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After-Credit-Quälereien

In den vergangenen Monaten habe ich sehr viele Marvel-Filme geschaut. Dazwischen dann noch mehr Marvel-Filme außerhalb des MCU. Das Ergebnis davon und wie ich die einzelnen Filme fand, kann man jeden Samstag hier im Blog lesen. Je mehr man von diesen Filmen schaut (unabhängig von der Qualität des eigentlichen Erzeugnisses), desto mehr fällt einem die schiere Unnötigkeit von After-Credit-Szenen auf. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich selbst bei herkömmlichen Filmen, die nichts mit Comics zu tun haben, bis ans Ende vorspule, um zu sehen, ob nicht doch eine zusätzliche Sequenz eingebaut wurde. Das muss aufhören.

Am Anfang war es ein nettes Gimmick. Nick Fury tauchte in Iron Man auf, die Avengers haben Shawarma gegessen und in Fluch der Karibik klaut der Affe ein Goldstück. Wunderbar. Aber wir haben das Spiel durch. Es gibt nichts mehr Originelles, was man nach 20 Jahren damit anstellen könnte. Wir brauchen eine Pause von diesem leidlichen Kunstgriff. Ich glaube, wir sind in einer Spirale gelandet. Denn wenn wir ehrlich sind, erwarten wir ja, dass nach dem Film etwas kommt. Marvel hat uns abgerichtet, wie den Pawlowschen Hund. Sobald wir Credits über den Bildschirm huschen sehen, läuft der Sabber schon am Mund hinab, in höchster Vorfreude auf einen Leckerbissen. Die Filmemacher fühlen sich auf der anderen Seite wahrscheinlich fast schon verpflichtet, sich irgendwas aus den Haaren zu ziehen. Doch sie waren es doch, die uns darauf trainiert haben.

Ich möchte Filme schauen, ohne mich zu fragen, ob am Ende noch etwas kommt. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, vor Ende des Abspanns aus dem Kino zu gehen. Zu Hause googelt man dann, ob wirklich nichts mehr gekommen ist, nur um festzustellen, dass man etwas verpasst hat. Natürlich ist das auch ein bisschen FOMO, aber es muss doch nicht sein. Wenn noch eine Szene, ein kleines Schmankerl den Zuschauer*innen dargereicht werden soll, dann reicht es vollkommen aus, das als Mid-Credit-Szene zu tun. Das ist aber auch schon das Höchste der Gefühle. Wenn wir ehrlich sind, tragen die meisten dieser Ergänzungen nichts zur Geschichte bei oder sind auch nur annähernd so gut wie die ersten ihrer Art. Es wird Zeit, die After-Credit-Szene unauffällig hinter den Schuppen zu bringen.

MCU Rewatch | Black Widow

Die Pause nach Endgame hat wirklich gut getan. Seitdem habe ich die X-Men-Filme angeschaut, die wir in den vergangenen Wochen intensiv besprochen haben. Für mich war es tatsächlich eine noch längere Pause, als sie hier im Blog erscheint, da es etwa zwei Monate sind, seitdem ich Endgame gesehen habe. Vor allem die Abwechslung mit den X-Men fand ich erfrischend. Es ist eine andere Seite der Marvel-Welt, die wir damit näher beobachten konnten. So kann ich gefühlt frischer und neutraler an die nächste, vierte Phase herantreten. Schauen wir uns also die nächste Phase an, die mit Black Widow beginnt.

Als ich den Film damals im Kino sah, ließ ich kein gutes Haar an ihm. Irgendwie hat mich alles daran gestört; die Action, die Geschichte, die Tatsache, dass der Film gefühlt 10 Jahre zu spät erscheint und die Verfehlung, einen echten Thriller daraus zu machen. Nachdem ich nun den Film ein zweites Mal gesehen habe und mit etwas mehr Abstand, kommt er besser weg. Ich fühlte mich wirklich gut unterhalten und die zugrunde liegende Geschichte birgt eine notwendige Tiefe in sich.

