Im Jahr 2015 habe ich mir meine erste Apple Watch gekauft. Es war die erste Generation. Ich war wenig angetan. Zu langsam, zu unausgereift, zu unfokussiert. Man wusste noch nicht, wo die Reise hingehen sollte. Wahrscheinlich hat es Apple selbst auch nicht einschätzen können. Ich habe sie nach wenigen Tagen wieder zurückgeschickt. Drei Jahre und drei Generationen habe ich gewartet, bis die Smartwatch ausgereifter, leistungsfähiger und zuverlässiger war. Die Apple Watch Series 4 war dann meine erste tatsächliche Smartwatch, die ich auch wirklich jeden Tag getragen habe. Seitdem ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich keine Apple Watch am Handgelenk hatte.
Ausnahmen bestehen natürlich, wenn ich mal krank war. Aber meist war das Erste nach dem Aufwachen, das Anziehen der Apple Watch. Ich versuchte, damit zu schlafen, aber dafür ist sie mir zu klobig. Ich mag es nicht, über Nacht etwas am Handgelenk zu haben. Sonst hätte ich sie wahrscheinlich rund um die Uhr getragen. Die Smartwatch und damit die Health-App von Apple weiß sehr viel über mich. Trends, Sportarten, die ich mag oder ausprobiert habe, meine typischen Runden, die ich gehe oder laufe. Einfach alles, was mit meiner Gesundheit zu tun hat. Die Daten sind praktisch. Man kann Vergleiche ziehen, nachsehen, was man getan hat. Ob man sich gebessert hat.
Während ich diese Zeilen schreibe, trage ich keine Apple Watch mehr. Seit zwei Tagen liegt sie unbedacht auf dem Nachttisch neben dem Bett. Schon länger wollte ich ausprobieren, wie es ist, ohne eine Smartwatch herumzulaufen. Das Erste, was mir aufgefallen ist, sind die Konditionierungen, die Apple mir eingetrichtert hat. Sei es das Aufstehen einmal in der Stunde oder das gelegentliche Denken an die Ringe und dass man diese für den heutigen Tag füllen sollte – man will ja nicht, dass irgendwelche Streaks abreißen. Wenn ich Personen oder in Gruppen etwas geschrieben hatte, wartete ich unbewusst auf das Vibrieren meines Handgelenks, denn irgendwann mussten die Antworten kommen. Zur vollen Stunde bekommt man ein kleines Signal, genauso vor Terminen oder wenn Apps lästig sind und ich deren Benachrichtigungen bislang nicht richtig eingestellt habe. Über den Tag verteilt kommt so einiges zusammen.
Natürlich sind wenige Tage noch kein richtiger Zeitraum, um einzuschätzen, ob ich die Watch tatsächlich vermisse. Sport werde ich in den nächsten Tagen allerdings ebenso ohne die Watch machen. Keine Aufzeichnungen, keine Herzfrequenz. Ich weiß schließlich selbst, wann es anstrengend wird oder ob ich gerade zu schnell laufe. Ich bin sehr gespannt, wie sich das in den nächsten Tagen entwickeln wird. Aber das Experiment wage ich gerne. Denn jetzt kann mich niemand mehr belästigen. Ich muss selbst aktiv auf das iPhone schauen, um zu sehen, ob jemand geschrieben hat. Alle Benachrichtigungen, außer direkten Anrufen (die dürfen vibrieren), kommen stumm auf das iPhone. Kein Geräusch, keine Vibrationen.
Ich gebe mir für das Experiment aber mindestens ein paar Wochen. Auf jeden Fall bis Mitte/Ende Juni. Im Island-Urlaub wollte ich die Watch ohnehin nicht mitnehmen. Spätestens da hätte ich das Experiment gestartet. Jetzt beginne ich damit ein wenig früher. Immerhin wollen die erlernten Muster der vergangenen Jahre wieder verlernt werden. Vielleicht besorge ich mir eine traditionelle Uhr. Uhrzeit und Datum kurz ablesen zu können, fand ich dann doch sehr praktisch. Aber das lässt sich leicht lösen.
Burg Blaustein wächst ins Unermessliche. BlueBrixx zementiert sich damit als großartiger, unvergleichbarer Klemmbausteinhersteller. Es ist schön zu beobachten, wie jeder Hersteller über die Jahre seine eigene Nische findet. Wenn man Technik bauen möchte, kommt man an den großartigen Konstruktionen von Cada nicht vorbei. Cobi betreibt Modellbau, aber eben aus Klemmbausteinen. KiddiCraft hat als Zielgruppe Kinder und stellt schöne Spielsets her. FunWhole hat Beleuchtungskonzepte perfektioniert und Pantasy hat scheinbar die besten Steine am Markt. Alles großartige Hersteller, die Lego längst hinter sich gelassen haben.
BlueBrixx hat als Spezialität Gebäude und Modularität. Sei es ihre Piratenwelt, die Astronomen-Serie oder eben das Mittelalter. Über 30.000 Teile hat Burg Blaustein in der aktuellen Ausbaustufe. Das Schildwerk als nächste Erweiterung wird in den nächsten Monaten erscheinen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Dann gibt es natürlich noch diejenigen Sets, die die Vorburg ausbauen. Der Rüstmeister ist schon länger im Programm und mittlerweile gibt es auch die Stallungen wieder. Mir waren also die Hände gebunden, als ich letztens den Bestellknopf betätigte. Aber diese Sets sollen heute nicht Thema sein. Ich werde später berichten, wenn sie eingetroffen und aufgebaut sind. Es wächst also nicht nur die Burg an sich, der Rest wird ebenso immer ausufernder.
