»Nerdforge« ist ein herausragender YouTube-Kanal. Betrieben wird dieser von Martina & Hansi. Die beiden bauen Dinge. Verrückte Dinge. Mal kleben sie alle Bücher aus der „Rad-der-Zeit“-Reihe aneinander und machen eine Art Rad daraus, mal machen sie eine Fallout-inspirierte Küche. Wenn jemand grenzenlose Kreativität hat, dann diese beiden. Ich schaue die Videos sehr gerne an, da sie zeigen, was man alles machen kann. Man muss sich nicht auf eine Sache reduzieren, man kann Verschiedenes miteinander kombinieren. Was mich gelegentlich überrascht, sind Kommentare unter den Videos.
Da fragen Zuschauer*innen beispielsweise, wie Martina das kann oder wo sie das gelernt hat. Dabei ist die Antwort so banal und einfach, aber das möchte niemand hören. Denn sie kann die Dinge, die sie kann, weil sie sie einfach macht. Sie wirft Ideen an die Wand, probiert Techniken aus und lässt sich überraschen, was funktioniert. Und sie baut seit vielen Jahren die verschiedensten Dinge und zeichnet wahrscheinlich noch länger. Bei Zeitrafferaufnahmen ist im Hintergrund stets eine Uhr. Das macht auch deutlich, dass es manchmal mühselige Kleinstarbeit ist, die viele Stunden in Anspruch nimmt. Natürlich bauen die beiden nicht an einem Tag eine Küche, geschweige denn in den 20 bis 30 Minuten, die das Video dauert. Aber viele scheinen diese Details zu übersehen. Es kommt nicht darauf an, dass man etwas von Anfang an gut kann. Nur muss man irgendwann damit anfangen, um überhaupt besser werden zu können. Und mal ehrlich: Wie oft sieht man Martina und Hansi auf der Couch sitzen und YouTube-Videos schauen?
Doch eigentlich wollte ich über ein neueres Projekt der beiden schreiben: »Fablegate«. Dabei handelt es sich um eine Kollektion aus vier Bildern, die Martina gezeichnet hat und zu denen Hansi etwas schreibt. Ob daraus Kurzgeschichten, Bücher oder etwas anderes wird, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls habe ich mir gleich alle vier dieser Bilder vorbestellt. Das Spannende daran ist, dass erst eines dieser Bilder fertiggestellt ist. Der Rest kommt im Laufe eines Jahres nach. Dazu gibt es jeweils eine Sammelkarte, die einen Blick in die Welt von »Fablegate« erlaubt und einen Flyer mit der Entstehungsgeschichte.
Das erste von vier Bildern ist letztens angekommen. Es sieht großartig aus. Ich bin sehr froh, dass es heil angekommen ist, denn es war in der Verpackung nicht noch einmal extra eingepackt. Ich hoffe, sie verbessern das beim nächsten Bild, denn scheinbar sind ein paar beschädigt angekommen, was mich ehrlich gesagt nicht wundert. Jedenfalls habe ich mir noch einen hübschen Rahmen für das Bild besorgt und es aufgehängt. Es ist eine beeindruckende Zeichnung und durchaus etwas Einzigartiges. Immerhin werden von jedem Bild nur 4.000 Stück gedruckt. Vielleicht lasse ich mich selbst auch dazu inspirieren, eine kleine Geschichte dazu zu schreiben. Meine eigene Version von »Fablegate«. Wer weiß. Erst einmal genieße ich die ansteckende Kreativität des Bildes. Es steckt so viel Leidenschaft und Leben darin. Es wirkt dynamisch und die Farben sind großartig. Ich bin schon sehr gespannt, wie die anderen drei aussehen werden. Und vor allem, wo ich diese hinhänge.