Bei Marvel-Filmen oder Superhelden-Filmen allgemein bin ich versöhnlicher, wenn es darum geht, schwierige Themen zu besprechen oder sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Immerhin sind es Action-Filme, die durchaus eine komplexe Geschichte erzählen können, jedoch ein breites Publikum ansprechen wollen. Die Produktion ist teuer, aufwendig und zeitintensiv, da möchte man natürlich die Kosten wieder einspielen. Wobei das natürlich eine Spirale ist, die man gelegentlich durchbrechen muss. Denn es braucht nicht immer einen 300-Millionen-Dollar teureren Film. Ich mag genauso kleinere Geschichten innerhalb dieses Universums. Doch ich verstehe, dass man sich die Tiefe, die ich vorhin angesprochen habe, manchmal selbst erarbeiten und weiterdenken muss. Vielleicht bin ich aus den Comics heraus gewohnt oder bin eben bereit, mir diese Arbeit zu machen. Deshalb fällt es mir leichter, gnädig mit den Filmen umzugehen.

Die Grundpfeiler von Black Widow stimmen. Scarlett Johansson und Florence Pugh sind fantastisch in ihren Rollen, verkörpern die Agentinnen glaubhaft und haben eine tolle Chemie. Ihre Szenen machen Spaß, aber sie bringen ebenso die notwendige Ernsthaftigkeit und Gravitas auf. Diese braucht das Thema des Films. Denn es geht um Machtmissbrauch. General Dreykov, der Chef des »Red Room«, sucht sich verletzliche, junge Mädchen. Er bemächtigt sich ihnen, foltert sie quasi, bis sie dem Bild entsprechen, das er haben möchte. Er setzt sie unter Drogen, sodass sie ihm aufs Wort gehorchen, zwingt sie zu einer Hysterektomie. Wenn sie ihren Zweck erfüllt haben, wirft er sie weg und beschafft sich neue. Es ist brutal, grausam und höchste Zeit, dass sich Natasha um ihren ehemaligen Peiniger kümmert.

Die Szenen im Red Room Hauptquartier, zwischen Natasha und Dreykov sind widerlich. Beide Schauspieler*innen sind hier auf Höchstform. Ray Winstone als Dreykov verkörpert alles, was falsch ist. In dieser Welt, als auch in unserer. In ihm kann man sehr viel mehr lesen. Die Art, wie er sich den Frauen nähert, die Sprache, die er benutzt, die Gestik und Mimik; es ist widerlich und er hat alles verdient, was ihm im Laufe dieses Films angetan wird. Wahrscheinlich mehr. Die restlichen Black Widows zu befreien und dafür zu sorgen, dass die weltweit im Einsatz befindlichen Agentinnen frei kommen, ist nur ein schwacher Trost. Aber es ist einer. Genauso, dass Dreykovs Tochter Antonia aka Taskmaster endlich aus den Fängen ihres Vaters freikommt. Dieser Twist von Taskmaster ist genial und gefällt mir ausgezeichnet. Es passt perfekt in die Geschichte.

Zugegeben hätte ich das große Finale mit der Festung, die vom Himmel fällt, nicht gebraucht. Es ist das einzige wirkliche Manko, das ich an dem Film habe. Ich hätte gerne ein unaufgeregteres Finale gehabt. Ruhiger, intimer, so wie der Anfang des Films. Es hätte wunderbar gepasst, aber ich vermute, wir sind an einem Punkt, wo wir ein episches Finale benötigen. Der Rest des Films funktioniert für mich dafür wunderbar. Natasha, die sich einfach nur absetzen möchte, aber von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die Verknüpfungen mit den anderen MCU-Filmen fühlen sich ungezwungen an. Nach Civil War ist ein geeigneter Zeitpunkt für die Geschichte.

Zwar gehen die emotionalen Momente teilweise in den brachialen Actionsequenzen unter, aber sie sehen dafür gut aus. Beispielsweise der Gefängnisausbruch von Red Guardian. Die Lawine, der Helikoper – für mich funktionieren diese Szenen. Das anschließende Familien-Dinner ist derartig cringe (ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein), dass es aus den Wänden trieft, spiegelt aber den aktuellen Zustand der Charaktere sehr gut wider. Black Widow ist vielleicht ein später, aber durchaus gelungener Abschied von dem Charakter und Scarlett Johansson. Ich korrigiere gerne meinen ersten Eindruck. Ich hatte eine gute Zeit und freue mich als Nächstes auf Shang-Chi.