Und damit stellt sich immer wieder die Frage: Wo bewahrt man so etwas auf? Wo stellt man es hin? Burg Blaustein ist innerhalb meiner Wohnung schon des Öfteren umgezogen. Erst hatte sie ein kleines Beistelltischchen von Ikea. Darauf stand sie in Küche/Esszimmer in einer Ecke und sah gut aus. Als sie größer wurde, wanderte sie auf einem eigens gekauften Eckschreibtisch ins Wohnzimmer. Dieser wurde gegen den größeren Schreibtisch aus dem Büro getauscht, wo nun der etwas kleinere Eckschreibtisch steht. Doch ich hatte Sorgen bzgl. des Gewichts. Außerdem wächst inzwischen Kloster Blaubrunn und ein Mittelalter-Diorama will ebenso irgendwo Platz finden. Burg Blaustein benötigt also ihren eigenen, (erst einmal) fixen Platz.
Ich habe mich online nach Firmen umgesehen, die Holzplatten zuschneiden. Erst dachte ich mir, ich lasse mir eine liefern, doch nachdem ich teilweise bei über 800 € gelandet bin, wusste ich, dass dies keine Option ist. Schließlich führt mich meine Suche zu Wimmer Holz in Kuchl (etwa 45 Minuten von mir entfernt). Dort habe ich mir eine Eichenplatte bestellt (75 cm × 120 cm). Zunächst sollte sie 27 mm dick sein, doch da sie diese nicht lagernd hatten, bekam ich ein gratis Upgrade auf 32. Keine zwei Wochen später konnte ich die Platte abholen. Das war nicht gerade eine angenehme Fahrt, mit vielen Staus, Berufsverkehr und dergleichen, aber nach 2 Stunden war das erledigt. Bei Amazon bestellte ich mir entsprechende Füße für die Platte.
Zum Glück hat mich mein Dad überzeugt, dass die Ecken noch etwas rundgeschliffen werden sollten und die Platte eingeölt gehört. Denn diese kam völlig unbehandelt. Zwar wurden die Flächen geschliffen, doch die Ecken waren scharfkantig. Geschliffen und eingeölt sieht die Platte um Welten besser aus. Das Montieren der Füße war schnell erledigt und dann konnte die Burg auch schon drauf. Ich bin ehrlich begeistert. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut aussehen würde. Burg Blaustein hat nun ihren festen Wohnsitz und fürs Erste sollte die Platte ausreichen. Wenn hoffentlich irgendwann eine Art Kerker-Erweiterung kommt, wächst die Burg bestenfalls in der Höhe und nicht in der Breite.
Burg Blaustein ist ein Klemmbaustein-Monster. Es macht immer wieder Freude, dieses monumentale Werk zu betrachten und alle paar Monate daran zu bauen. Vor eineinhalb Jahren habe ich die Burg sogar einmal komplett zerlegt und neu aufgebaut. Es ist einfach ein großartiges Set. Und mit dem eigens gemachten Eichentisch hat sie endlich einen würdigen Platz.
Es ist für mich unbegreiflich, wie ein Studio einerseits Meisterwerke, wie die Spider-Verse-Filme produzieren kann, aber andererseits ein Superschurken-Franchise aufzubauen versucht, das nicht nur mit jedem Film schlechter zu werden scheint, sondern für das sich auch niemand interessiert. Ich schreibe »scheint«, weil ich nach Venom: Let There Be Carnage aufgehört habe, mir diese Filme anzutun. Dieser Film war eine Beleidigung sondergleichen. Die Geschichte schlecht geschrieben, die Charakterisierungen alles andere als durchgängig und jeder Schweizer Käse würde vor den Logik-Löchern ehrfürchtig auf die Knie fallen, weil er glaubt, ein Gott stehe ihm gegenüber. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich im Zuge des MCU-Rewatch, der für mich unter anderem die Spider-Man-Filme von Sony beinhaltet, auch die Bösewicht-Filme mitnehmen soll? Reizen würde es mich durchaus, aber ob ich das überstehe, ohne dass aktiv Gehirnzellen dabei absterben? Mal sehen, ob es mir das Risiko wert ist.
Doch zurück zum Positiven: Spider-Man: A New Universe (oder Into the Spider-Verse, wie er im Original heißt) und seine Fortsetzung Spider-Man: Across the Spider-Verse. Man kann nur hoffen, dass es bald neue Informationen oder einen Starttermin für den dritten Teil der Reihe gibt. Doch das wird leider immer unwahrscheinlicher. Ebenfalls ein nicht nachvollziehbares Verhalten von Sony. Als der erste Teil dieser Trilogie 2018 in die Kinos kam, hat wohl niemand mit einem dermaßen hochwertigen Film gerechnet. Der letzte Teil von The Amazing Spider-Man lag mittlerweile vier Jahre zurück, Tom Holland etablierte sich gerade im MCU und alle fragten sich, was Sony wohl mit der Spider-Man-Lizenz machen würde. Dass sie in die Richtung Animationsfilm gehen und dort versuchen, ein eigenes Multiversum aufzubauen, kam durchaus überraschend. Comic-Fans wissen natürlich über das Spider-Verse Bescheid, gab es doch ein gleichnamiges Comic-Event.
