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Es ist Donnerstag, also geht es wieder zurück in die Vergangenheit. Im dritten Jahr meines Blogs möchte ich mein damaliges Projektstudium aus dem Medienwissenschaftsstudium in Tübingen neu aufbereiten. Unter dem Titel »Everything X-Men« entstand eine Reihe von Texten über die X-Men-Comics, ihre Figuren, Themen und gesellschaftlichen Bezüge. Ursprünglich habe ich die Texte auf Englisch geschrieben. Für die heutige Veröffentlichung übertrage ich sie ins Deutsche, zunächst mithilfe von DeepL, inklusive der Zitate, und anschließend mit eigener Überarbeitung.
X-Men Blue
- Volume 1: Strangest
- Volume 2: Toil and Trouble
- Volume 3: Cross Time Capers
- Venom & X-Men: Poison-X
- Volume 4: Cry Havok
- Volume 5: Surviving the Experience
In meinem Artikel über »X-Men Prime #1« schrieb ich, dass die gesamte neue Besetzung als neuer Einstiegspunkt, als Neuanfang für das X-Franchise dient. Das mag für die Serie »X-Men Gold« sicherlich zutreffen, nicht jedoch für »X-Men Blue«. Habt also bitte etwas Geduld, wenn wir über das Multiversum, alternative Dimensionen, Zeitreisen, erzwungene Mutationen und Verknüpfungen zu Marvel-Events sprechen. All das und noch mehr passiert in »X-Men Blue«.
Das Team
Vor einiger Zeit reiste Hank McCoy in die Vergangenheit, um die ursprünglichen fünf X-Men zu rekrutieren: Cyclops, Marvel Girl, Iceman, Angel und sein jüngeres Ich, Beast. Sie kämpften im Krieg gegen die Inhumans und haben sich nun aufgemacht, ihr eigenes Ding zu machen. Sie arbeiten mit dem heutigen Magneto zusammen, der ein Hauptquartier in Madripoor hat. Auf ihren Abenteuern treffen sie neue Leute, die sich ihnen anschließen.
Da wäre Jimmy, Wolverines Sohn aus einer anderen Dimension. In seiner Welt sind Mutationen keine natürliche Evolution, sondern von Menschenhand geschaffen. Wahrscheinlich ausgelöst durch Miss Sinister, die auch einige fiese Tests und Experimente an ihm durchgeführt hat. Nun ist Jimmy hier, um den X-Men zu helfen.
Dann haben wir Bloodstorm, ebenfalls aus einer anderen Dimension. Stellt euch eine Mischung aus Vampir und Ororo vor. Als wir sie hier treffen, gehört sie zu einer Gruppe, die die X-Men angreift, angeführt von der Goblin Queen. Sie verspricht ihren Handlangern, ihnen das zu verschaffen, was sie sich am meisten wünschen. Glücklicherweise gelingt es Bloodstorm, den Bann zu durchbrechen, und sie schließt sich den X-Men an. Die Goblin Queen unterrichtet den jungen Hank zudem in Magie, was später zwar eigene Probleme mit sich bringt, aber auch einige positive Aspekte hat.
Dann haben wir das Flugzeug der X-Men: die Blackbird. Es stellt sich heraus, dass die Blackbird in Wirklichkeit der Danger Room in Verkleidung ist. Wenn ihr mehr über den Danger Room erfahren wollt, wie er zu eigenem Bewusstsein gelangte und den X-Men hilft, lest »Astonishing X-Men« von Joss Whedon – darauf, kommen wir später noch zu sprechen.
Die Bösewichte
Wenn ihr denkt, das Team sei bereits eine Ansammlung interessanter, verrückter und einzigartiger Wesen, wartet erst einmal ab, bis wir zu den Bösewichten kommen.
Zunächst müssen sie gegen ein klassisches Schurken-Duo antreten, bestehend aus Black Tom und dem Juggernaut. Es ist immer schön, diese beiden zu sehen. Sie sind fest in der DNS der X-Men verankert, und dass sie nun erneut gegen die jungen, zeitversetzten X-Men kämpfen müssen, ist einfach wunderbar.
Bei Bastion wird es etwas komplexer. Bastion ist eine KI, die entwickelt wurde, um alle Mutanten zu vernichten. Nachdem der Terrigen-Nebel jedoch die Mutanten dezimiert hat, hat er bald keine Aufgabe mehr. Der logische Weg ist also, den Mutanten zu helfen, damit sie gedeihen. Wenn wieder eine angemessene Anzahl von Mutanten auf der Erde lebt, kann Bastion sie dann ein für alle Mal vernichten. Wer kann dieser Logik schon widersprechen? Zumindest haben die X-Men vorübergehend einen neuen »Partner« und können an einem Plan arbeiten, ihn oder es zu vernichten.
Der letzte Bösewicht, den ich hier erwähnen möchte, ist Prof. X’ zukünftiger, böser Sohn. Er beschließt, in die Vergangenheit zu reisen, um die nun fehlenden ursprünglichen X-Men zu ersetzen. Mit seiner Bruderschaft und einigen Gedankentricks gelingt es ihm, den Professor – der wiederum sein Vater sein wird – zu stürzen und alle glauben zu lassen, sie seien die X-Men. Es wird manchmal etwas verwirrend, aber die Serie ist wirklich unterhaltsam zu lesen. Man muss sich nur ein wenig durchbeißen.