Home One

»Home One« ist das beeindruckende Raumschiff der Mon Calamari. Kommandiert von Admiral Ackbar und am meisten bekannt für seinen Auftritt in »Return of the Jedi«. Im Kampf gegen den zweiten Todesstern. Doch auch in der Clone-Wars-Serie kommt Ackbar immer wieder vor. Die Mon Calamari sind ein interessantes Volk. Sie kommen von einem Wasserplaneten und sind für ihren genialen Schiffsbau berühmt. Die geschwungenen Linien, das langgezogene Design und die schiere Größe mancher Schiffe machen sie immer wieder zu einem Hingucker.

Der Bau des »Home One Starcuiser« ist einfach und geht schnell von der Hand. Zum Vollpreis würde ich das Schiff niemandem empfehlen. Mit einem ordentlichen Rabatt kann man allerdings ruhig zuschlagen. Vor allem wenn man Fan der alten Star-Wars-Filme ist. Das Schiff gehört zu Star Wars, ist ein Markenzeichen, würde ich sagen. Trotzdem sollte man auf Rabatte warten. Ich glaube, ich habe maximal eine Stunde für den Bau benötigt. Ich kann es jetzt im Nachhinein schlecht sagen. Aber der Bau ist weder herausfordernd, noch kommen spannende Bautechniken vor. Es ist immer noch ein Lego-Set.

Für den Maßstab und dadurch, dass das Schiff viele Rundungen hat, ist es gut getroffen. Es sieht vor allem dank des angehängten medizinischen Versorgungsschiffes größer aus. Man benötigt eben immer Referenzen und Vergleiche. Und das medizinische Schiff bietet sich an, da man es in »Return of the Jedi« prominent sieht. Durch die Kamerafahrt aus dem Behandlungsraum, in dem Luke seine neue Hand bekommen hat, hat man eine vage Vorstellung von dessen Größe und kann sich im Vergleich den »Home One Starcruiser« vorstellen. Ein nettes Set, das gut aussieht und in keiner Schiffssammlung von Star Wars fehlen darf.

Zeitloses Design

Kann man zu viele Millennium Falken besitzen? Ich denke nicht. Den UCS (Ultimate Collector Series) von Lego habe ich seit etwa fünf Jahren bei mir zu Hause stehen. Der Bau hat Spaß gemacht und war durchaus ein größeres Unterfangen. Vor kurzem habe ich dann ein MOC des Lego Einhorn Sets gefunden und es zu einem bunten Millennium Falken umgebaut. Schließlich gibt es noch eine Medium-Variante, die kürzlich im Angebot war. Natürlich hat Lego noch sehr viel mehr im Angebot, aber für weitere Bauten möchte ich auf MOCs zurückgreifen. Immerhin fehlt noch die Version aus dem Solo-Film, die vorne noch die Rettungskapsel hat und etwas heller ist.

Die Medium-Variante des Millennium Falken ist knapp über 25 cm lang und sieht eigentlich gut aus. Die Details stimmen, die Proportionen wirken passend und die Drucke sind okay. Die Anleitung könnte jedoch besser sein. Aus irgendeinem Grund hat sich Lego für einen dunkelgrauen Hintergrund entschieden. Darauf Farben zu drucken und schließlich korrekt erkennen zu können, ist eine Herausforderung. Der Bau an sich ist aber keine. Es baut sich schnell weg, was für ein 55-€-Set, das eine UVP von 85 € hat, wirklich kein gutes Zeichen ist. Für über 80 € erwarte ich mir eigentlich mehr. Der Rabatt hat mich allerdings überzeugt. Nun steht es da. Und je mehr ich es ansehe, desto mehr Verbesserungen möchte ich eigentlich vornehmen.

