Von 2000 bis 2015 lief der Hauptteil des CSI-Franchise. Von »CSI: Crime Scene Investigation« über »CSI: Miami« und »CSI: NY« hin zu »CSI: Cyber« (welches ich dann nicht mehr geschaut habe). Und dann noch »CSI: Vegas« – ein Revival der Original-Serie, das es zwischen 2021 und 2024 gab. 838 Episoden. 39 Staffeln. Wenn man in dieser Zeit einen Fernseher anmachte, war die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass irgendeine CSI-Serie lief. Die Dominanz kann man sich kaum mehr vorstellen.
Für mich war Miami die Serie der Wahl, aber auch das Original schaute ich gerne. Nur strahlte Miami eine gewisse Coolness aus, die den anderen Serien fehlte. Besonders mochte ich, dass es mit der Zeit immer verrückter wurde. Die One-Liner mit übertriebener Sonnenbrillen-Gestik von Horatio sind legendär. Die überdramatisierten Bilder von Sonnenuntergängen und den Häuserschluchten der Stadt haben sich in mein Gedächtnis gebrannt. Später hat die Serie gewisse Sci-Fi-Elemente angenommen, was die Technologien anbelangt. Ich fand es klasse, dass sich die Serie selbst nicht so ernst nahm und alle Beteiligten sichtlich Spaß daran hatten, etwas Einzigartiges zu kreieren.
Ich kann mich noch gut an den Tisch erinnern, auf dem diverse Dinge analysiert wurden. Es war ein Glastisch. Sie konnten USB-Sticks oder CDs darauf platzieren und der Computer konnte sie lesen. Ich glaube, sie nutzten sogar transparente Bildschirme. Es war verrückt, aber passte irgendwie in diese Welt von CSI: Miami. Ich denke tatsächlich immer mal wieder daran. Die Serien haben mich so lange verfolgt, wie könnte ich sie je vergessen? Ob man es nun geschaut hat oder nicht, ob man sie gut findet oder nicht, sie waren ein kulturelles Phänomen, das seinesgleichen sucht. »Game of Thrones« mag sieben Jahre lang ein Gesprächsthema gewesen sein. CSI war es mehr als doppelt so lang und mit drei Serien, die alle über 9 Staffeln lang liefen.
Tatsächlich muss ich mich zusammenreißen, dass ich mir nicht die DVD-Boxen kaufe und einen Rewatch anfange. Aber so wie bei »Game of Thrones«, »Stargate«, »The Walking Dead« oder »Breaking Bad« hatten diese Serien ihre Zeit. Irgendwann ist es gut, sie einfach nur in seliger Erinnerung zu behalten. Wer hat schon die Zeit, sich dutzende Staffeln und hunderte Episoden anzuschauen? Es ist toll, es quasi live miterlebt zu haben. Genauso wie die anderen TV-Phänomene. Aber all den coolen Momenten, die sich ins Gedächtnis gebrannt haben, stehen ebenso langweilige, wiederholende und aus der Zeit gefallene Szenen gegenüber. Behalten wir sie uns mit der rosaroten Brille der Nostalgie im Gedächtnis. Das ist doch viel schöner, als es ein erneutes Ansehen je sein könnte.
