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MCU Rewatch: Iron Man 2

Eigentlich erstaunlich, dass gleich der dritte Film im MCU eine Fortsetzung ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich von der Reihenfolge etwas ändern würde. So wie sie ist, sieht die erste Phase ausgezeichnet aus und hat tolle, originelle Einträge, aber man kann stets etwas verbessern. Vor allem, wenn man es mit über 10 Jahren Abstand betrachtet. Was ich auf jeden Fall gerne gesehen hätte, unter Berücksichtigung des heutigen Wissensstands, ist ein Black Widow Film. Oder auch einen S.H.I.E.L.D.-Film, indem sie und Hawkeye die zentralen Figuren sind. Ein gut gemachter, bodenständiger Agenten-Thriller wäre das i-Tüpfelchen der ersten Phase gewesen.

Meine Modifikation würde dann so aussehen. Erst Iron Man und Incredible Hulk, gefolgt von dem SHIELD/Black Widow Film (die Geschichte könnte auch erzählen, wie Natasha zu S.H.I.E.L.D. gekommen ist, oder sie Nick Fury kennengelernt hat). Daran anschließen würde ich Thor. So hätte man vier komplett unterschiedliche Genres, die aber doch in einem Universum spielen. Dann Iron Man 2. Die Szene mit Coulson, wo er nach New Mexico fährt, um sich der Thor-Situation anzunehmen, könnte man so umschreiben, dass es suggeriert, dass die beiden Einträge ins MCU parallel verliefen und nicht unbedingt hintereinander. Schließlich_Captain America_ und Avengers; die beiden sollten in dieser Reihenfolge bleiben.

Es ist immer noch eine Schande, dass Black Widow erst einen eigenständigen Film bekommen hat, nachdem sie im MCU gestorben ist. »Too little, too late«, wie man so schön sagt. Trotzdem mag ich ihren Auftritt in Iron Man 2 sehr gerne. Sie hat von Anfang an eine dominierende Präsenz, die man erst zuordnen kann, wenn man weiß, dass sie zu S.H.I.E.L.D. gehört. Sie passt sich den Situationen an, wie sie kommen, und die Action-Szene mit Happy ist einfach großartig. Er ist mit einem Gegner beschäftigt, während sie 10 besiegt.

Ivan Vanko aka Whiplash als Gegner ist völlig in Ordnung. Mickey Rourke holt alles aus dem Charakter heraus, was ihm das Drehbuch gibt, was leider nicht allzu viel ist. Trotzdem passt er als Gegner, vor allem auch die Zusammenarbeit mit Hammer und dass er sich als Unterstützung Drohnen baut. Hammer wird als Charakter nie zu nervig und macht seine Rolle als comic relief passabel. Die Neubesetzung von Rhodey mit Don Cheadle ist gelungen und sollte sich, wie wir jetzt wissen, als Glücksgriff herausstellen. Die Reise seines Charakters ist beeindruckend und seine Chemie mit Robert Downey Jr. toll zu beobachten. Auch er hätte mittlerweile seinen eigenen Film verdient, besonders nach den Ereignissen in Avengers: Age of Ultron.

Womit ich eher ein Problem habe, ist die Darstellung von der Alkoholsucht von Tony Stark; genauer gesagt ihre nicht-Darstellung. Sie gehen mir hier nicht weit genug. Vor allem nach einem Film wie The Incredible Hulk, der teilweise sehr düster daherkommt, hätte man den Zuschauer*innen zutrauen können, mit einer ausführlicheren Darstellung umzugehen. Vor allem, weil die Comic-Vorlage »Demon in a bottle« zu den gefeiertsten Iron Man Comics jemals zählt. Es ist eine der wichtigsten und prägendsten Geschichten von Tony Stark. Etwas mehr Drama und Tragik hätte diese Erzählung verdient gehabt. Dafür seine Vergiftung etwas zurückschrauben oder ganz rausnehmen. So wird nämlich diese als Grund für sein Verhalten hingestellt und nicht sein Alkoholproblem. Eine verpasste Chance.