Manche Lücken sind mir zu groß, das Heck passt nicht ganz und die vorderen Außenverkleidungen sehen seltsam aus. Also kurz auf Rebrickable nachgeschaut, ob sich jemand die Mühe gemacht hat, eine Alternative anzubieten oder Modifikationen an dem Modell vorgenommen hat. Natürlich wird man schnell fündig. »PiXEL-DAN« bietet gleich zwei Varianten des Millennium Falken an. Einmal die Solo-Variante und einmal eine verbesserte Version des Lego-Modells. Die Teile habe ich mir noch nicht bestellt, die ich dazu benötige, werde es aber sicherlich noch nachholen. Ich habe mir noch nie eine Anleitung auf Rebrickable gekauft. Es wird Zeit das zu ändern. Der Millennium Falke ist ein gutes Versuchskaninchen.

Feiger Käse

Käse ist etwas Wunderbares. Sei es Cottage Cheese, Mozzarella, Hartkäse in verschiedensten Formen und Arten oder diverse Weichkäse. Ich teste immer wieder gerne neue Sorten und probiere mich durch das Kühlregal. Bei Käse lohnt sich ebenfalls der Besuch verschiedener Supermärkte, da sich die Angebote teilweise deutlich unterscheiden. Hofer und Billa sind meine go-to-Märkte, wenn es um Käse geht, aber auch beim lokalen Eurospar werde ich immer wieder fündig. Zu einer guten Jause gehört ein guter Käse einfach dazu. Oder am Abend zu einem Film. Mit etwas Oliven, eingelegten Zwiebeln und ein Stückchen Brot ist es der perfekte Snack. Doch selbst der beste Käse profitiert von einer kleinen Ergänzung.

Ich bin erst durch den Besuch einer unscheinbaren Weinbar abseits der Linzergasse in Salzburg darauf gekommen. Vorher wusste ich von der Existenz dieses Produkts nicht. Doch seither findet sich immer wieder ein Gläschen in meinem Kühlschrank. Die Rede ist natürlich von Feigensenf. Einen Teelöffel zur Käsevariation gereicht und diesen mit einem Hauch dessen zu verfeinern, bietet eine Geschmacksexplosion, die ich nicht mehr missen möchte. Es gibt nicht nur Feigensenf, sondern auch noch andere Varianten. Oder Alternativen wie die Feigensauce findet man ebenso gelegentlich. Feigen sind eine unterschätzte Frucht, wie ich finde. Die Konsistenz, der Geschmack, einfach wunderbar. In Saucenform oder als Senf dargereicht, eine echte Bereicherung für jede Jause.

Diana Light | Unsplash

Die Stallungen

Es wächst nicht nur die Burg Blaustein immer weiter, auch die Vorburg wird ständig mit neuen Gebäuden erweitert. Das Konzept »Burg Blaustein« von BlueBrixx ist wirklich einzigartig. Sie sind sicherlich ein großes Wagnis eingegangen. Denn anders als bei herkömmlichen modularen Bauwerken aus der Klemmbausteinwelt benötigt man bei Burg Blaustein immer alle vorangegangenen Sets. Der Saalbau funktioniert ohne die Vorburg nicht und das Torhaus ohne den Münzturm schon zweimal nicht. Bei der Vorburg, die nun nicht mehr auf dem Burgberg positioniert ist, verhält es sich etwas anders.

Die Vorburg ist eine Art Zusatz zur Burg selbst. Zwar sind die Palisaden damit verbunden, doch ließen sie sich einfach lösen. So kann man entweder die Burg alleine dastehen lassen oder die Vorburg mit ausbauen. Bisher habe ich die Vorburg stehen lassen, aber ohne extra Gebäude dafür zu kaufen. Seit ein paar Wochen gibt es allerdings die Stallungen wieder. Es ist ein schön designtes Gebäude. Mit den Stallungen habe ich mir dann noch den Rüstmeister bestellt. Das Palisadentor muss auch irgendwann mal dazu. Die Burg benötigt schließlich einen imposanten Eingang. Doch erst einmal sehen wir uns die Stallungen an.

Mit über 3.000 Teilen sind die Stallungen durchaus umfangreich, doch es handelt sich dabei um viele kleine Teile. Das Dach allein besteht aus über 350 Dachziegeln, die verbaut und ausgerichtet werden wollen. Keine amüsante Arbeit, allerdings eine, die sich lohnt. Denn das Ergebnis sieht wirklich toll aus. Die Wände sind gewohnt massiv gebaut. Es kommen erneut interessante Bautechniken zur Anwendung, die den Bau kurzweilig machen. Ich bin sehr zufrieden mit den Stallungen. Man entdeckt während des Baus immer wieder schöne Details und Andeutungen, und sie machen sich toll in der Vorburg. Es gibt allerdings ein kleines Problem.