Das Comic-Event Spider-Verse fand, was mir offen gestanden nicht mehr bewusst war, ebenfalls 2014 statt und hat damals wirklich großen Spaß gemacht zu verfolgen. Geschrieben und verantwortet wurde dieses Mega-Projekt von Spider-Man-Autor Dan Slott. Dan Slott ist wohl einer der einflussreichsten Autoren von Spider-Man und hat das Leben von Peter Parker geprägt wie kaum ein Zweiter. Über 10 Jahre verantwortete er die Hauptreihe The Amazing Spider-Man. Man kann seinen Einfluss wohl nicht hoch genug einschätzen, und er hat durchaus großartige Storylines hervorgebracht. Darunter Superior Spider-Man, wo Doc Ock den Körper von Peter Parker übernimmt und für über 30 Ausgaben die Kontrolle hat. Es war zwar eine kontroverse Geschichte, doch ich mochte sie sehr gerne. Sie brachte frischen Wind rein und als Peter Parker schließlich zurückkehrte, stand er vor vollkommen neuen Aufgaben und Herausforderungen. Ich kann nur empfehlen, Dan Slotts Spider-Man Run eine Chance zu geben, unter anderem natürlich dem Spider-Verse-Event. Es ist komplett anders als im Film, aber nicht weniger tragisch und imposant.
Für die neuen Spider-Verse-Filme, welche ein größeres Franchise aufbauen sollen, in dem sicherlich geplant war oder ist, dass einzelne Charaktere Solo-Filme bekommen, hat Sony scheinbar die Besten der Besten zusammengetrommelt. Doch das viel wichtigere ist und das kann man nur von außen erraten versuchen: Ihnen freie Hand gelassen. Heraus kam die wohl originellste und beste Animationstechnik, die wir bis dato gesehen haben. Es ist die perfekte Art, einen Comic zum Leben zu erwecken. Ich weiß nicht, ob diese auch für andere IPs oder Charaktere funktionieren würde oder es nur bei Spider-Man so wunderbar passt, aber die Filme, die wir bisher bekommen haben, sind überragend. Es gibt die ein oder andere Sprech- oder Gedankenblase, verschiedenste Animationsstile greifen nahtlos ineinander, die Welt wirkt lebendig und die Action dynamisch.
Eigentlich sollte ein dermaßen chaotischer Animationsstil überfordern, doch man findet sich stets gut zurecht und es wirkt in sich konsistent. Was den verschiedenen Stilen natürlich zuträglich ist, ist eine Geschichte, deren Charaktere aus verschiedenen Dimensionen oder Welten kommen. Dadurch erhält jeder dieser Charaktere einen eigenen Stil, eigene Animationen und eine andere Art, sich zu bewegen. Der schwarz-weiße Spider-Man-Noir und die im Anime-Stil hervorgebrachte Peni in einem Film unterzubringen mag gewagt sein, doch das Risiko hat sich ausgezahlt. Die Charaktere unterscheiden sich deutlich voneinander, doch ergeben sie im Film ein sehr viel größeres Ganzes. Sie sehen aber nicht nur unterschiedlich aus, sondern folgen weiterhin ihren eigenen physikalischen Gesetzen. So kann Noir weiterhin keine Farben sehen und Spider-Ham seinen Cartoon-Hammer benutzen.
Was mir erst wieder durch den Rewatch der beiden Filme bewusst wurde, ist die Weiterentwicklung, die dieser Animationsstil zwischen den beiden Teilen durchgemacht hat. Der zweite Film startet im Universum von Gwen. Der Stil ist sehr viel kontrastreicher, die Farben dominieren und die detaillierten Zeichnungen rücken eher in den Hintergrund. Vor allem, wenn es um Gwen und ihren Vater geht. Wenn man sie interagieren und argumentieren sieht, wird einem bewusst, wie sehr sich die kreativen Köpfe hinter dem Film Gedanken darüber gemacht haben, wie sie die jeweiligen Farben der Charaktere am effektivsten nutzen können. Sie dienen dazu, Gwen weiter zu isolieren, die Unterschiede und die Kluft zwischen ihr und ihrem Vater noch spürbarer zu machen. Das eskaliert so weit, bis die Farben beginnen, von der virtuellen Leinwand zu rinnen. Es ist die maximale Verzweiflung, die Gwen gerade spürt und die wir in allem sehen, was das Bild ausfüllt. Doch die Farben können natürlich ebenso verbinden. Zudem können die Farben für Gwen als einen „versteckten“ Hinweis dafür gelesen werden, dass Gwen trans ist, aber das haben andere besser beschrieben, als dass ich es je könnte.
Man kann die Art, wie die Universen aufgebaut sind und ineinandergreifen, schon fast als expressionistisch beschreiben. Sie sind ausdrucksstark und voller Energie. Action, Gefühle, einfach alles, was die Charaktere, allen voran natürlich Miles und Gwen erleben, wird auf unterschiedliche Weise dargestellt und den Zuschauer*innen vorgeführt. Über die hervorragend geschriebenen Dialoge und die Dinge, die ich bereits erwähnt habe: Hintergründe, Farben, Animationsstile. Dazu zählen auch die Mimik und Gestik der einzelnen Spider-People. Jeder Charakter scheint eine eigene Art zu haben. Besonders in die Hauptcharaktere ist viel Individualismus geflossen. Sie sehen nicht nur von den Farben anders aus, Gesichter, Körpersprache, Formen, alles stammt aus ihrem eigenen Universum und dient dazu, diesen einen Charakter besser darstellen und sich ausdrücken zu lassen. Seien es die bereits erwähnten oder Peter B. Parker, Hobi (Spider-Punk), Jessica Drew (Spider-Woman), Pavitr Prabhakar (Spider-Man India) oder auch Miguel.