Aber abgesehen davon ist Iron Man 2 ein weiterer, durchaus solider Eintrag ins MCU und baut die Idee eines zusammenhängenden Universums weiter aus. Nach diesen drei erdgebundenen Filmen geht es als Nächstes raus ins Reich von Mythen und Sagen. Es wird großartig.

Podcast-Statistiken

Die Podcast-App meiner Wahl ist Overcast. Ich habe zwar schon so einige Apps über die Jahre getestet und ausprobiert, aber ich kehre immer wieder zu dieser großartigen App zurück. Sie hat keinen unnötigen Schnickschnack, wird regelmäßig aktualisiert und überarbeitet, sodass sie mit den neuesten iOS-Versionen voll kompatibel ist, sowie schnell und zuverlässig funktioniert. Mit dem neuesten Update ist eine Funktion hinzugekommen, die ich mir schon lange gewünscht habe, denke ich. Denn nun kann man genau ansehen, welche Podcasts man wie lange hört. Werfen wir einen Blick drauf.

Insgesamt habe ich dieses Jahr schon 723 Stunden Podcasts gehört. Mag zunächst nach viel klingen, aber dabei muss man erstens einberechnen, dass ich »Die Sprechkabine« zum Einschlafen höre. 417 Stunden entfallen alleine schon darauf. Was man allerdings ebenso einberechnen muss, ist, dass ich Bitsundso meist über YouTube höre, da die Episoden für Bitsundso+ Abonnent*innen dort zum einen Live zum Anschauen und Zuhören verfügbar sind. Außerdem sind die Episoden anschließend dort natürlich gleich abrufbereit. Da jede Folge im Schnitt etwa 3,5h dauert und jede Woche eine neue erscheint, sind das etwa 160 Stunden, die noch obendrauf kommen.

Was mich am meisten überrascht und dann auch wieder nicht, sind die 131 Stunden, die auf The Pod zurückzuführen sind. Immerhin habe ich diesen fantastischen Gaming-Podcast erst dieses Jahr entdeckt. Für Unterstützer*innen erscheinen pro Woche etwa vier bis fünf Episoden mit unterschiedlichen Längen, da rappeln sich die Stunden schnell zusammen. Überraschend ist auch, dass ich mehr Hoaxilla höre, als Wrint. Gefühlt höre ich ständig einen Podcast mit Holgi (Holger Klein), aber das eben über mehrere Podcasts verteilt (Wrint, Wochendämmerung, Übermedien etc.), dadurch sind die einzelnen Podcast-Stunden geringer.

Ich finde es großartig, dass Overcast endlich Statistiken eingebaut hat. Mittlerweile stellen viele Apps am Ende des Jahres eine Zusammenfassung zur Verfügung. Es ist eine schöne Möglichkeit, auf das Jahr zurückzublicken und zu sehen, womit man so die Zeit verbracht hat. Mal sehen, was mir in den nächsten Wochen noch so begegnet. Vielleicht sammle ich ein paar und teile sie dann hier über den Blog.

Black Friday und der Warenkorb

Der digitale Warenkorb ist eine hervorragende Erfindung. Besonders wenn dieser, wie bei Amazon beispielsweise, die Artikel, die man dort hineinlegt, speichert. Meist muss man dafür natürlich einen Account haben und angemeldet sein, aber das ist ja mittlerweile bei vielen Webseiten der Fall. Ich nutze nämlich den Warenkorb, hier verwendet als singulären Überbegriff für alle Webseiten und nicht nur den des dominierenden Onlinehändlers, um Geld zu sparen. Man darf sich nur nicht von der allseits umgebenden Werbung dahingehend manipulieren lassen, alles immer gleich und sofort zu bestellen. Wenn wir eines nicht haben, dann einen Mangel an Dingen.

Besonders in diesen Tagen, wo es auf fast allen Webseiten und Shops Preisschlachten gibt, mag der Drang sofort zuzuschlagen und den günstigsten Preis zu ergattern, verführerisch sein. Vor ein paar Jahren war Geduld und sich Zeit lassen, dabei sicherlich noch schwieriger, weil Black Friday und Cyber Monday nur zwei bis vier Tage dauerten. Mittlerweile sind es allerdings Wochen. Es fängt Anfang bis Mitte November an und dauert bis in den Dezember hinein. Für Kund*innen ist das Ideal. Das nimmt den Druck heraus und gibt uns Zeit.