Die Stallungen sind nun ein »BlueBrixx Pro« Set. Wer sich mit Klemmbausteinen beschäftigt und vor allem auch mit BlueBrixx, weiß, dass es zwei Arten gibt, wie BlueBrixx seine Sets veröffentlicht. Entweder als »Special« oder als »Pro«. Die Specials kommen in einem einfachen braunen Karton, ohne Design. Die Anleitung ist nur digital verfügbar und die Steine selbst sind hochwertig und von guter Qualität. Die Pro-Sets kommen in einem hübschen Karton mit Abbildungen und etwas Design. Die Anleitung ist (meistens) nur gedruckt verfügbar. Und die Steinequalität liegt ebenfalls meist hinter den Specials zurück. Manche Unterschiede gehen mir allerdings nicht ein. Denn von der Aufmachung der Anleitungen sind die Specials besser als die Pro. Wie kann es hier einen Unterschied geben, wenn doch alles von derselben Firma kommt?

Die Klemmkraft mancher Steine bei den Stallungen ist wirklich fragwürdig und die Platten, die für den Heuboden verbaut werden, haben teils gravierende Farbabweichungen. Zum Glück betrifft das nicht das Mauerwerk oder die Dachziegel. Bei einem Special wären mir solche Probleme noch nie aufgefallen. BlueBrixx war hier auf einem guten Weg. Die Anleitungen, wenn auch an manchen Stellen verbesserungswürdig (etwa wenn es um Ansichten geht), waren vollkommen in Ordnung. Die Pro-Sets können da nicht mithalten. Also entweder führen sie die beiden Welten irgendwie zusammen oder lassen sich etwas anderes einfallen, wie die Welten besser zusammengeführt werden können. Wenn es ihnen um die bunten Kartons mit mehr Abbildungen geht, könnte man die braunen Kartons mit einem Umkarton (einer Art Schuber) ausstatten. Aber irgendetwas müssen sie sich einfallen lassen.

In den Kommentaren von YouTube liest man immer häufiger, dass das ein Problem für BlueBrixx werden könnte. Das Verständnis für Pro-Sets und die mindere Qualität zu den Specials stoßen auf viel Unverständnis, auch bei mir. Viele bauen gerne mit PDF-Anleitungen. Und auch wenn es mir prinzipiell egal ist, mag ich tatsächlich die Art der Anleitungen von den Specials lieber. Und gedruckt müssen die nicht vor mir liegen. Ich hoffe sehr, dass sie aufpassen, welche Entscheidungen sie treffen, und mit Bedacht vorgehen. Sie haben sich eine Community aufgebaut und über Jahre einen guten Ruf erarbeitet. Mit ein paar wenigen falschen Entscheidungen kann dieser sehr schnell ins Bröckeln geraten.

Lieber [Name hier einsetzen]

Es fällt mir schwer, Dinge zu kommentieren. Zumindest in den Weiten des Internets. Das mag für jemanden, der einen täglichen Blog schreibt, etwas widersprüchlich klingen, doch es ist so. Die Anzahl an Kommentaren, die ich bei YouTube abgegeben habe, kann ich an einer Hand abzählen. Recht viel mehr Mails an Podcaster oder dergleichen habe ich auch nicht geschrieben. Dabei kommen mir gelegentlich Ideen, die ich entweder mitteilen möchte, oder ich möchte mich für die tollen Inhalte bedanken, die produziert werden.

Bei BlueBrixx bin ich beispielsweise um die Community sehr froh, die sich rege in den Kommentarspalten unterhält und nach bestimmten Sets fragt und nachhakt. Manche könnten einen netteren Ton anschlagen, aber ich denke, das meiste kommt aus dem Wunsch heraus, bessere Sets zu haben und Ideen zu liefern. Ich bin dankbar für die Menschen, die sich an den Diskussionen beteiligen. Genauso in den Foren von ThePod. Ich bin dort zwar angemeldet und lese gelegentlich mit, aber schreibe dort nichts. Ich denke, das kommt aus der einseitigen Beziehung heraus, die man mit diesen Personen hat.

