Letztens habe ich darüber berichtet, wie ich meine alte CD-Sammlung verloren habe (Die verlorene Sammlung). Das war mir zwar über lange Zeit egal, aber wie so oft werden alte Dinge irgendwann wieder wichtig. Deshalb tue ich mir (manchmal zumindest) schwer, etwas wegzuwerfen, wenn es sich um etwas handelt, was ich schon länger besitze. Man weiß ja nie, ob das Hobby oder das Interesse noch einmal aufkommt oder man es vielleicht jemandem weitergeben möchte. Hauptbestandteil meiner CDs waren Alben, Singles, DVDs und eine Videokassette von Michael Jackson. Diesen Bestandteil wollte ich als Erstes wiederherstellen.
Ich habe mich also auf die Suche nach Michael-Jackson-Sammlungen gemacht. Konvolute von CDs, wo einiges von ihm enthalten ist, oder wenn jemand seine Sammlung auflöst und es weg haben möchte. Zwar hat eBay so einige Ergebnisse geliefert, doch manche überschätzen auch den Wert ihrer Habseligkeiten. Besonders wenn es um spezielle Alben geht, werden oft Hunderte, wenn nicht Tausende Euro verlangt. Wucher. Das bin ich nicht bereit, zu zahlen. Doch manche sind vernünftig geblieben. Man darf sich bei solchen Suchaktionen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir sind es gewohnt, dass man etwas bestellt und in den nächsten Tagen in Händen hält. Das ist hier anders.
Das Glück war mir jedoch hold. Auf Willhaben habe ich jemanden gefunden, der seine komplette MJ-Sammlung für gerade einmal 40 € loswerden wollte (50 € inklusive Versand). Da musste ich zuschlagen. Zwar war es nicht über das von Willhaben eingerichtete Payment-System, sondern ich habe demjenigen das Geld überwiesen und gehofft, ein Paket dafür zu erhalten. Doch die Chance konnte ich nicht vorbeiziehen lassen. Das kleine Risiko hat sich gelohnt. Ein paar Tage nachdem wir uns geeinigt hatten, er das Geld erhalten hatte und ich ihm meine Adresse gegeben hatte, hielt ich das Paket in Händen. Es war hervorragend verpackt. Ich dachte schon, ich bin vorsichtig und großzügig, was Verpackungsmaterial angeht, aber das hier war noch einmal ein Level höher.
Es waren ein paar Alben doppelt, dafür aber mit alternativen Covern. Jede Menge Singles und ein paar DVDs waren auch dabei. Auf einen Schlag habe ich also einen großen Teil meiner alten Sammlung wiederhergestellt. Und das auch noch zu einem exzellenten Preis. Ich bin sehr zufrieden damit und glücklich, diese CDs wieder im Regal stehen zu haben.
Dank eines neuen, günstigen, externen Laufwerks und entsprechender Software konnte ich die CDs auch gleich rippen (was genau ich dafür verwende, berichte ich in einem separaten Text). Natürlich kann man heutzutage alles bei Spotify, YouTube Music, Apple Music und Co. abrufen, jederzeit und überall. Aber es ist etwas anderes, wenn man die CDs zu Hause stehen hat, sich die Mühe gemacht hat, diese zu digitalisieren, und sie dann anhört. Das fängt bei der Qualität an. Ich kann die Songs lossless rippen. Zwar gibt es lossless bereits bei mehreren Anbietern, aber nicht alle Songs oder Alben sind in einem entsprechenden Format verfügbar. Und man geht bewusster mit der Musik um. Ich baue mir gerne eine neue Bibliothek an Musik auf. Aber bei einem Streaming-Anbieter mache ich mir diese Mühe nicht. Ich besitze die Musik nicht. Die Beziehung dazu ist eine andere.
Ich bin gespannt, wie dieses Experiment, zu dem ich mich dieses Jahr entschieden habe, weitergeht. Bisher sind nur jede Menge Michael-Jackson-Sachen in meiner Bibliothek und das Musical „Maria Theresia“ (das Album habe ich schon viel zu oft gehört, seit ich es gesehen habe; aber es ist einfach fantastisch). Ein paar weitere habe ich bestellt (gebraucht oder im Angebot). Ich beschäftige mich gerne damit und habe auch Klassiker geordert, die man gehört haben sollte. Vielleicht entdecke ich neue Favoriten und Sänger*innen, denen ich zuvor nie eine Chance gab.