Denn so kann ich mich in Ruhe umsehen, schauen, was gerade im Angebot ist und Interessantes für später speichern oder eben im Warenkorb legen. Die Shops werben ja damit, dass die Angebote bis Dezember gelten, ich kann das Zeug also ruhig liegen lassen. Ein paar Tage später oder sogar zwei Wochen, nachdem ich es gespeichert habe, kann ich nochmal nachschauen und mich fragen: brauche ich das wirklich? Am Ende ist die Antwort meistens nein, ich lösche es und habe Geld gespart. Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass ich es tatsächlich gerne gehabt hätte; die nächsten Angebote kommen bestimmt, darauf ist verlass.

Ich finde es toll, dass Black Friday nun ein paar Wochen dauert. So ist das alles nicht auf nur ein paar Tage beschränkt, man kann sich Zeit lassen und überlegen. Eigentlich etwas, wo ich mir denke, dass die Shops und Anbieter das nicht möchten. Denn diese Zeit erlaubt es auch zu vergleichen. Man darf sich nur von den Shops nicht unter Druck setzen lassen. Countdowns bei speziellen Angeboten sind absurd, genauso wie die Angabe »nur noch 2 Stück auf Lager«. Selbst wenn dieses spezielle Ding ausverkauft sein sollte, ist es unwahrscheinlich, dass dies die letzten beiden Stücke auf der gesamten Welt waren.

Und wenn wir ehrlich sind, sind es am Ende doch meist nur Dinge, die in der Wohnung herumstehen, Staub sammeln und vor sich hin vegetieren. Nur weil etwas billig ist oder billiger, ist es nicht gleichzeitig besser oder erstrebenswerter. Die Kunst besteht darin, etwas zu kaufen, wenn man es wirklich benötigt. Nicht, wenn einem Unternehmen sagen, dass man es jetzt kaufen sollte. Ein durchaus erstrebenswertes Ziel.

Eyes on me

Seit ich vor ein paar Wochen angefangen habe, jeden Dienstag eine queere Geschichte vorzustellen, entdecke ich immer wieder etwas Neues. Damit meine ich nicht nur neue Webcomics oder Bücher, die ich mir bei Gelegenheit ansehen möchte, sondern auch neue Aspekte an Geschichten, die ich seit Jahren verfolge. Jeder Webcomic, den ich vorgestellt habe, hatte einen anderen Aspekt, den ich ins Zentrum rücken kann. Etwas, das mir zuvor gar nicht so bewusst war. Bei Eyes On Me ist es beispielsweise das Thema Zeit. Aber alles der Reihe nach.

Die Protagonisten dieses Webcomics sind Marcus und Evan. Evan arbeitet als Rezeptionist und gelegentlicher Guide in einem Museum. Er hat gerade eine schwierige, traumatische Beziehung hinter sich und will eigentlich nur mehr vergessen, was alles vorgefallen ist. Marcus hat eine Pause von seinem Studium eingelegt und arbeitet als Koch. Die beiden treffen sich zufällig bei einem gemeinsamen Freund. Wie sich herausstellen sollte, hat nicht nur Evan eine bewegte Vergangenheit, auch Marcus hat so manches Geheimnis zu offenbaren.

Eyes On Me hat immer wieder überraschende Wendungen zu bieten, die die Erzählung kurzweilig machen. Was die Zeichnungen anbelangt, war Eyes On Me stets auf einem hohen Niveau, hat sich allerdings im Laufe der Jahre noch mehr weiterentwickelt. Es ist immer wieder toll zu beobachten, welche Fortschritte Künstler*innen machen. Doch am meisten lebt der Comic von den Interaktionen zwischen Marcus und Evan. Beide sind sehr unterschiedlich, was nicht nur ihr Verhalten betrifft, sondern wie sie in Unterhaltungen agieren. Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail geschrieben, das merkt man auf jeder Seite.