Der Fokus liegt stets auf den Charakteren. Das ist es, was die Spider-Verse-Filme auszeichnet und zu etwas Besonderem macht. Deshalb ist es auch so leicht, sich in dieser Welt zurechtzufinden, sich in ihr zu verlieren und mit dem Flow der Geschichte mitzugehen. Egal, ob es ein Multiversum umspannendes Abenteuer ist, oder was auch immer gerade auf der Leinwand oder dem Fernseher passieren mag, die Charaktere ankern uns. Deshalb empfinde ich den zweiten Teil wahrscheinlich auch als den schwierigsten und tragischeren, weil Miles vor sehr vielen Herausforderungen steht und sich scheinbar die ganze Welt, die ganzen Welten gegen ihn stellen. Doch das macht die Filme eben auch zu etwas Einzigartigem. Doch mit der Geschichte und den toll ausgearbeiteten Bösewichten beschäftigen wir uns nächste Woche.
Seit ein paar Wochen beschäftigt mich ein Projekt, welches ich subtil als »F*ck America« betitelt habe. Da die erratische Orange nicht aufhört, immer seltsamere, fragwürdigere, dümmere Entscheidungen zu treffen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich mit europäischen Alternativen auseinanderzusetzen. Natürlich könnte man all das ignorieren, den Kopf quasi in den Sand stecken und schauen, was passiert. Doch ich möchte nicht eines Tages vor einem virtuellen Scherbenhaufen stehen, der einmal meine Daten war. Ich habe sehr viele Fotos in der iCloud, tausende E-Mails bei Google und Daten bei allen möglichen Diensten gespeichert. Die meisten davon werden von Firmen betrieben, die in den USA beheimatet sind. Die dortigen Behörden können jederzeit, wenn sie wollen, auf diese Daten zugreifen.
Ganz davon abgesehen, was die Firmen, wie eben Google, mit diesen Daten machen. Natürlich hätte man sich schon früher damit auseinandersetzen können, aber wir haben doch in einer so schönen und gemütlichen Welt gelebt. Das Silicon Valley hat sehr viel Geld darauf angesetzt, dass wir uns geborgen fühlen. Es ist alles so einfach und bequem. Ich kann von überall auf meine Daten zugreifen. Das iPhone erstellt mir tolle kurze Videos von Urlauben und zeigt mir Bilder, die ich schon längst vergessen hatte. Alle meine E-Mails kommen seit Jahren an meiner Google-Mail-Adresse an. Egal, was ich suche – alte Rechnungen, Informationen oder Zugangsdaten – alles ist nur eine Suchanfrage entfernt. Das Gesuchte wird sich in den über 35.000 E-Mails finden lassen. Es wird Zeit, das zu ändern.
Ich habe bereits davon berichtet, dass ich mich nach E-Mail-Alternativen umsehe. Meine erste Anlaufstelle war mailbox.org, wo ich inzwischen einen Account habe. Manche Dienste habe ich auch schon dorthin umgezogen. Als Nächstes hatte ich Infomaniak und ihre ksuite im Auge, aber Proton erschien mir als die bessere Alternative. Diese verschlüsseln die Daten und nur ich habe darauf Zugriff. Aktuell habe ich nur den Gratiszugang, doch da ich auch eine iCloud-Alternative benötige, werde ich dafür wohl ebenfalls den Premium-Account klicken. Fotos, die in der iCloud liegen, werde ich auf wenige Jahre beschränken, den Rest exportieren und auf SSDs speichern. Ob mein nächstes Smartphone ein iPhone wird, da bin ich mir ebenfalls nicht sicher. LineageOS auf einem günstigeren Android-Phone zu installieren, klingt aktuell nach einer sympathischen Alternative. Social Media verwende ich schon seit Jahren nicht mehr.
Ist das alles einfach? Bei weitem nicht. Ist es unangenehm, aufwendig und mit Kosten verbunden? Auf jeden Fall. Wir sind in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer weiter dahin getrimmt worden, dass wir für Software nichts mehr bezahlen. E-Mails sind kostenlos, Cloudzugänge ebenfalls. Doch umsonst sind sie bei weitem nicht, denn wir bezahlen mit genau den Daten, die wir dorthin verlagern. Wie diese ausgewertet werden, wer darauf Zugriff hat und welche Schlüsse daraus gezogen werden? Keine Ahnung. Deshalb ist es mir den einen oder anderen Euro im Monat wert, Dienste von europäischen Anbietern zu verwenden. Und ich bin in der glücklichen Lage, es mir leisten zu können. Dabei will ich noch betonen, dass es insgesamt nicht viel kosten muss. Besonders E-Mail-Zugänge kann man schon sehr günstig für 1 € im Monat erhalten. Machen wir uns unabhängig von den großen US-Unternehmen. Meine Daten gehören mir.
Hier ist eine Liste an Quellen, die ich immer wieder zurate ziehe. Dank des tollen Podcasts »Wochendämmerung« (https://wochendaemmerung.de) sind noch ein paar Links dazugekommen.
Am Sonntag war Star-Wars-Day. Ich mag Star Wars. Ich liebe die alten Filme (besonders in der DeSpecialized-Version) und kann auch den Prequels etwas abgewinnen. Über die Jahre habe ich so einige der Romane gelesen und jede Menge Comics verschlungen. Es ist eine Welt, ein Universum, in das ich immer wieder gerne zurückkehre. Wie so viele Menschen begleiten mich die Jedi, die Sith, diese märchenhafte Welt von Star Wars schon mein Leben lang. Disney hätte mir das fast ausgetrieben. Mit schlechten Filmen, noch schlechteren Serien, nicht durchdachten Konzepten und zu viel Fan-Service sind in den letzten Jahren nicht viele gute Dinge in Bezug auf Star Wars erschienen. Andor hat mich wieder zurück zu Star Wars geführt.
