Ich schreibe diese Zeilen im Zug auf dem Weg nach München (es ist ein Freitagmorgen). Dort werde ich dann in einen anderen Zug umsteigen und mich in Richtung meines Ziels aufmachen: Stuttgart. Welcher Zug das sein mag, weiß ich noch nicht genau. Das hängt davon ab, wann genau ich in München ankomme. Der Zug, in dem ich sitze, sollte eigentlich um halb neun wegfahren. Verspätung war eine halbe Stunde, vier Waggons fehlten von vornherein. Unter anderem derjenige, in dem mein Sitzplatz reserviert war. Übrig bleiben vier Waggons. Zwei davon sind Schlafwägen. Der Platz ist also durchaus knapp bemessen.
Ich fahre durchaus des Öfteren mit Zügen. Ich fahre gern damit, weil es entspannter ist – meistens zumindest. Allerdings versuche ich auch an Tagen wie diesen, an denen von Anfang an alles schiefzulaufen scheint, was nur schieflaufen kann, entspannt zu bleiben. Es hilft ja nichts. Die einzige Alternative wäre gewesen, nach Hause zu fahren, ins Auto zu steigen und mit dem zu fahren. Dann wären alle Kosten für die Zugfahrt, die sich dieses Mal erstaunlicherweise in Grenzen gehalten haben, umsonst gewesen. Doch gerade als ich tatsächlich überlegt hatte, ob das Auto eine Alternative wäre, traf der Zug nach München doch noch ein.
Wie es eben so ist, wenn vier Waggons fehlen, ist ziemlich viel los. Der erste Waggon war ein Schlafwagen. Durch den zweiten mit normalen Abteilen bin ich durchgegangen und suchte vergeblich nach einem Sitzplatz. Der Dritte war erneut ein Schlafwagen. Dort lagen zwar nicht allzu viele Leute, aber ich denke nicht, dass das toleriert werden würde, wenn ich mich in ein Abteil legen würde. Also machte ich es mir in einem kleinen Zwischenabteil auf dem Boden gemütlich. Meinen kleinen Koffer als Mini-Hocker, konnte man es im Zweifel auch hier aushalten. Ein älterer Herr saß bereits dort, und ich gesellte mich zu ihm. Bahnfahren verbindet.
Eine halbe Stunde saßen wir da, brachen von Salzburg auf und parkten zwischenzeitlich in Freilassing. Es werden immer noch akribische Kontrollen durch die Polizei durchgeführt. Warum? Keine Ahnung. Wurde jemals jemand aus einem Zug gezerrt? Bringt das irgendwas, außer das Vorgaukeln von Aktionismus, ohne wirklich etwas verändern zu müssen? Aber das ist eine andere Diskussion. Immerhin erfuhren wir, dass es ein 6er-Abteil gibt, in dem nur eine Person sitzt. Dort haben wir es uns nun gemütlich gemacht. Hier lässt es sich bis München leicht aushalten. Bahnfahren ist immer wieder aufs Neue spannend. Dass der gesamte Salzburger Hauptbahnhof ausfällt, habe ich allerdings auch noch nicht erlebt. Bis heute. Immerhin ist es eine spannende Geschichte. Zumindest habe ich einen Text herausgeholt.