Das Mehl steht bereit. Die Eier sind geschlagen. Die Butter leicht erwärmt. Zucker verteilt sich über die Arbeitsplatte. Die Küchenmaschine quält sich an der übervollen Schüssel an Teig ab. An jedem Finger kleben Teigreste. Aber irgendwann ist die Masse angerührt und sie durfte noch etwas ruhen, bevor man sich an den Tisch setzt und beginnt den Teig auszurollen. Es beginnt das große Kekse-Auszustechen. Legt diese anschließend behutsam auf ein Blatt Backpapier und befördert dieses mitsamt Backblech in einen Ofen. Langsam aber sicher füllt sich die Wohnung mit einem angenehmen süßen Geruch. Nach der ersten Ladung geht es dann Schlag auf Schlag. Vanillekipferl. Mit Schokolade überzogen. Mit Marmelade gefüllt. Mit Mandeln getoppt. Geschnittene und getunkte Nussecken. Aus einer alten Maschine von Oma gepresste Kekse. Lebkuchen. Es füllen sich die vorbereiteten Keksdosen langsam aber sicher.
Am Ende des Tages sitzt man schließlich zufrieden, ob der getanen Arbeit auf dem Sofa und genießt die ersten Kekse des Jahres. Selbstgemacht, schön. Stolz, aber auch müde legt man sich später ins Bett und freut sich auf den erholsamen Schlaf.
So, oder so ähnlich hätte es dieses Jahr aussehen können. Stattdessen habe ich mich von verschiedenen Bäckern in der Umgebung bedient und mir dort die “selbst gemachten” Kekse gekauft. In die eigene Keksdose habe ich sie dennoch gelegt und man könnte fast meinen, sie stammen aus dem hauseigenen Ofen und wurden von den eigenen Händen geformt. Tja, dieses Jahr nicht.
Ein bis zwei Sorten habe ich die letzten Jahre immer gemacht, primär freue ich mich jedes Jahr auf Lebkuchenkekse. Mit einem Teig vom Bäcker ausgestattet. Die fertigen Kekse reifen dann im Idealfall ein bis zwei Wochen in der Keksdose, damit sie schön weich werden. Sie gehören durchaus zu meinen Favoriten. Dicht gefolgt von Nussecken (die sehr einfach und schnell gemacht sind, da man quasi nur Teig auf ein Blech schüttet und in den Ofen steckt).
Der diesjährige Dezember fühlt sich allerdings irgendwie anders an. Zum einen ist er mit mehr Terminen und Aufgaben gefüllt als üblich. Zum anderen macht es auch Spaß, sich durch die örtlich ansässigen Bäcker zu probieren. Es macht doch jeder die Kekse auf eigene Art und Weise. Mal größer, mal kleiner, verschiedene Sorten und natürlich auch unterschiedliche Preise gehören dazu. Aber auch alle durchaus gut und empfehlenswert.
Wer weiß, vielleicht bewahrheitet sich die oben geschilderte Szene im nächsten Jahr. Wir lassen uns überraschen.