Everything X-Men | Chris Claremont und die Philosophien der X-Men

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Die Texte dieser Reihe gehen auf mein Medienwissenschaftsstudium zurück, in dem ich mich ausführlicher mit den X-Men beschäftigt habe. Es geht allerdings nicht nur um Handlung und Figuren, sondern auch darum, was die X-Men als popkulturelles Phänomen interessant macht.

Wie bereits im letzten Text beschrieben, bewegen wir uns jetzt etwas auf dem Feld der Spekulation. Die Texte zu »X-Men: Legacy – Legion« waren die letzten, die fast vollständig ausformuliert waren. Ich hatte allerdings weiter Pläne geschmiedet, genauer gesagt eine Liste an Ideen, anhand derer ich mich vorangearbeitet habe. Beendet habe ich das Projekt leider nie. Dafür war es allerdings auch nicht wirklich gedacht. Die X-Men-Comics und alles, was damit zusammenhängt, sind zu umfassend, als dass man sie je vollständig abwickeln könnte.

Nachdem ich also geplant hatte, mich nach Legion mit der Frage von Identitätsfindung und Repräsentation in den X-Men-Comics zu beschäftigen, wollte ich mit Chris Claremont weitermachen. Immerhin hat der Mann quasi Jahrzehnte von X-Men-Geschichten beeinflusst. Ich hatte ihm bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nur einen wirklichen Text gegönnt. Nach Legion sollten also die Jahre 1978 bis 1979 im Zentrum stehen. Der Output von Chris Claremont war gewaltig und sollte lange Zeit nicht abebben. Deshalb wollte ich mir Zeit nehmen für diese prägende Phase der X-Men. Das wäre auch der perfekte Zeitpunkt gewesen, um sich tiefer mit den unterschiedlichen Philosophien der Mutanten auseinanderzusetzen.

Immerhin kämpfen sie für gesellschaftliche Anerkennung. Oft wurden Parallelen zwischen Professor Xavier/Magneto und Martin Luther King Jr./Malcolm X gezogen. Ob diese allerdings wirklich so zutreffend sind, sei einmal dahingestellt. Ich hatte ein paar Texte herausgesucht, die sich genau damit beschäftigt haben. Allerdings wäre nicht nur dieser Kampf im Zentrum gestanden.

Weitere Themen, die ich in diesem Zusammenhang im Blick hatte, waren:

  • gewalttätiger Pazifismus
  • Humanismus – gibt es ein Äquivalent zu den X-Men?
  • Dussere, Erik: Die queere Welt der X-Men
    „Magneto ist einer der komplexesten und vielseitigsten Bösewichte in der Welt der Superhelden-Comics.“
  • Ist Magneto ein radikaler Zionist?
  • Goldstein, Hilary: Xavier vs. Magneto: Eine philosophische Debatte
    Die X-Men setzen ihre Kräfte ausschließlich „gegen andere Wesen mit Superkräften und als letztes Mittel gegen Menschen“ ein. „Während Xavier Gemeinschaft predigte, praktizierte er Ausgrenzung“; seine Schüler aus der Gesellschaft; Tu, was ich sage, nicht, was ich tue!
  • Kann man eine Allegorie zu den Sonderschulen ziehen, die es bei uns gibt? Eine Art Ausgrenzung, ohne sich wirklich gesamtgesellschaftlich damit zu beschäftigen? Sollte man nicht vielmehr Integration statt Ausgrenzung betreiben, um ein gemeinsames Miteinander zu pflegen? Was macht das mit Vorurteilen und den Menschen?
  • Magneto wurde zu dem Menschen, gegen den er eigentlich kämpft und den er hasst.
  • Lund, Martin: Das Mutantenproblem: X-Men, Bestätigungsfehler und die Methodik von Comics und Identität
  • Darowski, Joseph James: Reading Uncanny X-Men
  • Adam Roberts: „Warum ist das dumm? Weil (und entschuldigen Sie, dass ich das Offensichtliche ausspreche) Charles Xavier nicht Martin Luther King Jr. ist. Er ist Charles Xavier. In einer Hinsicht ähnelt er Dr. King – er hat sein Leben der friedlichen Emanzipation seines Volkes gewidmet. Aber es gibt unzählige Punkte, in denen er King nicht ähnelt: Er ist ein kahlköpfiger, weißer Krüppel mit enormen telepathischen Kräften, der in einer riesigen Villa im Bundesstaat New York lebt, eine Schule für begabte Mutanten leitet und gelegentlich ins Weltall reist. […] Sich auf die eine Gemeinsamkeit dieser beiden Menschen zu konzentrieren und all diese Unterschiede auszublenden, ist schlichtweg kurzsichtig.“

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