Nachrichten und die reale Welt

Ich habe seit knapp einem Jahr ein digitales Abo der Salzburger Nachrichten, das ich eigentlich nicht haben möchte und bisher kaum genutzt habe. Aber im Buch storyworthy schreibt Matthew Dicks von einer Challenge einer Lehrerin: eine Woche kein Fernsehen, außer es sind Nachrichten. Heutzutage ist das natürlich noch einmal schwieriger geworden, aber die Grundidee hat mich trotzdem begeistert. Das und die Tatsache, dass er nicht müde wird zu erwähnen, dass wir ja sonst nichts besseres zu tun hätten am Abend, als sich die immer die gleichen Serien, mit den immer gleichen Enden anzusehen. Da kann ich eigentlich nur zustimmen.

Zwar mache ich Homework for Life jetzt gerade einmal eine Woche, aber die Zeit “opfere“ ich gerne, wenn es heißt, mein Leben mehr zu schätzen, bewusster zu leben und meine Depression im Zaum zu halten. Ich bin gerne bereit Zeit für kreative Arbeiten aufzubringen, heute auf jeden Fall mehr als noch bis vor kurzem, oder spontan wegzufahren, was zu unternehmen, weil ich es immer mit dem Bild vergleiche, auf der Couch zu sitzen und nichts (produktives) zu tun.

Aber zurück zu den Nachrichten. Ich lese den Politikteil der SN, schaue zumindest die ZiB 1 des Tages, wenn nicht sogar noch die ZiB2. Ich will mich bilden, allgemein, als auch zu spezifischen Themen. Ich will bereit sein für Diskussionen zu gender, sex, und Diskriminierung. Ich will nicht Vermutungen anstellen müssen, sondern wissen wovon ich rede, oder wirklich sagen können, ich weiß es nicht. Ja, die Welt ist aktuell und war wahrscheinlich schon immer: komplex, krisenbehaftet und manchmal schwer zu ertragen. Aber die Augen davor zu verschließen hilft auch nicht. Wissen hilft. Sich damit auseinandersetzen, hilft. Das ist mir jetzt nochmal deutlicher geworden, als es ohnehin schon war und ich will versuchen dies beizubehalten. Fiktive Welten in Comics und Spielen laufen nicht davon, sie bleiben immer erreichbar, wann immer man es will. Die reale Welt ist ein Fluß.