Die zweite Staffel, die gerade wöchentlich bei Disney+ erscheint, hat mir mal wieder gezeigt, was Star Wars alles kann und wie sehr ich diese Welt mag. Sie bietet so viel und kann für alle möglichen Geschichten als Kulisse dienen. Qualitativ knüpfen die neuen Folgen nahtlos an die erste an. Die Geschichten, die darin erzählt werden, sind spannend und bewegend und zeigen uns ein Bild der Galaxis, wie wir es noch nie zuvor hatten. Wie schon in der ersten Staffel bilden immer drei Folgen einen Erzählstrang. Bei 12 Episoden ergeben sich also vier Geschichten, die über vier Jahre erzählt werden. Damit wird die Lücke zwischen der ersten Staffel von Andor und dem Film Rogue One geschlossen. Ich kann sehr die Videos von Nerdkultur (https://www.youtube.com/@Nerdkultur) empfehlen, der mich immer wieder mit seinen Erkenntnissen und Ausführungen begeistert.
Rogue One erschien 2016. Die erste Staffel von Andor ist mittlerweile auch schon drei Jahre her. Es hat also neun Jahre gedauert, bis Tony Gilroy seine kleine Ecke von Star Wars fertig erzählen durfte. Doch das Warten hat sich gelohnt. Unbewusst habe ich den diesjährigen Star-Wars-Day damit begangen, dass ich meinen Rewatch der ersten Staffel von Andor abgeschlossen und mir die ersten sechs Folgen der zweiten Staffel angesehen habe. Und weil am Abend noch Zeit war, habe ich gleich noch den ersten Star-Wars-Film angeschaut. Es war großartig, den verregneten und stürmischen Tag zu nutzen, um mich mal wieder in diese Welt entführen zu lassen. Ich werde die weiteren fünf Filme in den nächsten Tagen und Wochen ebenfalls mal wieder anschauen. Es ist wie bei Herr der Ringe, man kann nicht nur einen Film anschauen. Wenn, dann muss man sich auf die gesamte Reise einlassen.
Vielleicht habe ich mir bei Amazon auch noch ein oder zwei Lego-Sets bestellt, die gerade günstig zu haben waren. Einen kleinen Millenniumfalken und noch ein weiteres Schiff. Leider sind die Dioramen, die Lego anbietet und von denen manche gar nicht mal schlecht aussehen, viel zu teuer und selten im Angebot zu bekommen. Aber man kann ja auf MOCs und andere Marken zurückgreifen. Ein Set muss nicht unbedingt lizenziert sein, um gut auszusehen. Es war also ein erfolgreicher Star-Wars-Day. So hatte ich mir den Tag eigentlich nicht vorgestellt, doch die spontanen Dinge stellen sich meist als die besseren heraus.
Demnächst geht es nach Island. Für 12 Tage. Die meisten Nächte davon werden in einem Zelt verbracht. Wir werden viel draußen unterwegs sein, hoffentlich tolle Dinge sehen und einen abenteuerlichen Roadtrip rund um die Insel machen. Dafür will man gut ausgestattet sein. Zwar treibe ich regelmäßig Sport, doch so oft kaufe ich auch wieder keine neue Kleidung und zum Wandern oder dergleichen bin ich schon länger nicht mehr richtig ausgestattet. Deshalb war ein ausgiebiges Shoppingerlebnis angesagt. Man hat, wie ich finde, für alles Mögliche die eigenen Geschäfte, wo man sich wohlfühlt und gerne hingeht. Man kennt grob die Auswahl und bekommt meist genau das, was man möchte.
Was Sportbekleidung anbelangt, ist es für mich Bründl Sports im Outletcenter Salzburg. An einem schönen Wochenende habe ich letztens viel Zeit dort verbracht, um mich gut für den Urlaub zu rüsten. Von den Wanderschuhen bis hin zu Wanderhosen, diversen Jacken und Westen (die man in Schichten anziehen kann, um sich für diverse Wetterlagen korrekt anziehen zu können), Shirts und sogar einer Badehose kam alles Mögliche in den Beutel. Die Beratung in dem Geschäft ist hervorragend. Ich hatte zwei Berater*innen während der Zeit, die ich im Laden verbrachte: einen für die Schuhe (natürlich musste zusätzlich zu den Wanderschuhen auch ein Paar Asics mit) und eine für die restliche Bekleidung. Beide waren äußerst hilfsbereit, haben gut beraten und kannten sich mit der Materie aus. Ich bin wirklich begeistert und werde sicherlich beim nächsten Mal wieder dorthin gehen, wenn ich entsprechende Sportsachen benötige.
Genau dafür gehe ich weiterhin gerne in Geschäfte einkaufen. Besonders wenn es sich um Kleidung handelt. Ich will wissen, wie sich die Dinge anfühlen, wie sie sich tragen, und werde gerne gut beraten. Man spart sich das ganze Herumschicken von unnötigen Paketen und im Gespräch kommt man vielleicht auf Dinge, die man ansonsten vergessen oder nicht bedacht hätte.
Nachdem ich meinen MCU-Rewatch fürs Erste beendet habe, ist nun wieder Zeit für andere Filme. Die Texte zum Rewatch des »Marvel Cinematic Universe« erscheinen weiterhin jeden Samstag. Natürlich fehlen noch die Filme, die dieses Jahr erst im Kino erscheinen. Aber fürs Erste bin ich mit den Marvel-Filmen durch und habe zu jedem einen mehr oder weniger langen Text geschrieben. Es ist immer schön, Projekte zu beenden. So kann man sich wieder anderen Dingen zuwenden. Wie zum Beispiel Filme, die 2024 und 2023 herausgekommen sind, die ich allerdings noch nicht gesehen habe.
