Die Welt von Warhammer begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich mag sowohl das Fantasy- als auch das Science-Fiction-Setting. Doch 40k, also die Science-Fiction-Seite, hat mich stets etwas mehr in ihren Bann gezogen. Allein die Tagline zieht einen in ihren Bann. Man will wissen, was passiert ist, ob es Hoffnung gibt, wie die Menschheit ums Überleben kämpft. Es ist episch, over-the-top übertrieben, brutal und hat ihren Ursprung als Satire. Was kann man daran nicht lieben?
»In the grim darkness of the far future, there is only war.«
Manche scheinen zwar den satirischen Aspekt etwas aus den Augen zu verlieren und die Welt zu ernst zu nehmen, doch das ist nur ein kleiner Teil einer ansonsten großartigen Community. Es ist Eskapismus pur. Ich habe mich im Laufe der Zeit mit vielen Aspekten von Warhammer 40k auseinandergesetzt. Sei es das Bemalen der Figuren, ein paar Runden des Table-Top-Spiels zu testen oder mich in den unzähligen Büchern zu verlieren. Man kann YouTube-Videos über die verschiedenen Seiten des Hobbys schauen oder die tollen Videospiele spielen. Mittlerweile gibt es einen eigenen Streaming-Service von Games Workshop mit Kurzfilmen, Serien und anderen Angeboten. Es ist wirklich schön zu sehen, wie diese Welt immer vielseitiger wird und jede*r entscheiden kann, wie man sich damit auseinandersetzen möchte.
Das alles hat aber einen Kern. Ein Grundgerüst, auf dem alles fußt. Es ist der unverwechselbare Look dieses dystopischen Universums. Die Zeichnungen in den Regelbüchern, die Artworks der Boxen, die Charakterdarstellungen auf den Websites. »Grimdark« ist nicht nur eine Zuschreibung der Welt, sondern ein komplett eigener Stil. Wie ich in den vergangenen Wochen gelernt habe, geht dieser Stil auf einen Mann zurück, der über 30 Jahre bei Games Workshop gearbeitet hat und damit ausschlaggebend für das ist, was wir uns als Fans unter Warhammer 40k vorstellen: John Blanche.
Seine Biografie zu lesen, war äußerst spannend und aufschlussreich. Man bekommt nicht nur Einblicke in sein Leben, sondern erfährt außerdem etwas über die Ursprünge von Games Workshop und Citadel. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es etwas trocken werden würde, doch die Hälfte des Buches ist gespickt mit Zeichnungen von Blanche, sodass man eine sehr gute Vorstellung von seiner Kreativität bekommt. Ich blättere immer wieder gerne durch die Seiten und betrachte die Zeichnungen. Es ist erstaunlich, was ein Mensch in der Lage ist, aus dem Nichts zu erschaffen. John Blanche kann als Inspiration und Vorbild dienen, sich nicht an Konventionen zu halten, sondern das zu machen, was man für richtig hält, und der Kreativität freien Lauf zu lassen.
»John Blanche«, geschrieben von John Wombat und Ruth Moreira, ist eine tolle Biografie und ein schön designtes Buch. Sie schreiben nicht nur über John Blanche, es kommen ebenso Zeitgenossen zu Wort. So erfährt man viel über den Charakter von John Blanche, seine Arbeitsweisen und wie die frühen Tage von Games Workshop aussahen. Auch wenn der Fokus natürlich auf seiner Arbeit bei Games Workshop liegt, erfährt man auch außerhalb davon etwas über den Meister von Grimdark. Ein tolles Buch und eine klare Empfehlung für alle Fans von Warhammer 40k.