Das Tüpfelchen auf dem i
Um das Ganze noch etwas verwirrender zu machen, gibt es weitere Teams. In Madripoor begegnen wir einer Gruppe von Mutanten, die den Lehren von Wolverine folgen, der vor einigen Jahren gestorben ist. Dann gibt es natürlich noch den »Hellfire Club«, zu dem Emma Frost, Miss Sinister, Havok und Bastion gehören. Außerdem die »Marauders«, die aus Jimmys Dimension stammen und an der Seite des »Hellfire Clubs« kämpfen. Auch sie wollen Jimmy rekrutieren und bestehen aus Toad, Guardian, Armor, Mach2 und wahrscheinlich Xorn.
Und dann ist da noch Daken Akihiro. Der Sohn von Wolverine in diesem Universum oder dieser Dimension und auf seltsame Weise der Bruder von Jimmy? Es werden auch noch ein paar andere Namen erwähnt, wie Malice, oder Dakens Vergangenheit, die vielleicht etwas mit »AXIS« zu tun hat, was ich noch nicht gelesen habe. »X-Men Blue« knüpft auch an »Secret Empire« an, sogar noch stärker als »X-Men Gold«, und wir bekommen ein »Poison-X«-Crossover, in dem jeder seinen ganz eigenen Symbionten erhält.
Und lasst mich gar nicht erst von Magneto und seiner Loyalität anfangen. Oder von der Tatsache, dass das Team irgendwann durch verschiedene Zeiten und Orte reist. Und natürlich all die Konsequenzen, die es mit sich bringt, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
Warum?
So, jetzt, wo ich Leser*innen endgültig verloren habe, können wir über die eigentliche Frage sprechen: Warum? Und: Ist es gut?
Ja, das ist es. »X-Men Blue« ist die meiste Zeit über eine unterhaltsame Lektüre. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man zuerst »Secret Empire« liest, denn sonst könnte der gesamte zweite Band noch verwirrender sein. Manchmal muss man ein bisschen recherchieren und herausfinden, welche Hefte man als Nächstes lesen sollte. Nach dem »Poison-X«-Crossover sollte man zum Beispiel »Venomized« lesen.
Ich habe es nicht gelesen, weil ich bei den X-Men bleiben wollte, aber dadurch verpasste ich einige Teile der Geschichte, die vielleicht praktisch gewesen wären. Es kann frustrierend sein, wenn man sich auf eine Serie konzentrieren will und dann zwei oder drei andere Events parallel dazu lesen muss, aber wie gesagt: Wenn man auf die Reise vorbereitet ist, kann es sehr spannend sein.
Cullen Bunn versteht es, die X-Men zu schreiben, und das gesamte Kreativteam ist faszinierend. Die dunklen Farben und der Blaustich, der in jedem Heft zu finden ist, verleihen der Serie einen einzigartigen Look. Man muss nur ein paar Seiten durchblättern, um zu erkennen, dass diese Geschichte alles, was darin geschieht, ernst nimmt.
Fazit
Bei all dem, was vor sich geht, könnte die Geschichte schnell auseinanderfallen, aber das schiere Talent hinter jeder einzelnen Ausgabe garantiert hochwertiges visuelles Storytelling über die gesamten 35 Haupthefte hinweg und darüber hinaus. Ich glaube nicht, dass man »X-Men Blue« Neulingen im X-Universum empfehlen kann, aber wenn man über Grundkenntnisse des Marvel-Universums und der X-Men-Charaktere verfügt, sollte man sich diese Serie nicht entgehen lassen. Vor allem, wenn man ein Marvel-Unlimited-Abonnement hat und tief in jedes Ereignis eintauchen kann, mit dem sie zusammenhängt.
Und wie versprochen, hier alle Talente, die »X-Men Blue« möglich gemacht haben. Ich entschuldige mich, falls ich einen der Namen falsch geschrieben habe.
X-Men Blue:
- Writer: Cullen Bunn
- Artists: Jorge Molina (#1-2; 13-15; 23-25; 31), Ray-Anthony Height (#3), Julian Lopez (#4), Lopez & Cory Smith (#5), Height & Terry Pallot (#6), Cory Smith (#7-9), Giovanni Valetta (#10), Douglas Franchin (#11-12), Thony Silas (#16), R.B. Silva (#17-20; 26), Jacopo Cmagni (#21-22), Mike Perkins (Backmatter), Marcus To (#27-28; 33-36), Nathan Stockman (#29-30), Andrés Genolet (#32)
- Inkers: José Marzan Jr. & Walden Wong (#4), Marc Deering & Pallot (#6), Scott Hanna (#10-12), Adriano Di Benedetto (#17-20; 26), Craig Yaung (#25)
- Colorists: Matt Malina (#1-3; 7-9; 13-15; 21-25; 29-36), Irma Kniivila (#4-6), Guru-eFX (#10-12), Rain Beredo (#16-20; 26-28)
- Letterers: VC‘s Cory Petit (#1-6; 11), VC‘s Joe Caramagna (#7-10; 20-36)
X-Men Blue Annual:
- Writer: Cullen Bunn
- Artist: Edgar Delgado
- Colorist: Matt Milla
- Letterer: VC‘s Joe Caramagna
Venom #162-163:
- Writer: Cullen Bunn
- Artists: Edgar Salazar & Ario Anindito
- Colorist: Dono Sánchez-Almara
- Letterer: VC‘s Clayton Cowles
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