Nachdem ich »Lies of P« auf der Playstation endlich platiniert hatte, wollte ich eigentlich eine Pause einlegen. So großartig »Lies of P« auch sein mag, es knapp zweieinhalbmal innerhalb kurzer Zeit durchzuspielen, ist doch etwas viel. Außerdem ist es ein Soulslike, was bedeutet, dass die Bosse hart sind und keine Fehler verzeihen. Allein an der namenlosen Puppe saß ich über zwei Stunden im New Game Plus. Das alles war Vorbereitung für das kommende DLC. Dieses erscheint irgendwann im Sommer. Doch ich will »Lies of P« auch nicht zu oft spielen, um noch genügend Motivation für das DLC zu haben.
Wie immer schaue ich nebenbei, meistens beim Abendessen, Let’s Plays. Besonders die von Jokerface und Bushy. Beide haben vor ein paar Wochen mit Khazan angefangen (oder im Fall von Bushy dieses auch innerhalb weniger Tage durchgespielt). Zwar hat es ebenso Anlehnungen an das Soulslike-Genre, doch beschreibt es der Hersteller eher als ein Actionspiel. Eigentlich wollte ich es mir nicht zulegen. Vor allem, weil es erst vor Kurzem erschien, also noch ein Vollpreistitel ist. Aber die Tatsache, dass es einen »Easy Mode« gibt und es äußerst spaßig und abwechslungsreich aussieht, hat dazu geführt, dass ich doch zugeschlagen habe. Also spiele ich seit geraumer Zeit »The First Berserker: Khazan«.
In »Khazan« spielt man den titelgebenden General Khazan. Dieser wurde jedoch, wie es scheint, von seinem Imperator betrogen und des Verrats beschuldigt. Man folterte ihn, durchschnitt die Sehnen in beiden Armen und war gerade auf dem Weg, ihn zu seiner Hinrichtung zu bringen. Doch ein mysteriöses Phantom wollte sich seines Körpers bemächtigen. Dieses Phantom stammt aus einer Art Unterwelt, der Netherworld. Doch in Khazan steckt selbst in diesem geschundenen Zustand noch ein Kämpfer und Krieger. Also vereinbaren sie einen Pakt, um einander zu helfen. Die Netherworld steckt in Schwierigkeiten und das Phantom soll diese aufklären. Khazan hilft ihm also dabei und das Phantom hilft Khazan, Rache zu bekommen.
Im Laufe des Spiels kommen immer mehr Twists und komplexe Charakterbeziehungen zum Vorschein. Außerdem sieht es zum Hinknien aus. Während die Figuren und Charaktere Anime-Anleihen haben, wirkt die Umgebung eher realitätsnah gerendert. Auch wenn natürlich äußerst fantastische (im wahrsten Sinne des Wortes) Orte dabei sind. Von hohen, schneebedeckten Berggipfeln geht es bis hinunter ins Tal, in Wälder und brennende Dörfer oder hinein in mit Gift verseuchte Höhlen – inklusive Riesenspinnen (genau das meine, mit meiner Arachnophobie, aber auch eine Möglichkeit, sich dieser zu stellen). Wer weiß, wo mich das Spiel sonst noch hinführt. Die Sprecher von Khazan bzw. dem Phantom kennt man beispielsweise aus »Final Fantasy XVI« und »Elden Ring« und sie gehören zu den besten ihres Fachs. Doch natürlich besticht auch der restliche Cast. Ich spiele es auf Englisch. Vielleicht gönne ich mir in einem weiteren Playthrough die japanische Version, die ebenfalls sehr gelobt wird.
Ich habe vorhin erwähnt, dass »Khazan« einen »Easy Mode« hat. Das bedeutet aber keinesfalls, dass das Spiel leicht wäre. Es ist weiterhin herausfordernd und manche Bosse schaffe ich (aktuell) nur mit der Unterstützung eines Geistes. Genauer gesagt habe ich aktuell keine Muse, mich stundenlang mit einem Boss zu beschäftigen. Eigentlich wollte ich ein eher entspanntes Spiel spielen nach den Kämpfen in »Lies of P«, aber wie so oft kam es dann doch anders. Ich bin allerdings noch weit davon entfernt, frustriert zu sein. Mal sehen, ob mir das Spiel so sehr gefällt, dass ich mir auch hier Platin hole. Es scheint kein leichtes Unterfangen zu sein. Es würde mich reizen. Aber erst einmal heißt es, den ersten Durchgang zu beenden. Und mit gerade einmal 15 Stunden, bin ich sicherlich noch eine Zeit lang beschäftigt. Empfehlen kann ich das Spiel auf jeden Fall.