Natürlich gibt es auch ein paar Nebencharaktere, aber diese bleiben weitgehend im Hintergrund, außer sie stehen unseren Protagonisten zur Seite. Außerhalb der Wahrnehmungen von Evan oder Marcus lernt man sie nur äußerst selten kennen. Das stört allerdings nicht, da sie selbst in diesen Momenten Gelegenheit für coole oder einfach nur schöne Interaktionen bekommen. Außerdem hat Marcus eine süße Katze und die muss natürlich Priorität haben, vor den sonstigen Nebencharakteren.

Was mir beim erneuten Lesen von Eyes On Me auffiel, ist, wie bereits oben erwähnt, das Thema Zeit. Man merkt anhand der Unterhaltungen, mal direkter, mal mehr zwischen den Zeilen, dass zwischen den Treffen von Evan und Marcus viel Zeit vergehen kann. Manchmal sind es nur ein paar Tage, aber gelegentlich können es Wochen sein. Das unterstreicht nicht nur, dass die beiden mit ihren Leben außerhalb der angehenden Beziehung beschäftigt sind, sondern ebenso Evans Unsicherheit und Problem, anderen zu vertrauen. Es ist eine glaubhafte Darstellung, denn nicht jeder hat gleich 24h, 7 Tage die Woche Zeit, kann alles stehen und liegen lassen, nur weil man jemanden kennengelernt hat. Es muss sich entwickeln. Vor allem, wenn sich die Charaktere zufällig begegnen und nicht schon vorher befreundet sind, wie bei anderen Geschichten.

Eyes On Me ist ein Webcomic, der mich seit Jahren begeistert. Wie es scheint, wird allerdings das nächste Kapitel (Nummer 10), das letzte werden. Ich glaube, das ist erst das zweite Mal, dass ich es erlebe, dass ein Webcomic sein natürliches Ende erreicht. Ich hoffe, es wird ein gelungener Abschluss. Aber anhand der bisherigen Qualität zu urteilen, sollte das keine Schwierigkeit darstellen.

Auftakt am Adventmarkt

Vergangene Woche, am 21. November, war die Eröffnung des Christkindlmarktes in Salzburg. Genauer gesagt der Auftakt für die Märkte, denn in Salzburg haben wir ein paar davon. Es gibt den am Domplatz, die Franziskaner haben einen (aber der ist, glaube ich, nicht dauerhaft in der Adventszeit offen), die St. Peter haben einen kleinen, in dem es wunderbaren Glühwein gibt und natürlich gibt es noch den Markt auf der Burg. Dazwischen gibt es immer wieder welche, die allerdings nicht dauerhaft offen haben oder erst später. Zudem findet man diverse Marktstände am Samstagvormittag in der Stadt, etwa am Universitätsplatz. Essen und Trinken sollte man zu dieser Jahreszeit also genug finden.

Es war überraschend wenig los am Freitagabend. Zwar haben durchaus einige Leute die Straßen gefüllt und die Stände besucht, aber es war alles andere als überfüllt. Vielleicht war es den Menschen noch etwas zu kalt. Mit Freund J. bin ich direkt auf die Burg spaziert. Ich war sehr froh um meinen Schal, Haube und Handschuhe. Durch die Burg hat es ganz schön gezogen und das hat die gefühlte Temperatur noch einmal deutlich gesenkt. Aber wir haben uns mit leckerem Met und Glühwein gewärmt und sind die Burg ab spaziert.

Trotzdem benötigten wir anschließend ein warmes Essen. Die Wahl fiel auf das hervorragende Lemon Chili, das seit knapp einem Jahr neue Besitzer hat. Wenn es in der Stadt dicht gefüllt ist, kann man sich fast immer darauf verlassen, dass man dort einen Platz bekommt. Auch an dem Abend war es überraschend leer. Für Besucher an sich nicht schlecht, da man dort etwas Ruhe findet, abseits der hektisch gefüllten Straßen, für das Lokal allerdings alles andere als ideal. Ich hoffe, sie können den etwas angeknacksten Ruf von Früher mit der Zeit abschütteln, denn es ist wirklich ein tolles Lokal. Das ist eben die Gefahr, wenn man nicht nur ein Lokal, sondern ebenso dessen Namen übernimmt. Allerdings konnte sich die Bruschetta-Platte durchaus sehen lassen und das Chili con Carne schmeckte ebenfalls fantastisch. Ich bin immer wieder gerne dort.