Zum einen wäre das »Alien: Romulus«. Als ich vergangenes Jahr den Trailer zum Film sah, war ich durchaus angetan. Es hat stark an den ersten Film der Reihe erinnert. Als würde die Reihe zurück zu ihren Wurzeln gehen. Horrorelemente stehen hier klar im Zentrum. Romulus ist zwischen dem ersten und zweiten Teil der Reihe angesiedelt und spielt auf der Raumstation »Renaissance«. Diese ist in zwei Hälften aufgeteilt: Romulus und Remus. Auf dieser Raumstation wurde ein Kokon untersucht, der von der Nostromo geborgen wurde. Natürlich hat das Alien in dem Kokon überlebt und sich auf der Station eingenistet.
Die Hauptcharaktere des Films befinden sich in der Kolonie des Planeten, über dem die Reste der Raumstation Renaissance sich gerade befinden. Die Raumstation droht allerdings in die Ringe des Planeten zu stürzen und dadurch zerstört zu werden. Doch die Gruppe will sich zuvor noch die Cryo-Pods holen, damit sie von dem Planeten fliehen und zu Yvaga III durchschlagen können. Die Reise dauert 9 Jahre. Die Zeit im Cryoschlaf verbringen zu können, ist da sicherlich angenehmer. Die Kolonie wird natürlich vom Unternehmen Weyland kontrolliert und zwingt ihre Arbeiter*innen über Jahre hinweg, für sie zu arbeiten. Eine Flucht wirkt da äußerst attraktiv.
Die Gruppe aus unterschiedlichsten Charakteren passt perfekt zusammen. Cailee Spaeny als Rain, David Jonsson als Andy, Archie Renaux als Tyler, Isabela Merced als Kay, Spike Fearn als Bjorn und Aileen Wu als Navarro. Die Schauspieler*innen verkörpern ihre Rollen mit Leidenschaft, die ansteckt. Natürlich sind nicht alle Charaktere sympathisch, aber das verleiht dem Film die notwendige Dynamik und macht Freude beim Zuschauen. »Alien: Romulus« ist äußerst spannend gemacht und weiß besonders am Ende mit schockierenden Bildern zu überzeugen. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten und unsere Protagonist*innen müssen nicht nur gegen ein Alien ankämpfen. Für mich ist »Alien: Romulus« eine gelungene, späte Fortsetzung des ersten Teils. Handwerklich gut gemacht, die Effekte sehen zum Hinknien aus und das bei einem vergleichsweise kleinen Budget. Ich bin froh, den Film endlich nachgeholt zu haben.
Einen weiteren Film, den ich endlich nachgeholt habe, war der 2023 erschienene »Wonka« mit Timothée Chalamet in der Hauptrolle. Der Film versteht sich als eine Art Prequel zum 1971 erschienenen »Willy Wonka & the Chocolate Factory«. Ich muss gestehen, diesen nie gesehen zu haben. »Wonka« ist ein halbes Musical und zeichnet sich durch ein in meinem Verständnis typisches Überzeichnen der Charaktere aus, besonders der Gegenspieler unserer Protagonist*innen. Doch der Kern stimmt und die Geschichte ist mitreißend gemacht. Er hätte für meinen Geschmack noch einen Hauch kürzer sein können, weil die Handlung doch sehr vorhersehbar ist. Natürlich weiß man, wie der Film endet, doch die Meilensteine, die die Charaktere durchmachen, sind schon arg typisch.
Nichtsdestotrotz ist es ein gut gemachter, unterhaltsamer Film. Die Songs sind stimmig, gut performt und die Tanzeinlagen sind kreativ gestaltet. Musicals sind ja nicht für jeden etwas, aber wer dem Genre etwas abgewinnen kann, ist bei »Wonka« sicherlich gut aufgehoben.
Vor einigen Jahren habe ich mir bei einer Hofer-Filiale, ich glaube, es war in Bergheim, einen Bonsai mitgenommen. Das Bäumchen hat mich sofort angesprochen. Der Stamm hatte eine verdrehte, spiralartige Form; die Blätter waren saftig dunkelgrün. Er stand lange Zeit am Fenster in meinem Wohnzimmer. Wirklich gewachsen ist er allerdings an dieser Stelle nicht. Ich dachte schon, der Bonsai geht ein und wird kaputt. Es wurde ein erster Rettungsversuch unternommen, indem der Bonsai in die Wohnung der Eltern kam. Die haben einen großen Wintergarten, wo er einen perfekten Platz in der Sonne erhielt. Seither wächst der Bonsai, als gäbe es keinen Morgen. Scheinbar war der Platz beim Wohnzimmerfenster nicht so ideal.
Das war vor etwa zwei Jahren. Es kommen immer wieder neue Ästchen hervor, es wachsen Blätter aus zuvor tot geglaubten Ästen; der Bonsai hat in der Zeit wirklich neues Leben bekommen. Großartig. Doch vor ein paar Wochen sind mir an der Unterseite der Blätter weiße Pünktchen aufgefallen. Nach Konsultation mit Bonsaiexperten J. handelt es sich hierbei wahrscheinlich um irgendwelche Läuse oder dergleichen. Es folgte die zweite Rettungsaktion. Erst wurde der Bonsai über zwei Wochen hinweg immer wieder mit einem entsprechenden Insektenbekämpfungsmittel behandelt, damit die Blätter von den Läusen befreit sind. Anschließend haben wir ihn neu eingetopft.
