Seit ich die Apple Watch nicht mehr trage, fühle ich mich besser. Es ist nun etwa zwei Wochen her, seit ich die Smartwatch abgelegt habe und mein Handgelenk nackt ist. Yoga oder Krafttraining ohne Feedback bzgl. Puls oder dergleichen zu machen, ist relativ leicht. Dabei vermisse ich sie nicht. Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist das Laufen ohne Watch. Hier war die Rückmeldung zum Puls immer ein guter Indikator. Doch auch hier möchte ich mehr auf mich selbst hören. Wie ich mich beim Laufen fühle und was ich mir zutraue.
Normalerweise ist meine Laufrunde aktuell zwischen knapp drei und vier Kilometern lang. Vielleicht ist es nur eine Einbildung, aber ich reiße in letzter Zeit mehr aus diesen gewohnten Runden aus und laufe auch gerne mal sechs oder sieben Kilometer. Ob ich das mit Watch auch gemacht oder mir zugetraut hätte, weiß ich nicht. Natürlich wäre ich die größeren Runden auch so eines Tages gelaufen, aber vielleicht eben nicht so früh. Ich fühle mich gut beim Laufen, lasse mir Zeit und ich merke selbst, wenn es mir zu viel wird. Dazu benötige ich keine Apple Watch. Auch das iPhone nehme ich nicht mit. Ich mag es, ohne Technik unterwegs zu sein, besonders beim Laufen. Wenn ich zwei oder drei Stunden lang spazieren gehe, will ich einen Podcast hören. Beim Laufen stört mich das.
Ich fühle mich auch ruhiger, seit ich die Apple Watch nicht mehr trage. Die Ringe zu schließen, war doch immer eine Art von Stress oder Druck oder war zumindest im Hinterkopf vorhanden. Das nicht mehr zu haben, ist eine Erleichterung, die ich so nicht erwartet hatte. Eigentlich würde ich diese Abwendung der Apple Watch als unabhängig von meinem Projekt sehen, mich mehr europäischen Diensten und Angeboten hinzuwenden. Aber irgendwie hängt es doch zusammen. Es werden weniger Daten über mich gesammelt und ausgewertet, und auch wenn ich Apple durchaus glaube, dass niemand auf die Daten zugreifen kann, ist hier doch eine gewisse Vorsicht angebracht. Ein weiterer Nebeneffekt, der mit dem Ablegen der Apple Watch kam, ist das Bewerten von anderen Geräten in der Wohnung.
Beispielsweise habe ich letztens ein paar Geräte verkauft und möchte auch noch weitere loswerden, die ich nicht mehr benötige. Zum einen war das der Apple TV. Diesen will ich nicht mehr nutzen, weil er mit meiner neuen Surroundanlage nicht wirklich kompatibel ist. Dazu nutze ich nun die Playstation. Diese ist nicht nur meine primäre Gaming-Plattform, sondern auch mein primäres Wiedergabegerät von Medien. Die Xbox Series X steht seit Wochen sinnlos in der Gegend herum. Die meisten Spiele, die ich darauf gespielt habe, habe ich mir bei hervorragenden Deals in der Zwischenzeit auch für die PS5 geholt. Das heißt, auch die Xbox konnte weg. Dadurch, dass der Apple TV und die Xbox nicht mehr beim Fernseher stehen, spare ich mir den Switch, der alle Geräte mit Netzwerkanschluss versehen hat. Es sieht aufgeräumter aus.
Nebenbei bin ich noch den Kindle Paperwhite losgeworden, den ich kaum genutzt habe. Dafür habe ich eine Alternative gefunden, über die ich aber erst berichten möchte, wenn ich Zeit hatte, diese zu testen und ein paar Wochen auszuprobieren. Natürlich habe ich auch die Apple Watch verkauft – nicht, dass ich noch in Versuchung komme, sie doch wieder anzulegen. Als Nächstes gilt es noch das Zubehör zu verkaufen (Controller, Armbänder und so weiter), aber das hat keine Eile. Es hat schon sehr gut getan, die großen Technikbrocken loszuwerden. Als Klemmbaustein-Enthusiast stehen schon genügend Sets in der Wohnung herum. Den restlichen Ballast gilt es daher so gering wie möglich zu halten. Es fühlt sich gut an.
Ein größeres Projekt, welches noch ansteht, ist, meine Yu-Gi-Oh!-Kartensammlung aufzulösen. Wie genau ich dabei vorgehe, weiß ich bislang nicht. Die wertvollsten, von denen ich nicht allzu viele habe, werde ich auf Cardmarket verkaufen. Den Rest eventuell als Goodie zufällig beilegen, auf Willhaben einstellen oder anderweitig loswerden. Mal sehen. Doch ein erster großer Schritt ist schon einmal getan. Ein bisschen Minimalismus zu praktizieren, ist stets ein guter Ansatz.