Den Abschluss des Abends bildete natürlich ein Besuch in der Stamm-Weinbar Coquette. Ich mag die Adventzeit mit den Weihnachtsmärkten, Glühwein, Met und Lebkuchen, sowie dem ganzen leckeren Essen, das es an den unzähligen Ständen gibt. Es muss nicht immer viel sein, aber sich immer mal wieder durchprobieren macht schon Laune. Vor allem, wenn die Stadt, wie jedes Jahr, so hübsch beleuchtet ist. Die Tage werden kürzer, idealerweise wird es immer kälter und so kann man sich wunderbar auf Weihnachten einstimmen.

Schreibweisen

Ein Grund, warum ich Newsletter so gerne mag, ist, weil sie in gewisser Weise ein persönlicheres Medium sind. Zumindest wenn es sich um Newsletter handelt, die von Personen zu einem gewissen Thema verfasst werden und es sich nicht um die Info-Mail eines journalistischen Angebots oder Unternehmens handelt. Wie die täglichen Newsletter, die mich erreichen: von Matthew Dicks hin zu den Berichten von verschiedenen Falter Journalist*innen. Seit ein paar Wochen gibt es einen wöchentlichen Newsletter für Unterstützer*innen von The Pod, den ich sehr gerne lese, oder die unregelmäßigen Updates des Editors vom Elska Magazin.

Ich mag diese und andere persönlichere Texte, die man vielleicht unter der Kategorie Kolumne einordnen könnte, weil sie mir zeigen, wie andere über ihr Leben und was sie gerade bewegt berichten. Nicht nur worüber sie schreiben, sondern vor allem wie. Welche Formulierungen werden verwendet, wird Vorwissen vorausgesetzt oder viel erklärt? Welche Perspektiven werden eingenommen und wie persönlich werden die Einblicke in das jeweilige Leben? Alles Fragen, die mich immer wieder beschäftigen. Ich will mich schließlich weiterentwickeln; nicht nur persönlich, sondern in meinen Fähigkeiten als Autor, Blogger, Schreiber oder wie man es auch nennen möchte.

Immerhin gehört dies zur Weiterentwicklung aller Fähigkeiten dazu: wie haben es andere gemacht? Sagen mir diese Techniken zu oder nehme ich sie als Denkanstöße, wie ich es anders machen möchte. Es kann zur Bestätigung beitragen, dass man sich auf einem guten Weg befindet oder als Abgrenzung dienen. Ähnliches gilt beispielsweise ebenso für das Anmalen von Warhammer-Figuren (auch wenn ich jetzt schon einige Monate keinen Pinsel mehr in der Hand hatte). Man schaut sich Videos zu konkreten Techniken an oder lässt sich beim Bemalen spezifischer Figuren Schritt für Schritt anleiten. Mit der Zeit lernt man die Techniken anzuwenden und benötigt vielleicht nicht mehr so detaillierte Guides und wird selbstbewusster.

Immerhin kann Inspiration von überall herkommen und entsteht nicht in einem Vakuum.

Bild von Unsplash

MCU Rewatch: The Incredible Hulk

Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich zu jedem Film einen kleinen Text schreibe. Doch ich bin gerade sehr begeistert von meinem MCU Rewatch und will diese Begeisterung teilen. Aktuell schaue ich einige Filme innerhalb kurzer Zeit, aber die Texte darüber werde ich etwas strecken, denn sonst habe ich einen Monat lang nichts anderes als MCU als Thema des Blogs. Zwar ist daran nichts auszusetzen, doch habe ich noch andere Ideen und Themen, über die ich schreiben möchte.

