Ich habe schon von Autor*innen und Texter*innen gelesen, die betonen, dass sie ein sehr spezifisches Set-up benötigen, bevor sie überhaupt mit dem Schreiben anfangen können. Sei es eine bestimmte Tageszeit oder ein Set an Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Ich finde das zum einen charmant. Es verleiht ein gewisses Gefühl der Routine. Man ist unter diesen Bedingungen vielleicht eher in einer schreiberischen Einstellung. Doch genauso finde ich es befremdlich. Vielleicht ist es sogar gefährlich, zumindest aber hinderlich. Ich versuche, mich nicht in diesen Käfig zu manövrieren.
Ich möchte überall schreiben können. Als ich letztens nach Stuttgart gefahren bin, um den Geburtstag eines Freundes zu feiern, habe ich etliche Texte im Zug geschrieben. Diesen hier schreibe ich gerade auf der Rückfahrt. Eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben, aber ich bin über vier Stunden unterwegs und manchmal ergibt ein Thema das nächste und so sind es insgesamt 10 Texte oder so geworden, die ich auf der Hin- und Rückreise geschrieben habe. Alternativ könnte ich natürlich YouTube schauen oder Musik hören. Habe ich auf der Hinfahrt auch gemacht, aber eben nicht ausschließlich. Ich nutze die Gelegenheit sehr gerne, quasi eingesperrt zu sein und nirgends hinzukönnen. Warum sie nicht nutzen, um ein paar Zeilen niederzuschreiben.
Was ich tatsächlich fürs Schreiben benötige, ist eine ordentliche Tastatur. Das meiste schreibe ich direkt auf der Tastatur des MacBooks. Ich habe auch schon auf der iPad-Tastatur geschrieben (dieses verdammte Zubehör ist auch teuer genug, da sollte das Tippen Spaß machen). Auf dem iPhone einen kompletten Text zu tippen, schaffe ich wahrlich nicht. Ich habe es versucht, bin aber gescheitert. Allerdings ist das iPhone super, um Ideen kurz festzuhalten oder einen Text stichwortmäßig aufzuschreiben und diese Schnipsel später zu verarbeiten. Insofern habe ich zumindest eine Voraussetzung, die unbedingt erfüllt sein sollte: Ich brauche mein Schreibgerät. Ohne das funktioniert es einfach nicht.