„Elden Ring“ ein Videospiel zu nennen, ist, als würde man Daft Punks „Random Access Memories“ als Musikalbum bezeichnen. Faktisch ist es korrekt, aber doch ist es eine unzureichende Beschreibung. FromSoftware hat mit „Elden Ring“ ein Meisterwerk im Genre der Soulsborne-Spiele geschaffen. Ein Genre, das sie selbst erfunden haben. Unter der kreativen Leitung von Hidetaka Miyazaki entstand dieses monumentale Werk 2022. Seitdem wartet die Welt gespannt, welches große Singleplayer-Spiel im Souls-Stil sie als Nächstes herausbringen werden. Sie sollen sich ruhig Zeit lassen. Immerhin sind die Nachwirkungen von „Elden Ring“ noch immer zu spüren.
Ich spiele es mittlerweile eher selten selbst. Stattdessen bin ich Fan von Veranstaltungen wie „Bingo Brawlers“ geworden oder schaue die „Deathless Randomizer League“. Über beide habe ich bereits berichtet. Allerdings schaue ich ebenso gerne Streamern bei diversen Challenge-Runs zu. Egal, welche Einschränkungen sie sich auferlegen, meist kommt ein spannendes Video dabei heraus. Einer meiner absoluten Lieblingskanäle diesbezüglich ist „Bushy“. Er hat eine authentische Art, begeistert sich spürbar für das Spiel und hat schon alles Mögliche darin geschafft. Mich fesselt er immer wieder. Seine regelmäßigen Pokémon-Booster-Pack-Openings haben mich sogar dazu gebracht, in das TCG einzusteigen. Natürlich blieb es nicht bei Pokémon, aber das nur am Rande.
Vor etwa fünf Monaten hat er sich bei „Elden Ring“ an die French-Challenge herangewagt. Das war Anfang des Jahres ein großes Thema und ich habe schon gespannt darauf gewartet, wann Bushy sich dieser Challenge stellen würde. Kurz gesagt handelt es sich bei dieser Herausforderung um Folgendes: Es ist ein „Deathless Randomizer Run; Use What You Get; All Bosses; Region Locked“. Was heißt das?
- „Deathless“: Ist, glaube ich, klar – wenn man stirbt, muss man wieder von vorne anfangen.
- „Randomizer“: Gegner, Bosse und Items sind durcheinandergewürfelt. Da der DLC von „Elden Ring“, „Shadow of the Erdtree“, ebenfalls in die Challenge inkludiert ist, können diese Items und Gegner im Base Game auftauchen und umgekehrt.
- „Use What You Get“: Wenn man ein Item sieht, muss man es aufheben, sofern das nicht lebensbedrohlich ist. Handelt es sich um eine Rüstung, eine Waffe, einen Talisman, einen Zauber oder einen anderen Ausrüstungsgegenstand, wird dieser automatisch ausgerüstet und muss so lange genutzt oder getragen werden, bis er von einem anderen abgelöst wird. Egal, wie schlecht die Waffe ist oder ob man eine „Light Roll“ oder „Heavy Roll“ hat.
- „All Bosses“: Es müssen alle 207 Bosse des Hauptspiels und der Erweiterung bezwungen werden.
- „Region Locked“: Man darf eine dedizierte Region erst verlassen, wenn man alle Bosse darin erledigt hat. Nach dem Startgebiet Limgrave kann man sich aussuchen, was man als Nächstes machen möchte, aber sobald man ein Item in einem Gebiet aufgehoben hat, muss man dieses Gebiet zu Ende machen.
Es gibt noch ein paar Regeln, aber das ist der Kern. Ich muss wohl nicht betonen, dass es eine schwierige Challenge ist. Nach fünf Monaten und 80 Versuchen ist es Bushy Anfang September schließlich gelungen, diese Herausforderung zu überstehen. Und ja, ich habe ihm fünf Monate bei diesen Versuchen zugeschaut. Nicht alle, aber doch sehr viele habe ich mir angesehen. „Elden Ring“ hat eine Faszination, die ich nicht erklären kann. Diese Welt zieht mich noch immer in ihren Bann, und wenn Streamer schwierige Herausforderungen gut präsentieren können, bin ich gezwungenermaßen dabei.
In den letzten Wochen hat sich im Stream eine Art Catchphrase oder ein Mantra für die Challenge entwickelt: „We must go“. Anfangs war er eher vorsichtig unterwegs, am Ende ist er durchgelaufen und hat nicht versucht, schwierige Passagen sicher zu machen. „Embrace the go“. Konträr zu dem, was man vielleicht vermuten würde, sind nicht die Bosse das größte Problem, sondern die zufälligen Gegner bei den Passagen dazwischen. Man stirbt sehr schnell. Der kleinste Fehler kann aufs Härteste bestraft werden oder es ist schlicht eine blöde Situation. Wirklich beeindruckend, dass er das durchgezogen und geschafft hat. Die Frage ist nur: Was kommt nach der French-Challenge?