Die Wurzeln sind nicht allzu ausufernd, deshalb durfte er in dem schönen, großen Steintopf bleiben. Trotzdem wurden die Wurzeln etwas gekürzt, viel von der alten Erde abgeklopft und alles ordentlich ausgewaschen. Keine Chance, den Läusen. Die Kur scheint geholfen zu haben. Die Blätter wirken saftiger denn je und haben keine weißen Pünktchen mehr auf der Unterseite. Es kommen weiterhin stetig neue Äste und Blätter hervor. Der Bonsai ist wirklich schön und wächst hoffentlich noch über viele Jahre. Ein hübscher, junger Baum und bereits jetzt mit einer aufregenden Geschichte.
Mit Far From Home endet die Infinity Saga nach 23 Filmen. Ich halte es für eine gute Entscheidung, dass Endgame nicht das direkte Ende war, sondern es noch eine Art Epilog mit Spider-Man gibt. Immerhin hat sich Tony als Mentor und Vaterfigur für Peter heraus getan. Dadurch bekommen wir mit diesem Film die Möglichkeit, uns nicht nur von dieser Geschichte des MCUs zu verabschieden und natürlich von Tony, sondern erfahren ebenso, wie die Zeit nach dem Fingerschnipp von Thanos war. 5 Jahre mussten die Menschen ohne die andere Hälfte auskommen, nur ums sie dann plötzlich alle wiederzuhaben. Wenn das keine traumatische Erfahrung ist, dann weiß ich auch nicht.
Gleich zu Beginn wird klar, dass sich die Welt verändert hat. Immerhin sind alle, die zurückgeblieben sind, um 5 Jahre gealtert. Diejenigen, die durch die Infinity Stones und Thanos ausgelöscht wurden, kamen jedoch wieder so zurück, wie sie vorher waren. Eine Diskrepanz, die erst einmal überwunden werden muss. Es muss ein Schock sein, geliebte Menschen erst zu verlieren und dann jahrelang zu versuchen, ohne sie zu leben. Nur um sie dann plötzlich wieder unter sich zu wissen. Wie macht man weiter? Was sind die Probleme und Herausforderungen, die sich dadurch ergeben? Wie geht die Schule damit um? Alles Fragen, die zu komplex und vielfältig sind, um sie in einem Film darzustellen. Hier wäre tatsächlich eine Serie spannend gewesen. Peter Parker hat jedoch nicht wirklich Zeit, die Dinge zu verarbeiten. Nick Fury kommt ihm da etwas dazwischen.
Ein Spider-Man-Film mit Quentin Beck aka Mysterio arbeitet selbstverständlich viel mit Illusionen und Tricks. Deshalb scheint die Frage wichtig, wie viel von Nick Fury und Agent Hill wir wirklich sehen. Ich würde schätzen, gar keine, denn zumindest Fury ist, wie wir durch die Post-Credit-Szene sehen, irgendwo im All unterwegs. Somit sind die beiden Skrulls, die Fury und Hill vertreten, für die Interaktionen mit Peter verantwortlich. Im Nachhinein lässt sich das natürlich immer leicht sagen, jedoch kamen mir die „Motivationsreden“ von Fury schon immer etwas suspekt vor. Peter liegt psychisch sowieso schon am Boden, da tritt er noch mit der Verantwortung, dass die Welt Spider-Man benötigt und er nun im Besitz eines Milliarden-Dollar schweren Verteidigungsnetzwerkes ist, nach.
Ich frage mich sowieso, warum es ausgerechnet Nick Fury ist, der Peter die Brille mit E.D.I.T.H. an Peter übergibt. Sollte das nicht Happy sein? Dieser kennt sich zumindest ein wenig damit aus, würde ich vermuten und könnte Peter etwas sanfter an die Sache heranführen. Auf der anderen Seite hat Quentin Beck, der scheinbar aus einem Paralleluniversum stammt, Fury und Hill darauf hingewiesen, dass die Erde kurz vor der Zerstörung steht. Sogenannte Elementals haben sich geformt und wollen die Erde vernichten. Warum und weshalb ist nicht so wichtig. Die Skrulls, die Fury und Hill vertreten, glauben dem dahergelaufenen, selbst ernannten Helden auch gleich. Ich war damals im Kino selbst fast davon überzeugt und gespannt, wie sie das Multiversum ins MCU einführen.
Die Auflösung, dass sich ehemalige Mitarbeiter*innen von Tony zusammengeschlossen haben, um Peter die A.I. und damit das Verteidigungsnetzwerk abzuluchsen, ist brillant gelungen. Es ist großartig, wie die einzelnen Puzzleteile zusammengeführt werden und ein stimmiges Bild ergeben. Quentin und die anderen haben das perfekte Zeitfenster erwischt. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte dieser Heist nicht funktioniert. Es brauchte die Abwesenheit von Fury, Peters traumatische Erfahrungen gekoppelt mit der Überforderung an Verantwortung und eine Welt, die sich gerade erst von einer unvergleichlichen Katastrophe erholt. Jake Gyllenhaal ist fantastisch und geht sichtlich in seiner Rolle als Schurke auf. Das Kostüm sieht toll aus und verbindet die Comic-Ursprünge von Mysterio gekonnt mit dem modernen Touch eines MCU. Man merkt auch, dass Gyllenhaal und Holland tatsächlich gute Freunde geworden sind, sie haben eine tolle Chemie zusammen.
Spider-Man außerhalb von New York zu sehen, ist ebenso eine herausragende Idee und bringt frischen Wind in die Spider-Man-Reihe. Wir haben über die Jahre schon viele Bedrohungen in New York gesehen, da ist es schön, wenn Peter und seine Freunde einen Abstecher nach Europa machen. Die Locations sind toll gewählt, abwechslungsreich und zeigen eine durchaus bunte, farbenfrohe und helle Seite, die man von Spider-Man aus den Comics gewohnt ist. Die Bilder vermitteln einen optimistischen Unterton, auch wenn die Geschichte an sich eher tragisch ist. Jon Watts und seinem Team gelingt es eine gekonnte Fortsetzung auf die Beine zu stellen, die zwar vieles anders macht und mit den Nachwirkungen von Thanos umgehen muss, aber trotzdem eine eigene Geschichte erzählt.
