Vor ein paar Tagen habe ich davon berichtet, wie ich mein Steam Deck OLED wieder reaktiviert habe. Seit mehr als fünf Monaten verstaubt es im Regal. Ich hätte es schon fast wieder verkauft, wie das erste Steam Deck, das ich mir gekauft hatte (vor zwei Jahren in etwa), wollte mich aber nicht erneut geschlagen geben. Immerhin sind viele tolle Spiele in meiner Steam-Bibliothek. Ich habe mich also gezwungen, das Deck zu nutzen und mir ein ehrliches Bild davon zu machen. Das war Anfang dieser Woche. Es war eine hervorragende Entscheidung und hat auch etwas mit einer Lebenseinstellung zu tun.
In den vergangenen Monaten habe ich viel Zeit darauf verwendet, mich mit »Elden Ring« und »Lies of P« auseinanderzusetzen. Ich habe diverse Durchgänge hinter mir und verschiedene Builds ausprobiert. Das hat Freude bereitet und mich hervorragend unterhalten. Doch irgendwie war es auch stets ein Festhalten an Vergangenem. Wir wollen hier nichts überanalysieren (so etwas würde ich nie machen), aber vielleicht hatte ich unterschwellig das Bedürfnis, die Magie der ersten Spielstunden erneut einfangen zu wollen.
»Elden Ring« und »Lies of P« sind fantastische Spiele mit tollen Welten. Wenn man diese das erste Mal erlebt, ist es wirklich magisch und episch und einzigartig. Irgendwann muss man allerdings auch weiterziehen. Die Spiele laufen nicht davon und irgendwann will ich sie auf jeden Fall erneut spielen, doch warten so viel mehr Welten darauf, entdeckt zu werden. Geschichten unterschiedlichster Art, die in meiner Steam- oder Playstation-Bibliothek darauf warten, gestartet zu werden. Das Herausholen, Entstauben und Nutzen des Steam Decks hat mir das auf sehr anschauliche Weise gezeigt.
Um dahingehend etwas in Fahrt zu kommen, spiele ich aktuell eher Indie-Titel. Das Erste war »GRIS«, welches ich mir im Steam Summer Sale für knapp einen Euro fünfzig kaufte. Hierbei handelt es sich um einen Sidescroller, der vollkommen ohne Dialoge auskommt. Es geht um eine Protagonistin, die ihre Stimme verliert, und ein unbekanntes Etwas, das der Welt die Farbe gestohlen hat. Auf dem Weg durch die Welt schalten wir immer wieder neue Farben und damit auch Settings frei. Ein tolles, kurzweiliges Spiel mit einem grandiosen Sounddesign und künstlerischer Gestaltung.
Im PS-Plus-Abo war schließlich noch »Jusant« Teil der drei monatlichen Gratisspiele. Eigentlich wollte ich »Death Stranding« starten, aber das hatte ich offenbar noch nicht heruntergeladen. Zum Glück. So gab ich »Jusant« eine Chance. Die Steuerung war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kommt gut rein und lernt schnell, was das Spiel von einem möchte. Es spielt in einer postapokalyptischen Welt, wo die Meere scheinbar vertrocknet sind. Unser Protagonist begibt sich mit einem interessanten, kleinen, süßen Wesen zu einem immensen Berg und wir müssen diesen besteigen. Es ist ein Rätselspiel, und durch Notizen und Briefe, die wir in den Siedlungen am Berg finden, erschließt sich langsam die Welt. Ich bin noch nicht ganz durch, aber »Jusant« hat einen ganz bestimmten Reiz und es macht Spaß, Schritt für Schritt mehr über diese Welt zu erfahren.
Für den Emulator am Steam Deck habe ich auch schon ein paar Ideen, was ich nachholen möchte, aber dazu später mehr. Was ich im Moment an Indie-Titeln wie »GRIS« oder »Jusant« so genieße, ist nicht nur die Kreativität, die dahintersteckt, sondern dass sie sehr kurzweilig sind. Beide dauern nur wenige Stunden. Es sind keine 40 bis 100 Stunden Brocken, die man sich erarbeiten muss. Und sie kommen ohne Kämpfe aus, was nach Soulslike-Spielen wie »Lies of P« eine schöne Abwechslung ist. Ich freue mich darauf, weitere tolle Spiele zu entdecken.
