Abenteuer mit der Bahn

Da ich des Öfteren Freunde in Deutschland besuche, komme ich nicht umhin, mit der Deutschen Bahn zu fahren. Mit dem Auto ist es mir zu unentspannt, hauptsächlich wegen der anderen Leute. Wenn ich einfach nur gemütlich dahin tuckern könnte, wäre das weniger ein Problem. Allerdings nutze ich die Zeit gerne, um in Büchern zu lesen oder Artikel, die ich mir per Instapaper weggespeichert habe, nachzuholen.

So ist es auch heute wieder so weit, dass ich mich auf das Abenteuer Deutsche Bahn einlasse. Seit ein paar Monaten habe ich meine Tickets gebucht, die Züge standen fest, nur Plätze hatte ich mir noch keine reserviert. Zum Glück habe ich damit gewartet, denn diese Woche stapeln sich geradezu die Mails der DB in meinem Postfach.

Beide Züge, die ich gebucht hatte, wurden abgesagt, die Alternative, die sie mir für die Rückfahrt ausgewählt hatten, wurde dann ebenfalls storniert. Die Zugbindung der Tickets ist aufgehoben. Und da ich einmal stark davon ausgehe, nicht der Einzige zu sein, der davon betroffen ist, wird es in den Zügen, die dann vielleicht noch übrig bleiben, umso mehr wimmeln. Es herrscht dann wohl Anarchie.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine These, genauer gesagt meinen Vorschlag an dieser Stelle schon mal geäußert habe: wäre ich die DB würde ich ja nur mehr Tickets verkaufen, wo lediglich der Anfangs- und Endbahnhof deklariert ist, dazwischen überlässt man es den Fahrgästen eine eventuell vorhandene Verbindung zu erwischen. Wie gesagt, nur ein Vorschlag. So muss auch niemand mehr entschädigt werden, was sie ohnehin kaum tun, nach meiner eigenen Erfahrung, denn jeder hatte ja die Möglichkeit ans Ziel zu kommen, es war wohl nur vom Schicksal nicht vorgesehen.

Wie dem auch sei. Ich lasse mich an diesem Wochenende mal wieder auf dieses Lottospiel ein und hoffe irgendwann in Tübingen und später wieder zu Hause, anzukommen. Ich werde davon berichten.

Was ich aber bestimmt machen werde, ist auf die erste Klasse upzugraden. Man kann von diesem Zweiklassensystem halten, was man will, aber das mehr an Platz und die ruhigere Atmosphäre (wenn man nicht gerade eine Familie mit zwei kleinen Kindern im Abteil hat) genieße ich schon. Wobei das wahrscheinlich eine schlechte Strategie ist, der DB noch mehr Geld zu geben (wobei sich die Aufpreise wirklich in Grenzen halten und zufällig gewürfelt zu sein scheinen), aber welche Alternative bleibt einem schon übrig? Mit einem Bus zu fahren? Eher nicht.

Ich versuche, optimistisch zu bleiben. Ich habe immer Bücher, Nüsse und Wasser dabei. Wenn es mal weniger gut läuft, kann ich mich ein paar Tage mit ihnen versorgen und unterhalten.