Die Entwicklung, die Peter hier durchmacht, geht zwar relativ schnell, aber ist ebenso nachvollziehbar. Durch Quentin lernt er erst so richtig einzuschätzen, was er selbst möchte und sich nicht zu sehr auf die Erwartungen anderer zu stützen oder diesen gerecht werden zu sollen. Ich mag beispielsweise den Moment zwischen Peter und Happy gegen Ende des Films. Davon hätte es gerne mehr geben dürfen. Sie trauern beide um Tony und müssen nun in einer Welt ohne ihn zurechtkommen. Peter zu sehen, wie er seinen eigenen Anzug zusammenstellt und schließlich in der Lage ist, Quentin zu besiegen – auf seine eigene Art und nicht wie es Iron Man getan hätte – ist großartig und beendet in gewisser Weise seine Heldenreise. Spider-Man ist inzwischen ein eigenständiger, etablierter Held, der selbst mit seinen Problemen zurechtkommen muss.
Die Effekte sehen wieder großartig aus. Besonders mag ich die Sequenz, in der Spider-Man in den Illusionen von Mysterio gefangen ist. Als wären die Comic-Panels zum Leben erweckt worden. Wirklich fantastisch umgesetzt und es kommt eine Furcht einflößende Atmosphäre auf. Doch mit dem Sieg über Mysterio ist es leider nicht vorbei. Dieser hatte noch ein letztes Ass im Ärmel. So kommt niemand geringeres an die Aufnahmen, kurz vor Quentins Tod, als J. Jonah Jameson. Damit enthüllt er für New York und die ganze Welt, wer hinter der Maske von Spider-Man wirklich steckt. Und wer könnte die Rolle des manischen Journalisten besser verkörpern, als derjenige, der diese schon 2002 innehatte: J.K. Simmons. Hut ab, Kevin Feige. Toller Schachzug.
In den vergangenen eineinhalb Wochen oder so, habe ich »Lies of P« des Öfteren durchgespielt. Einen Durchgang möchte ich eventuell offenlassen für das kommende DLC. Bei einem bin ich nur mehr oder weniger durchgerannt, um das zweite Ende auch auf der Playstation freizuschalten. Der dritte und eigentlich letzte Durchlauf für diese Phase meiner »Lies of P«-Leidenschaft sollte ein New Game Plus sein. Dieses habe ich beim letzten Mal schon gestartet, aber noch nicht zu Ende gebracht. Das wollte ich eigentlich nachholen.
Es hat nicht mehr viel gefehlt und ich bin auch hier mehr oder weniger durchgerannt. Die Bosse habe ich mit Hilfe des Phantoms, welches man als Unterstützung herbeirufen kann, geschafft. Wobei man bei manchen diese Unterstützung nicht rufen kann und bei Magnus das Phantom relativ schnell erledigt war. Allerdings hat es mir zwischendurch die notwendige Zeit gegeben, um die Ausdauer zu regenerieren und mich zu heilen. Ich habe alle Schallplatten gesammelt; Für das Achievement muss ich sie mir nur mehr anhören. Ich habe penibel darauf geachtet, welche Dialogoptionen ich wähle und wann es angebracht war, zu lügen. Immerhin benötigt man für das letzte Ende gewisse Voraussetzungen.
Alles passt. Alles ist vorbereitet. Der scheinbar letzte Boss erledigt. Das Einzige, was mich noch vom Sieg und der Platin-Trophäe abhält, ist die elende »Nameless Puppet«. In einem normalen Spieldurchlauf ist dieser Boss zwar anstrengend und erfordert viel Konzentration. Sie ist aber machbar. Nicht nur einmal habe ich dieses Biest erledigt. Doch im New Game Plus hält mich irgendwas davon ab, den letzten Schlag zu machen.
Nicht nur einmal ist es vorgekommen, dass nur noch wenige Millimeter auf dem Lebensbalken des Gegners übrig waren. Nicht nur einmal hat am Ende die Gier zugeschlagen, ich wollte den Sieg erzwingen und bin dafür elendigst bestraft worden. In der ersten Session habe ich mich zwei Stunden an der »Nameless Puppet« abgemüht. Am Ende hat mein Herz gepocht, mein Adrenalinvorrat war erschöpft und ich habe gezittert. Es waren nichtsdestotrotz unterhaltsame zwei Stunden. An keinem anderen Boss in einem Soulslike kann ich mich so abmühen wie an der »Nameless Puppet«. Hier stimmt für mich alles. Vom Design über die Fairness im Kampf hin zu Musik und Arena. Jedes Mal, wenn ich scheitere, kann ich genau sagen, was ich falsch gemacht habe.
Ich verlinke unten das YouTube-Video von Jokerface. Sein erster Durchlauf war spannend anzuschauen. Auch er musste hier die namenlose Puppe bekämpfen (hier noch im normalen Schwierigkeitsgrad und nicht New Game Plus). Es lohnt sich, einen Blick reinzuwerfen. Ich bin ehrlich begeistert von diesem Boss und dem Kampf. Er ist wahrscheinlich mein liebster Soulslike-Boss. Irgendwann werde ich ihn auch im New-Game-Plus bezwingen. Hoffe ich zumindest. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses großartige Spiel »Lies of P« durchspiele.
YouTube | Jokerface: Lies of P #34 – Einer geht noch
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