Wie dem auch sei, kommen wir zu dem Film, den man vielleicht gerne mal vergisst. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber er fühlt sich, vor allem aus heutiger Sicht, nicht zu 100 % passend an, im MCU. Versteht mich nicht falsch, es ist ein toller Film und sieht auch heute, 16 Jahre später, immer noch gut aus. Allerdings ist die Atmosphäre des Films komplett anders, als man es von einem MCU-Film erwarten würde.

Iron Man war schon anders, als ich ihn in Erinnerung hatte. The Incredible Hulk legt da noch eine gewaltige Schippe obendrauf. Zum Teil ist es ein kleiner Body-Horror-Film, der nicht davor zurückschreckt, die Angst und das Brutale hinter dem Hulk zu zeigen. General Ross geht geradezu kaltblütig gegen Bruce Banner vor und erst zu spät merkt er, dass nicht jeder Preis dafür steht, den Hulk zu fangen. Ich mag auch die Beziehung zwischen Bruce und Betty ist glaubwürdig und der Film vermeidet es zum Glück, einen erzwungenen Dreieckskonflikt aufzumachen. Bettys aktueller Freund vertraut ihr, wird nicht sofort eifersüchtig. Zwar gerät er sehr in den Hintergrund und bleibt nur ein Mittel zum Zweck, aber die Szenen mit ihm wissen zu überzeugen.

Bruces innerer Konflikt, wunderbar portraitiert von Edward Norton, ist zentraler Bestandteil des Films. Seine Versuche, den Hulk zu kontrollieren, indem er ihn unterdrückt und die Annahme, dass es mit seiner Aufregung und Puls zusammenhängt, dass er sich verwandelt, ist aus heutiger Sicht fast tragisch. Doch genauso nachvollziehbar sind diese Unterfangen, denn am Ende helfen sie ihm zu dem Bruce Banner zu werden, den wir später in Avengers wiedersehen werden.

Blonsky aka Abomination (Tim Roth) ist ein passender Gegenspieler, der noch einmal unterstreicht, dass es sich bei Hulk um ein Monster handelt, das gejagt, gefangen und seziert werden muss. In Verbindung mit den Methoden von Ross und den Experimenten, die an Blonsky unternommen werden, entsteht so eine dicht gepackte Atmosphäre. Dazu kommen Effekte, die sich auch heute noch sehen lassen können. Hulk hat sich in jedem folgenden Film etwas verändert und weiterentwickelt, aber ich mag seine erste MCU-Inkarnation, die wir hier zu sehen bekommen. Man merkt bereits die Vielschichtigkeit des Charakters.

The Incredible Hulk ist besser als sein Ruf. Oder zumindest besser, als ich es dem Film zugestanden hätte. Das passiert mir ehrlicherweise immer, wenn ich mir diesen Film alle paar Jahre ansehe. Ich bin überrascht von dem ernsten Ton, der tollen Atmosphäre und der spannend erzählten Geschichte. Es ist ein Eintrag ins MCU, den man aus heutiger Sicht nicht erwarten würde. Es wäre schön, wenn Marvel wieder etwas mehr experimentieren würde.

Unlimited Power, oder so ähnlich

Aktuell schaue ich sehr viele Marvel-Filme. Diese Reise lässt sich jeden Samstag hier auf dem Blog mitverfolgen. Dort bespreche ich diesen »MCU Rewatch«. Stand heute bin ich mit der ersten Phase durch und habe die Spider-Man-Trilogie von Sam Raimi mal wieder angesehen. All die Filme zu sehen und Texte dazuzuschreiben, sich in nostalgischen Gefühlen zu suhlen (ein bisschen zumindest) und sich allgemein einfach mal wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen, hat nun dazu geführt, dass ich mir mal wieder ein »Marvel Unlimited« Abo geholt habe. Das ist der Service, mit dem man auf den gesamten Comic-Katalog von Marvel zugreifen kann.

Wenn ich mich richtig erinnere, werden aktuelle Comics nach drei oder sechs Monaten dort hinzugefügt. Das heißt, man ist durchaus auf dem aktuellen Stand. Ich bin mir nicht sicher, was hier korrekt ist, da sie das, glaube ich, mal geändert haben. Allerdings sollte einem der Lesestoff nicht so schnell ausgehen. Immerhin hat man Zugriff auf über 30.000 einzelne Comics. Da liest man schon ein oder zwei Tage.

