In den letzten Monaten stelle ich mehr und mehr fest, dass mich aktuelle Filme und Serien nicht mehr so sehr interessieren, wie sie das vielleicht früher einmal getan haben. Mit Breaking Bad, den ersten Staffeln von Game of Thrones und House of Cards, Criminal Minds und Columbo, waren eigentlich alle Höhepunkte des Fernsehens erreicht. Ich mag ein oder zwei Serien vergessen haben, aber in den letzten Jahren ist es doch recht dünn geworden, was tatsächlich gute, originelle Geschichten anbelangt. Zwar erscheinen durchaus noch eine Handvoll an scheinbar guten Filmen oder Serien im Jahr, aber meine Lust mich damit auseinanderzusetzen oder sie mir anzuschauen schwindet doch recht rasch dahin.
Ich habe mich dann eher dabei erwischt, wie ich immer wieder zu seichterer Unterhaltung in Form von Sitcoms oder Serien wie The Flash zurückgegriffen habe. Nicht dass The Flash in irgendeiner Art und Weise schlecht wäre (auch wenn es einige Füller-Episoden gibt und sie vor Jahren hätten aufhören sollen), es ist aber in gewissermaßen erwartbar.
Komplexe Geschichten, spannende Charaktere und herausragende Welten bekomme ich dann eher in Form von Spielen bzw. Let’s Plays (u.a. Elden Ring, Assassins Creed Valhalla, Spider-Man), oder indem ich mich direkt mit dem Ursprungsmaterial davon auseinandersetze, was für einen Großteil der Unterhaltung der letzten Jahre verantwortlich ist: Comics. In Zeiten, wo das MCU längst an seinem Zenit vorbeigerauscht ist und drauf und dran ist, die tiefsten Tiefen an Qualität und Liebe zum Detail zu erkunden, lese ich dann doch lieber die originalen Texte von Autoren und Künstlern, die ihr Handwerk verstehen. Oder ich lese mich durch die Horus Heresy Saga von Warhammer (über die ich auch unbedingt mal separat schreiben muss), was ein gewaltiges Unterfangen ist.
Ich mag es mich zur Ablenkung und Unterhaltung in solch fiktive Welten zu stürzen, zu lernen, wie sich entwickelt haben und welche Parallelen zu unserer eigenen Welt gezogen werden können. Besonders bei dem satirisch sehr überzeichneten, over-the-top Sci-Fi Universum von Warhammer 40k kann man das besonders gut. Man muss nur bereit sein unter die Oberfläche zu blicken, hinein in das dunkle, chaotische Zentrum des Cicatrix Maledictum und darüber hinaus.
Aber manchmal muss es auch nicht so etwas Komplexes oder Ausuferndes sein, manchmal, nach einem vollen und anstrengenden Tag, tun es auch einfach nur ein paar Folgen einer guten Sitcom, die ich zwar schon zig-Mal gesehen, aber immer noch unterhaltsam, lustig und einfach gut gemacht finde. Sei es Seinfeld, Friends oder The Big Bang Theory.
Es ist auch nicht so, dass es immer alles auf einmal sein muss, sondern ich eher Phasen durchlaufe. Mal sind es mehr Sitcoms, mal mehr Bücher oder Comics, oder wie im aktuellen Fall einfach nur so viele Folgen von Critical Role, wie ich verantwortungsvoller Weise in meinem Alltag unterbringen kann. Man muss nur etwas finden oder bereit sein, sich auf Dinge einlassen zu können, keine zu großen Erwartungshaltungen an einen selbst zu setzen und sich etwas treiben lassen. Wer weiß schon, was sich mit einem offenen Geist so alles entdecken lässt.