Wenn es mich aber davon abhält, Fortschritte in einem Buch zu machen, auf das ich mich schon seit Wochen freue, mal wieder zu lesen und mich von Tolkien entführen zu lassen, dann ist es kontraproduktiv und alles andere als gut. Es raubt mir die Freude, es selbst herauszufinden. Also, einfach anfangen. Der Rest wird sich schon ergeben.