Man kann ein Projekt Jahre, manchmal Jahrzehnte begleiten, ohne sich dort zu melden. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Entweder es macht einfach nur Laune zuzuhören, unterstützt auf finanzielle Art und/oder ist mit dem, was produziert wird, zufrieden und vertraut auf die Talente derjenigen Personen, die dahinterstehen. Manches Mal stellt sich ein sehr vertrautes Gefühl ein, das sich nicht vermeiden lässt und zu einem gewissen Grad in Ordnung ist. Durch das regelmäßige Zuhören glaubt man, man kenne die Personen. Das ist natürlich falsch. Man kennt lediglich einen ganz bestimmten Ausschnitt und erfährt nur das, was sie den Zuhörer*innen auch wirklich mitteilen wollen. Die Grenze verschwimmt allerdings manchmal.

Deshalb fällt es mir schwer, Nachrichten zu schreiben oder zu kommentieren. Ich bin mir der asynchronen Beziehung sehr bewusst. Ich möchte nicht, dass meine Nachrichten zu persönlich erscheinen, Grenzen überschreiten oder dergleichen. Ein professioneller, doch nahbarer Abstand ist hier gefragt. Zumindest aus meiner Sicht. In einem Forum kann man sich natürlich besser und ungezwungener austauschen, aber das war schon zu den Hochzeiten von Foren nicht mein Kommunikationsmittel der Wahl. Wenn, dann schreibe ich lieber E-Mails und damit dedizierte Nachrichten zu einer Thematik, die mich gerade beschäftigt, oder wenn nach speziellem Feedback gefragt wurde.

Vielleicht denke ich zu viel darüber nach und sollte einfach die Nachrichten schreiben und wegschicken. Doch wenn ich mir die Kommentare so anschaue, täte es manchen nicht schlecht, ein wenig mehr darüber nachzudenken, was sie da gerade schreiben. Das Video, der Podcast oder was auch immer man gerade konsumieren mag, richtet sich nicht explizit an eine Person. Sie richtet sich an Hunderte oder Tausende, eben alle, die gewillt sind zuzuhören. Ein Austausch ist schön, die Art und Weise sollte aber dem Kontext entsprechend gewählt werden.

XCU Rewatch | Rogue Noir

Wenn ich schon einen ausgedehnten MCU-Rewatch mache, dann richtig. Wir haben alle modernen Spider-Man-Filme besprochen. Und es werden noch weitere, ältere Comicverfilmungen folgen. Haben sie dem Zahn der Zeit widerstehen können? Wir werden es sehen. Doch bevor wir uns von den X-Men fürs Erste verabschieden, gibt es noch zwei Special Editions zu besprechen. Von Days of Future Past gibt es einen Extended Rogue Cut und von Logan eine dedizierte Schwarz-Weiß-Version namens Noir. Ändert das etwas an der Erfahrung der Filme? Ist es gut oder schlecht? Sehen wir sie uns an.

Days of Future Past – Rogue Cut

Ganze 20 Minuten dauert der Film in dieser Version länger. Es wurde nicht nur die Sequenz rund um die Rettung von Rogue ergänzt, sondern auch andere Szenen bekommen ein paar Sekunden mehr spendiert. Beispielsweise gibt es in der dystopischen Zukunft eine kurze Diskussion, ob sie überhaupt jemanden in die Vergangenheit schicken sollen. Sie reden über die Konsequenzen. Hinterfragen, ob es eine gute Idee ist und ob sie es damit nicht noch schlimmer machen würden. Es sind nur wenige Sekunden, doch so werden die jüngeren X-Men zu interessanteren Charakteren. Die Beziehung zwischen Kitty und Bobby wird deutlicher dargestellt. Sie verhalten sich wie ein glaubwürdiges Paar. Überhaupt werden Nebencharaktere mit ein bisschen mehr Dreidimensionalität ausgestattet. Das hebt die gesamte Filmerfahrung.

