Balls

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich am Wochenende endlich mal wieder in Salzburg unterwegs. Mit Urlaub, Island, einem Städtetrip und diversen Spielen, die es zu meistern galt, blieb nur mehr wenig Zeit, um sich der schönsten Stadt zu widmen. Doch am Samstag war es so weit. Es war ein klassischer Besuch, wenn man so möchte. Etwas Shopping, etwas Kaffee trinken, etwas essen – ein entspannter Nachmittag in Salzburg eben.

Der Shoppingtrip führte unter anderem ins 220 Grad, wo man sich wieder mit Kaffeebohnen eindeckte. Dabei habe ich mir nicht nur eine Packung des fantastischen, kräftigen Selektion Vier mitgenommen, sondern ebenso eine brasilianische Sorte. Es gilt immer mal wieder etwas Neues zu testen, vielleicht findet sich ja ein neuer Favorit. Natürlich durfte ein Besuch beim Azwanger nicht fehlen. Hier deckt man sich mit leckerer Marmelade in verschiedensten Sorten ein. Birne muss natürlich dabei sein, aber auch Powidl, Erdbeere und Marille müssen sich nicht verstecken. Beim nächsten Mal möchte ich noch Karotte und Tomate testen, vielleicht passen diese zu Käse und etwaigen Fleischprodukten.

Das dritte Geschäft, das von uns unsicher gemacht wurde, war das Fachl. Immer wieder stelle ich fest, dass es ein Fehler ist, diesen wunderbaren Laden zu betreten. Von Krimskrams, den ich meist gut ignorieren kann, gibt es dort Unmengen kulinarischer Köstlichkeiten zu entdecken. Die großen Oliven, eingelegt in Olivenöl und Oregano, nehme ich natürlich immer mit. Doch entdeckte ich Bienenwachsteelichter und ein Probierset mit sieben verschiedenen Essigsorten. Von Weichsel, Tomate und Holunder über Apfel hin zu Bärlauch bleibt hier kein Wunsch offen. In der Sommerzeit esse ich gerne Tomate-Mozzarella, und dieses mit einem köstlichen Essig zu verfeinern, hebt dieses einfache, aber tolle Gericht auf die nächste Stufe.

Nach diesem anstrengenden Shoppingerlebnis – so ausgiebig wurde das schon lange nicht mehr, aber ich war auch lange nicht mehr in Salzburg – benötigten wir einen leckeren Kaffee. Und diesen bekommt man natürlich im Kaffeehaus. Vom kreativen Namen darf man sich allerdings nicht täuschen lassen. Es ist ein toll geführtes, kleines Lokal mit äußerst freundlichem Personal und einer großartigen Karte, die keine Wünsche offen lässt. Die nette Kellnerin erzählte uns auch, dass sie an diesem Tag schon fast schließen wollten, weil keine Gäste auftauchten. Allerdings füllte es sich dann doch nach und nach. Wie es scheint, ist Juni ein schwacher Monat. Das hat man durchaus an der Menge an Menschen in den Gassen gemerkt. Es war weniger los als üblich. Feiertage und Urlaubszeit tragen wohl dazu bei, dass es erst ab Juli wieder so richtig losgeht.

Als Abschluss dieses herrlichen Nachmittags gab es einen griechischen Salat mit gebratenen Hühnerstreifen im Altstadt-Hotel. Diese Kreation aus zwei Gerichten, die wir freundlicherweise bekamen, schmeckte herrlich und war genau das Richtige, um einen warmen Sommertag in Salzburg zu beschließen. Nächste Woche werde ich die Stadt allerdings eher meiden. Das Stadtfest steht an und wie zu lesen ist, erwartet man über 40 000 Besucher*innen. Zwar waren am vergangenen Wochenende schon diverse Kunstinstallationen zu bewundern, doch der Mangel an Touristen und Einheimischen machte den Nachmittag äußerst entspannt. Wenn dann plötzlich zigtausend Menschen unterwegs sind, muss ich nicht unbedingt dabei sein.