Es ist sicherlich 20 Jahre und länger her. Ich war riesiger Michael-Jackson-Fan, bin ich auch heute noch. Aber damals war ich geradezu besessen. Ich habe nicht nur diverse CDs gekauft. Ich hatte jede Menge DVDs und Blu-Rays von Konzerten und Musikvideos. Sogar eine Videokassette war dabei. Die Älteren werden sich noch an diese steinzeitliche Technologie erinnern. Darauf war der Kurzfilm »Ghosts«. Zu der Zeit war sogar noch ein entsprechender Player am kleinen Fernseher angeschlossen, womit man sich diese ansehen konnte. Natürlich durften etliche Poster nicht fehlen. Dann kam der Prozess 2005.
Bereits im Vorfeld habe ich angefangen, Zeitungsschnipsel und Nachrichten, Ausschnitte aus Magazinen und dergleichen zu sammeln. Es gab Sonderausgaben und es wurde über alles Mögliche, was diesen Prozess betraf (oder auch manchmal nur tangierte), berichtet. Wenn ich also sage, dass ich eine umfangreiche Sammlung rund um die Person Michael Jackson hatte, dann meine ich das multimedial und sie war äußerst umfangreich. Wie es aber manchmal so läuft, wenn man älter wird, ändern sich die Interessen. Zumindest werden manche weniger wichtig. Deshalb habe ich irgendwann die ganzen Sachen in eine Kiste gepackt und im Keller verstaut. Es kam ein Umzug, die Kiste wanderte natürlich mit, aber wanderte erneut in den Keller. Dann kam Tag X.
Eigentlich war der Keller recht ordentlich und gut organisiert. Es sah vielleicht nicht danach aus, aber alles hatte seinen Platz und wir hatten ein Konzept. Leider sahen die Mäuse das genauso und fühlten sich scheinbar in den Räumen wohl. Mit diversen Mitteln und Fallen haben wir versucht, es wieder unter Kontrolle zu bringen. Es waren nicht viele, aber ein paar reichen auch schon aus, um Chaos anzurichten. Wie wir später feststellen würden, haben sie sich in diversen Kisten und Kartons eingenistet. Damals waren wir noch nicht so clever und haben ausschließlich Plastikkisten verwendet. Vom Umzug blieben diverse Kisten aus Karton übrig. Warum diese nicht verwenden? Das war der große Fehler. Vieles war angefressen, zerstört oder sonst wie verunreinigt. Zwar betraf es nur drei Kartons oder so, trotzdem waren diese voller Erinnerungen, Andenken und Zeug aus der Jugend. Darunter eben auch meine umfangreiche Michael-Jackson-Sammlung. Vielleicht hätte man noch etwas retten können. Aber es war ekelig und so wurde alles entsorgt.
Ich hatte die CDs gerippt und meiner iTunes-Bibliothek einverleibt, also hatte ich weiterhin Zugriff auf die Alben. Außerdem kamen Streaming-Dienste immer mehr auf, was den Besitz von CDs sowieso überflüssig zu machen schien. Doch angespornt durch diverse YouTube-Videos und Reddit-Foren bin ich heute auf der Suche nach diversen Musikalben. Ich durchstöbere eBay nach Konvoluten, Willhaben und andere Gebrauchtwarenläden. Ich möchte meine Musiksammlung wieder herstellen. Denn wie es scheint, war nicht nur Michael Jackson unter den Opfern der Mäuse. In der Kiste waren scheinbar auch all meine anderen CDs. Ich habe mir sogar ein externes Laufwerk für den Mac gekauft, um die Musik in einer entsprechenden Software ordentlich verwalten zu können. Aber warum sich die Mühe machen, diese CDs zu suchen und zu kaufen? Ist das nicht zu altmodisch?
Musik zu besitzen, physische Medien in der Hand zu haben, ist etwas Besonderes. Ist es nur das nostalgische Gefühl oder steckt vielleicht mehr dahinter? Natürlich sind Dinge wie Apple Music oder YouTube Music gut dafür, neue Dinge zu entdecken, aber besonders Klassiker und Alben, die man gerne in der Jugend gehört hat, möchte ich doch als physisches Medium haben.
Ich überlege sogar, ob ich mir einen gemoddeten iPod Classic bestellen soll. Mit neuem Akku und SSD ausgestattet, scheint dieser wunderbar zu laufen. Es gibt sogar ein Open-Source-Betriebssystem »Rockbox« dafür, welches einen ähnlichen Look & Feel wie das alte Betriebssystem hat. Ich habe früher nie einen iPod besessen. Ich hatte zwar diverse MP3-Player, aber nie einen iPod. Warum das so ist, daran vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Aber vielleicht ist es also an der Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Für 2026 habe ich also doch noch ein neues, altes Hobby für mich entdeckt: Musik. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Ich werde auf jeden Fall davon berichten.