Das einzige Problem ist nur, dass ich mir nicht sicher bin, wo ich anfangen, genauer gesagt weiterlesen soll. Das letzte Mal, als ich Comics dort gelesen habe, war scheinbar 2021. Ich habe mich laut der »continue reading« Spalte mit den damals aktuellen X-Men Comics intensiv auseinandergesetzt. Kaum zu glauben, dass es schon drei Jahre her ist, seit ich wirklich regelmäßig Comics gelesen habe. Es hat mir durchaus gefehlt. Mal sehen, wie regelmäßig und intensiv ich nun dieses Abo nutzen werde. Teuer war es nicht, da zufälligerweise gerade alle Geschäfte und Firmen mit Black-Friday-Woche-Angeboten nur so um sich werfen. So auch Marvel Unlimited. Wer also einen Blick riskieren möchte, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.

Spider-Man steht auf jeden Fall auf meiner Leseliste sowie die Krakoa-Ära von X-Men zu Ende lesen. Und natürlich Jonathan Hickmans neueste Marvel-Kreationen nachholen. Zum Glück kommt der Winter mit großen Schritten auf uns zu, da kann man es sich perfekt mit einer Tasse Tee und dem iPad auf der Couch gemütlich machen und Comics lesen.

Frantastic

Spieleabende sind etwas Großartiges. Ich veranstalte zwar nicht oft welche oder bin häufiger bei welchen dabei, aber sie bereiten immer wieder Freude. Es müssen auch nicht stets komplexe Spiele sein. Es reichen Spiele wie Uno, Skip-Bo oder andere Klassiker aus, um einen wunderbaren Abend zu verbringen. Doch gelegentlich teste ich gerne neue Spiele. So wie am vergangenen Wochenende ein neu entdecktes Kartenspiel namens Frantic.

Das liegt zwar schon einige Zeit zu Hause, doch zum Spielen bin ich noch nicht gekommen. Vor einigen Wochen habe ich das bei Müller bereits entdeckt. Vor dem Spieleregal in einem Laden zu stehen, ist ein überwältigendes Gefühl. Man weiß gar nicht, was man nehmen soll, was gut ist und so weiter. Soll es eher ein Brettspiel sein oder ein Kartenspiel? Man muss sich auf eine Art Spiele-Instinkt verlassen. Bei Frantic habe ich mich von der tollen Verpackung überreden lassen. Eine schlichte schwarze Verpackung mit einem kreativen Schriftzug darauf und eine verführerische Beschreibung, dass es für alle Teilnehmenden ein gemeines Spiel sein würde.

Dieses Versprechen hat Frantic mehr als eingelöst. Ziel ist es, am Ende so wenig Punkte wie möglich zu haben, doch das Spiel macht es einem nicht einfach. Die Runden können entweder zügig vorbei sein oder sich durchaus ziehen. Doch langweilig wird es nicht. Vor allem dank der speziellen Ereigniskarten, die mehr oder weniger zufällig ausgelöst werden und meist für alle Spieler*innen Konsequenzen haben. Entweder die Runde ist gleich vorbei und jeder bekommt sehr viele (Straf-)Punkte oder man bekommt viele Karten, es wird neu gemischt – eine wirklich tolle Idee.

Und das Beste ist, es gibt Erweiterungen. Vielleicht habe ich die am nächsten Tag auch gleich bei Thalia bestellt, weil dort zufällig gute Angebote zu finden waren und nun kommen diese demnächst an. Aber nur vielleicht natürlich. Mal sehen, welche Gemeinheiten das Spiel noch auf Lager hat.

Race You

Der Dienstag entwickelt sich langsam zu einem Webcomic-Tag hier im Blog. Allerdings finde ich Gefallen daran, einmal in der Woche meine Lieblings-Webcomics vorzustellen. Das motiviert mich dazu, in diejenigen einen Blick reinzuwerfen, die ich schon länger nicht mehr regelmäßig verfolge. Zudem entdecke ich dadurch ebenso neue Schätze, die sicherlich ebenso noch Platz finden werden.