Am entscheidendsten ist allerdings die Ergänzung durch Rogue. Kitty wird von Wolverine aus Versehen schwer verletzt. Bobby schlägt vor, dass sie Rogue aus dem ehemaligen Xavier-Haus retten sollen. Dieses ist mittlerweile zu einer kleinen Basis der Gegner geworden, wo sie in Ruhe an Mutanten experimentieren können. Die Sequenz gefällt. Magneto und Charles bekommen ein wenig mehr zu tun und wir sehen einen Charakter wieder, der in den alten Filmen einen prominenten Platz eingenommen hat.

Ich muss sagen, der Rogue Cut war eine gute Entscheidung. 20 Minuten sind eine beträchtliche Menge. Doch all die kleinen Details, die während des Films ergänzt werden, machen einen gewaltigen Unterschied. Ich mag diese Version. Vielleicht wird sie sogar meine Standard-Variante, wenn ich mal wieder Lust auf Days of Future Past habe. Es ist und bleibt ein gewaltiger Film. Er sieht nicht nur gut aus, sondern ich zähle ihn 11 Jahre später immer noch zu den besten Comicverfilmungen.

Logan Noir

Ein Film, der ebenfalls zu den besten Comicverfilmungen zählt, auf jeden Fall zu den besten X-Men-Filmen, ist Logan. Ich hatte die Befürchtung, dass es zu viel wäre, den Film zweimal relativ dicht hintereinander anzuschauen, aber der andere Look macht einiges aus. Für die Noir-Version wurde der Film neu überarbeitet, damit dieser auch in Schwarz-Weiß gut aussieht. Ich bin jetzt nicht gerade ein Kenner von alten Schwarz-Weiß-Filmen, und wenn Logan extra für dieses Format gedreht worden wäre, hätten manche Szenen sicherlich einen härteren Kontrast, doch das Ergebnis beeindruckt.

Anders als bei Days of Future Past, wo die erweiterte Fassung mehr Tiefe und Kontext liefert, ist Logan Noir inhaltlich identisch und doch eine völlig andere Version. Das Fehlen von Farben macht etwas mit der Geschichte. Ich bin mir nicht sicher, wie ich es beschreiben soll. Ich habe nun auch keine favorisierte Version (Farbe oder Schwarz-Weiß). Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Logan wirkt ernster, erbarmungsloser. Wenn man die Möglichkeit hat, Logan Noir anzusehen, würde ich das auf jeden Fall empfehlen. Der Film bleibt gewaltig und episch auf allen Ebenen. Für mich der perfekte Abschluss für Logans Geschichte.

Der Sonnenuntergang

John Cena fasziniert mich. Ich habe absolut kein Interesse an WWE, aber ich mag ihn als Schauspieler und er scheint ein herzensguter Mensch zu sein. Wenn man sich auf YouTube Interviews mit John Cena ansieht, wie er über seine Projekte redet und welche Lebenseinstellungen er verfolgt, kann man nicht anders als inspiriert sein. Besonders seine Auftritte bei Graham Norton kann ich mir immer wieder ansehen. Er ist ein toller Geschichtenerzähler. Kann sein Publikum mitreißen. Doch besonders ein Zitat, ich weiß nicht mehr genau, wo er es gesagt hat, geht mir seit Längerem nicht mehr aus dem Kopf:

»Have I earned this sunset?«

Ich finde das eine tolle Lebenseinstellung. Es ist so einfach wie brillant. Diese simple Einstellung gibt kein konkretes Ziel vor oder zeigt auf, was man erreichen soll. Es ist einfach nur eine Frage, die man sich jeden Tag aufs Neue stellen kann. Die Antworten sind individuell. Jeder muss selbst abwägen, ob man die Frage mit Ja oder Nein beantworten kann. Man kann so viel hineininterpretieren, wie man möchte. Es liegt eben an einem selbst. Wie so vieles im Leben. Es ist eine Einstellungssache. Ob man ehrlich mit sich selbst sein kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Hans Ott | Unsplash

XCU Rewatch | X-Men: Dark Phoenix

Ich bin sehr froh, mich entschieden zu haben, die letzten beiden Filme zu switchen. Dark Phoenix ist ein schöner Abschluss der Reihe. Auch wenn es natürlich kein perfekter Film ist und so manche Entscheidungen fragwürdig sind, bin ich doch positiv überrascht worden. Seit dem Kino-Release 2019 habe ich Dark Phoenix nicht mehr gesehen. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass der Film von den Kritikern und Publikum zerrissen wurde. Doch so schlecht fand ich ihn gar nicht. Vor allem das letzte Bild gefällt mir ausgezeichnet.

Wir befinden uns nun in den 90ern. Es ist der vierte Film mit diesem Cast und wir haben vier Jahrzehnte durchgenommen. Ich mag es, dass die Schauspieler*innen nicht künstlich gealtert wurden oder all die Ereignisse in nur wenigen Jahren stattfinden. So ist es näher an den Comics. Auch dort verändern sich die Charaktere nicht wirklich. Klar sehen sie mal anders aus, haben andere Kostüme oder werden von anderen Künstler*innen gezeichnet, was den gesamten Look ändert. Aber wirklich altern, tun sie nicht wirklich. Es gibt Ausnahmen, aber Zeit ist äußerst relativ in Comics. Es ist toll, dass die Filme dieses Konzept aufgreifen.

Die Geschichte an sich gefällt mir grundsätzlich gut. Ich mag es, dass sie sich wirklich auf Jean und die Phoenix-Force konzentrieren. The Last Stand litt unter dem Subplot rund um die Heilung, Jean war dort nur ein Nebenprodukt. Doch hier fokussiert sich die Handlung voll und ganz auf sie. Trotzdem ist es zu wenig Zeit, um eine solch komplexe Geschichte zu erzählen. Ursprünglich sollte Dark Phoenix ein Zweiteiler werden und ich denke, das hätte dem Film und seinen Charakteren sehr gutgetan. Es ist eine komplexe, weitreichende Geschichte mit vielen involvierten Parteien. Knapp zwei Stunden sind da etwas wenig.

Es fehlt der emotionale Anker. Ich bin mir nicht sicher, ob es am Drehbuch liegt oder die Schauspieler*innen nicht mehr wirklich Lust auf diese Charaktere hatten, die sie nun schon so lange spielen, aber mir fehlt die Verbindung zu ihnen. Natürlich gibt es Momente, in denen dies gelingt. Die meisten Dialoge wirken aber zu überstürzt und unnatürlich. So als wüssten die Charaktere, dass sie nur zwei Stunden Zeit hätten, um viel Handlung abzubilden. Zudem sind die Bösewichte und Gegner sehr zweidimensional. Wer sind sie? Was ist ihr Ziel? Was wollen sie mit dieser kosmischen Macht wirklich erreichen? Am Ende sind sie nur Kanonenfutter.

Ich bin etwas hin- und hergerissen, weil ich Dark Phoenix eigentlich gut finden möchte, aber er macht es mir nicht leicht. Immerhin ist es der letzte Film dieser Reihe und mein Adieu an die X-Men-Filme. Natürlich schaue ich sie mir weiterhin gerne an, doch dieser Rewatch, mit allem, was dazugehört, war eben doch etwas Besonderes. Es macht mir wirklich eine Freude, nicht nur die MCU-Phasen zu schauen, sondern noch links und rechts einiges mitzunehmen. Seien es die verschiedenen Spider-Man-Interpretationen, die X-Men-Filme oder was mir eben noch so zwischen die Finger kommt.

Immerhin ist die letzte Einstellung eine, die wirklich gut gefällt. Charles und Erik sitzen in einem Café in Frankreich und spielen Schach. Nach allem, was sie durchgemacht, was sie sich gegenseitig und der Welt angetan haben, verbindet sie doch ein gemeinsames Ziel und eine innige Freundschaft. Es ist ein schönes und hoffnungsvolles Bild. James McAvoy und Michael Fassbender haben sich diese Charakter zu eigen gemacht und ihnen ihren Stempel aufgedrückt. Sie sind fantastische Schauspieler, und ich mag ihre Interpretationen. Vielleicht sehen wir sie ja irgendwann einmal wieder in diesen legendären Rollen.