Race You gehört zu denjenigen Webcomics, die ich schon länger verfolge. Ich habe bereits zuvor über die Vorzüge dieses tollen Formats gesprochen. Sei es die Nähe zu den Künstler*innen, die Kommentarfunktion, die regelmäßigen Updates oder die Möglichkeit der Unterstützung. Über die Jahre sieht man außerdem, wie sich manche Künstler*innen weiterentwickeln, was ihnen wichtig ist und kann eventuell erkennen, wo die Reise hingeht. In keinem anderen Webcomic ist mir das so offensichtlich aufgefallen wie bei Race You.

Im Zentrum der Geschichte stehen Casper und Theo. Beide sind im Track-Team ihrer Schule, laufen also für ihr Leben gerne. Man lernt sie im Laufe der Geschichte sowohl einzeln kennen, wie sie mit ihren Freunden umgehen, wie sie auf Partys gehen und sich teilweise Unterstützung für die Schule suchen, als auch gemeinsam beim Sport. Im Zuge dessen kommen sie sich auch immer näher, bis sich aus der Rivalität im Team erst eine Freundschaft und vielleicht sogar mehr entwickelt. Es handelt sich also um eine »rivals to lovers« Trope, wie man es im Englischen so schön bezeichnet.

Race You hat eine angenehme Geschwindigkeit, mit der sich die Geschichte entwickelt. Es wirkt nichts gehetzt, die Charaktere haben Zeit, sich zu entwickeln, Geschehenes zu verarbeiten. Nicht immer gestehen Erzählungen ihren Charakteren zu, Momente auf sich wirken zu lassen, sich mit Freund*innen zu beraten, wie sie am besten mit einer Situation umgehen sollen, was ihre nächsten Schritte sein könnten. Ebenso sind die Dialoge toll geschrieben. Sie wirken glaubwürdig und jeder (Haupt-)Charakter scheint eine eigene Stimme zu haben, wie sie mit Situationen umgehen und darauf reagieren.

Was allerdings auffällt, an Race You, ist der Zeichenstil. Die Zeichnungen sind schwarz/weiß gehalten, mit Graustufen. Doch das ist nicht das Auffällige, sondern die Unterschiede in der Qualität der Zeichnungen, die teilweise krass ausfallen von Kapitel zu Kapitel. Manche wirken eher gehetzt gezeichnet, während andere, vorrangig die neuesten Kapitel, sehr viel detaillierter und ausgeklügelter wirken. Besonders im ersten Jahr hat der Autor noch sehr viel mehr experimentiert. Man hat gemerkt, die Priorität liegt beim Erzählen einer Geschichte und halbwegs regelmäßig Updates abzuliefern. Nicht unbedingt bei der künstlerischen Umsetzung.

Das heißt nicht, dass die einfacher wirkenden Zeichnungen schlecht wären. Die Charaktere sind immer noch eindeutig zu erkennen, nur auf den Hintergrund wird etwa völlig verzichtet. Die Dialoge sollen vorangebracht werden und nichts von diesen ablenken. Es geht um das Erzählen selbst. Ich finde das großartig. Vor kurzem habe ich ein Kapitel gelesen, in dem der Autor mit 3D-Hintergründen experimentiert und neue Techniken versucht. Ich mag das sehr gerne, wenn Künstler sich dermaßen ausprobieren. Dazu passt auch das »vertical scrolling«-Format, dessen sich der Autor für Race You bedient. Es wirkt freier, experimenteller. Ein klassisches Comic-Format mit strikten Seiten und Panels könnte ich mir nicht so sehr vorstellen, wäre aber für eine spätere polished-Version reizvoll.

Race You ist noch ein junger Webcomic und befindet sich am Ende seines zweiten Jahres. Ich freue mich immer wieder über neue Einträge in der Geschichte und bin gespannt, wo die Reise hingeht. Sowohl innerhalb der Geschichte als auch aus einem künstlerischen Aspekt gesehen.